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Rathenow Archäologen räumen das Feld
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21:01 30.05.2018
Die verdichtete Baufläche am Mühlentor. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Nach rund sechswöchiger Arbeit haben die Archäologen ihre Untersuchungen auf dem Baugrundstück der Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft (RWG) am Mühlentor abgeschlossen. Nach Auskunft der Archäologin Babett Palm, die die Untersuchungen leitete, wurden die nicht tragfähigen Schichten herausgenommen und die Keller mit tragfähigem Material verfüllt.

Damit ist der Weg frei für die geplante Bebauung. Nach Auskunft von RWG-Vorstand Uwe Hummel soll noch in diesen Tagen ein detaillierter Bauablaufplan erstellt werden. Der Großteil der Aufträge sei bereits vergeben. Nun gehe es darum, den Einsatz der verschiedenen Gewerke bestmöglich zu koordinieren.

Viergeschossige Haus mit sieben Wohnungen geplant

Auf dem Grundstück, auf dem bis Anfang des Jahres Garagen standen, will die RWG ein viergeschossiges Haus errichten. Vier 3-Raum-Wohnungen und drei 2-Raum-Wohnungen sind geplant. Alle Wohnungen werden barrierefrei und über einen Aufzug zu erreichen sein. Von großen Balkonen geht der Blick auf die Wasserlandschaft vor dem Mühlenwehr. Auf der Ostseite bestimmt die Sankt-Marien-Andreas-Kirche die Sicht. Die Autos der Mieter finden Platz in eine eigenen Garage.

Wie lange es dauert, bis das Haus steht, kann Uwe Hummel noch nicht sagen. Das werde man erst nach der erwähnten Planung wissen. Auf jeden Fall wird es keine Probleme mit dem Untergrund geben. Trotz der Nähe zum Wasser ist der stabil genug für den geplanten Bau.

Die Archäologin Babett Palm bei der Arbeit auf dem Gruindstück am Mühlentor. Quelle: Markus Kniebeler

Obwohl die Archäologen ihre Zelte bereits abgebrochen haben, ist deren Arbeit längst noch nicht beendet. Denn nach dem Einsatz unter freiem Himmel folgt jetzt die Büroarbeit. Denn das Dossier über den Ort muss vervollständigt werden. Fotos, Pläne und Zeichnungen sind in eine nachvollziehbare Ordnung zu bringen. Und in einer so genannten Befundbeschreibung muss in Worte gefasst werden, was auf dem Grundstück entdeckt und untersucht wurde.

Funde kommen ins Landesmuseum

Die Funde – darunter Keramikscherben aus der Bronzezeit, etliche Brillengläser aus der jüngeren Vergangenheit, ein verzierter Wasserhahn und etliches mehr – werden gereinigt, in Tüten oder Kisten gepackt und beschriftet. Dann gehen sie zur Einlagerung ins archäologische Landesmuseum nach Wünsdorf.

Diese ganze Schreibtischarbeit wird von den Archäologen in der Regel in die dunkle Jahreszeit verlegt. Wenn das Wetter die Arbeit im Freien nicht mehr ermöglicht, ist Zeit, sich diesen Dingen zu widmen. Wer Archäologen schon mal bei der Arbeit beobachtet hat, weiß allerdings, dass es schon sehr ungemütlich werden muss, um sie länger im Büro zu halten.

Noch ist die Dokumentation nicht abgeschlossen, aber dass die Arbeit aufschlussreich war, das kann Babett Palm jetzt schon sagen. Von der Bronzezeit bis heute seien fast aus jedem Jahrhundert Spuren gefunden worden, sagt sie. Damit habe man dem großen stadtgeschichtlichen Rathenow-Puzzle einige weitere Teile zufügen können. Gut möglich, dass die Untersuchungsergebnisse zu einer Ausstellung aufbereitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. So ist es schon mehrfach geschehen.

Von Markus Kniebeler

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