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Rathenow Spurensuche: 100 Jahre Bauhaus in Rathenow
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16:07 26.02.2019
Typisch Bauhaus. Der GWG Rathenow gehört am Friedrich-Ebert-Ring ein Ensemble von 259 Wohnungen, die von Otto Haesler geplant und gebaut wurden. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

 Man muss nicht schön finden, wie die Architekten des Bauhauses in Weimar und später Dessau einst gebaut haben, auch wenn 2019 dessen 100-jähriges Bestehen mit vielen Veranstaltungen gefeiert wird.

Eckig, zweckmäßig und mit flachem Dach. Man findet diesen Stil indes in vielen Städten auf der ganzen Welt und wer den Charakter einmal verinnerlicht hat, erkennt ihn mühelos überall wieder.

Zweimal in Rathenow gewirkt

Der Architekt Otto Haesler, ein Schüler des Bauhaus-Gründungsdirektors Walter Gropius, hat zweimal für mehrere Jahre in Rathenow gewirkt. Er hat die 259 Wohnungen geplant, die von 1929 bis 1931 am Friedrich-Ebert-Ring gebaut worden sind und heute der GWG Rathenow gehören.

1950 und 1951 wurden nach seinen Plänen noch einmal 150 Wohnungen am heutigen Platz der Jugend gebaut, die der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) gehören.

„Der Siedlungscharakter soll auf jeden Fall erhalten bleiben“, sagt Gerald Püschel, Vorstand der GWG. Er weiß, was zu beachten ist, wenn man ein solches denkmalgeschütztes Ensemble verwaltet.

Gerade bei Sanierungsarbeiten in den zurück liegenden Jahren habe man auf die baulichen Besonderheiten stets Rücksicht nehmen müssen.

Gerald Püschel, Vorstand der GWG. Quelle: Bernd Geske

Aber das hätten die Verantwortlichen der GWG niemals als Last empfunden.

Es werde stets der größte Wert darauf gelegt, dass die bauliche Hülle erhalten bleibt, damit die Optik sich genauso darstellt, wie es Otto Haesler einst geplant hat.

Die Hauseingangstüren zum Beispiel, die einst aus Stahl und Glas gebaut wurden, sind bis auf wenige Ausnahmen noch immer vorhanden.

Schon aus Energiespargründen würde man heute ganz andere Ausführungen wählen, aber ein Austausch ist natürlich kein Thema.

Die Wohnungseingangstüren, die Mitte der neunziger Jahre reichlich mitgenommen waren, sind auch nicht ersetzt, sondern nur behutsam optisch aufgearbeitet und abgedichtet worden.

Als die GWG ihrer Haesler-Siedlung in der Mitte der neunziger Jahre eine Wärmedämmung verordnete, hätte man aus energetischen Gründen gern einen schönen dicken Panzer genommen. Doch der Denkmalschutz hat nur maximal sechs Zentimeter erlaubt, damit die Optik nicht zerstört wird.

Fenster wieder aus Holz

Die Fenster durften zwar ausgetauscht werden. Doch die neuen mussten wie die Originale aus Holz bestehen und den historischen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich sehen.

Die Loggia genannten, rund vier Quadratmeter großen „Freisitze mit Dach“ – eine Art Mini-Balkon – waren schon zu DDR-Zeiten verglast worden, weil Wohnfläche fehlte.

Die Versorgung der Haesler-Bauten war damals recht komfortabel. Sie hatten Fernheizung und es gab fünf Gewerbeeinheiten, wo die Bewohner sich versorgen konnten. Heute sind ein Fleischer und ein Frisör noch vorhanden und die GWG will daran nichts ändern.

Die GWG hat einen Gedenkstein für Otto Haesler aufgestellt. Quelle: Bernd Geske

Der Architekt hatte Wert darauf gelegt, dass zwischen den Häuserzeilen viele der vorhandenen Kiefern stehen bleiben. Wenn dort in der Gegenwart also mal alte Bäume weggenommen werden müssen, wird die GWG sie stets durch kleine Kiefern ersetzen.

Für dieses Streben, die alten Formen zu erhalten, ist der GWG besonders während der Landesgartenschau 2006 und der Bundesgartenschau 2015 unerwartete Anerkennung zuteil geworden. Nicht wenige Besucher waren zum Ebertring gekommen, um sich die Haesler-Bauten einmal anzusehen, berichtet Gerald Püschel. Und ihr Feedback sei stets positiv gewesen.

Von Bernd Geske

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