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Rathenow Apollo-Theater ist nie wieder aufgebaut worden
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15:22 31.05.2018
Die damalige Rathenower Bürgermeisterin Ilse Kabelitz beim Richfest für das Kulturhaus. Quelle: Archiv Kulturzentrum/Foto Haecker
Rathenow

Das Kulturzentrum in Rathenow feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Es ist am 7. Oktober 1958 eröffnet worden, deshalb wird es vom 30. September bis 7. Oktober eine Festwoche geben. Heute soll ein kurzer Rückblick auf die Zeit bis zur Fertigstellung des Kulturhauses – wie es damals genannt wurde – gegeben werden. Man wird sehen: Einiges ist ganz anders gekommen, als es die Wünsche und Visionen vorsahen.

In den Kämpfen am Ende des Zweiten Weltkrieges war das Rathenower Stadtzentrum fast vollständig zerstört worden. Auch vom damalige ersten Haus am Platze, dem Apollo-Theater, waren nur Ruinen übrig geblieben. Wäre es noch da, würde es seitlich versetzt vor dem Kulturzentrum stehen.

Zur Eröffnung des Kulturhauses gab es am 12. Oktober 1958 einen Tag der offenen Tür. Quelle: Archiv Kulturzentrum

Die Rathenower haben ihr Apollo-Theater sehr geliebt. Deshalb ist in einem Protokoll der Kommission für den Aufbau der Stadt vom Januar 1953 zu lesen, dass das Apollo-Theater wieder „neu erstehen“ soll. Später könnten dann daneben noch ein Theatercafé, ein Kulturhaus „oder dergleichen“ errichtet werden. Klar war für die Kommission schon damals, dass der Neubau „der Stadt würdig“ sein und dass die Fassade „eine gute architektonische Wirkung“ haben müsse.

„Solidaritätseinsätze“ der Bevölkerung wurden mit eingeplant. Sie seien aber nur in geringem Maße möglich, weil die Kreisbaubetriebe als Generalunternehmer einzusetzen seien. In den Volkswirtschaftplan 1954, so ein anderes Protokoll, seien 1 250 000 DM für den Wiederaufbau des Apollo-Theaters eingeplant.

Die innere Ausgestaltung war würdig gewählt, hier das Foyer. Quelle: Archiv Kulturzentrum

Erste Ernüchterung gab es, als die Kreisbaubetriebe im März 1953 mitteilten, dass die gewünschte Rüstung für die Bauarbeiten nicht zur Verfügung gestellt werden kann.

Im Juli 1953 stand in der Märkischen Volksstimme, dass die Rathenower Optischen Werke vom Ministerium für Maschinenbau zwei Millionen DM zur Errichtung eines neuen Kulturhauses mit Filmtheater, Bühne und 1000 Saalplätzen bekommen soll. Zur selben Zeit steht in einem Schreiben des Bürgermeisters, dass die Investmittel für den Wiederaufbau des Apollo-Theaters „in Frage gestellt“ seien.

Das Deckblatt einer Broschüre von 1955 „verriet“ schon einmal, wie das Kulturhaus aussehen soll. Quelle: Archiv Kulturzentrum

Die Staatliche Plankommission erhebt Bedenken, man könne ein Lichtspieltheater nicht mit einem Kulturgebäude verbinden. Die Baukosten für das Kulturgebäude würden bei fünf Millionen DM liegen: „An eine Verwirklichung dieses Objektes kann in absehbarer Zeit nicht gedacht werden.“ Das vorgesehene Objekt dürfe sich aber nicht zerschlagen, „um endlich einmal den Wünschen der Bevölkerung Rechnung zu tragen.“

Später stellt sich heraus, dass es für 1954 auch kein Geld für das neue Kulturhaus geben wird. Gesicherte Zahlen und Daten über Baubeginn und Richtfest für das Kulturhaus waren in den Archiven bislang nicht zu finden.

Das Filmprogramm war den Zielen des „Arbeiter- und Bauernstaates“ DDR angepasst. Quelle: Archiv Kulturzentrum

Klar ist aber, dass am 7. Oktober 1958 die Eröffnung stattgefunden hat. Nach einem Tag der offenen Tür am 12. Oktober mit Schachturnier von Rathenowern gegen Spieler der „sowjetischen Freunde“ gab es am 13. Oktober ein Filmprogramm und 14. Oktober „Don Carlos“ von Guiseppe Verdi.

Die Bevölkerung hatte viele Eigenleistungen erbracht. 1954 hatten beispielsweise 419 Personen 3928 Arbeitsstunden erbracht und fast 32 000 Mauersteine enttrümmert. Das Apollo-Theater ist niemals wieder aufgebaut worden.

Festwoche vom 30. September bis 7. Oktober

Zu Beginn der Festwoche geben die Brandenburger Symphoniker unter Leitung von Peter Gülke am 30. September ab 17 Uhr ein Konzert mit Werken von Mendelssohn, Mozart und Schumann.

Am 3. Oktober kommt um 15 Uhr das Kinder-Musical „Das Urmel schlüpft aus dem Eis“.

Am 5. Oktober, 19.30Uhr spielt das Kabarett Obelisk sein Programm „Sternhagelvoll“.

Am 6. Oktober gibt es ab 20 Uhr einen Tanz ins Jubiläum mit „Cott’n & Corn“ und einem DJ.

Am 7. Oktober ab 15 Uhr spielt das Salonorchester Eberswalde Opern- und Operettenmusik.

Von Bernd Geske

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