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Betrug konnte nicht bewiesen werden

Gericht: Freispruch für Bootshändler Betrug konnte nicht bewiesen werden

Am Ende kamen alle drei Angeklagten mit einem Freispruch davon – der Vorwurf der Täuschung und des gemeinsamen Betruges konnten nicht bewiesen werden. Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Aussage des Angeklagten Gino P. hatte Richter Robert Ligier vom Rathenower Amtsgericht am Ende dennoch.

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Augen auf beim Bootskauf: Zweifel sollten bereits bei der Übergabe geäußert werden.

Quelle: Peter Geisler

Rathenow. Ihre Gutgläubigkeit war sowohl Angeklagten als auch Zeugen bei zwei Fällen, die am Dienstagmorgen im Rathenower Amtsgericht verhandelt wurden, zum Verhängnis geworden. Jeder sah sich als Opfer einer Täuschung, nur bewiesen werden konnte am Ende nichts – es stand Aussage gegen Aussage.

Der Rathenower Gino P. war angeklagt, im Jahr 2013 zwei Motorboote über ein Internetauktionshaus verkauft zu haben. In beiden Fällen hatte er das falsche Baujahr angegeben, bei einem Boot war zudem von einem Einspritzmotor die Rede, obwohl es mit einem Vergasermotor betrieben wurde. Die Kaufverträge für beide Boote, die P. in England erworben hatte, waren von seinem Bekannten Mario K. unterzeichnet worden. Für die Übergabe an die neuen Käufer in Deutschland setzte P. außerdem in einem Fall Heiko Z. als Mittelsmann ein – und so saßen am Dienstag wegen Täuschung und gemeinschaftlichem Betrug alle drei Männer auf der Anklagebank.

„Ich habe erst im Nachgang gemerkt, dass da was nicht stimmt“

Bootshändler P. hatte die Boote mit dem Ziel gekauft, sie in Deutschland aufzubereiten und gewinnbringend weiterzuverkaufen. Er habe sich bei den Angaben zu den Booten nach eigener Aussage auf den Verkäufer in England verlassen und „erst im Nachgang gemerkt, dass da was nicht stimmt“. Die Rumpfnummer, von der sich unter anderem auch das Baujahr ablesen lässt, habe P. nicht zu deuten gewusst. Den falschen Motor habe er ebenfalls nicht erkennen können, „weil man eigentlich keinen Unterschied sieht und die Motorennummer steht beim Boot nicht drauf“, sagte der Angeklagte. Auch sein Anwalt sagte später, dass P. glaubhaft dargestellt habe, in England Opfer einer Täuschung geworden zu sein.

Die Zeugen Friedhelm O. und Joachim R., die die Boote bei P. für knapp 15.000 und 20.000 Euro gekauft hatten, fühlten sich ob der falschen Angaben beim Internetangebot hintergangen. Wie der Staatsanwalt in seinem Plädoyer jedoch feststellte, war P. „eine Kenntnis über das falsche Baujahr und den falschen Motor nicht nachzuweisen“, wodurch auch keine Täuschung nachzuweisen sei. Alle Parteien seien gutgläubig gewesen und hätten die Angaben nicht ausreichend hinterfragt. Die Angeklagten seien daher vom Vorwurf des Betruges freizusprechen.

Zweifel blieben dem Richter am Ende trotzdem

Zweifel an der Glaubwürdigkeit von P.s Aussage, er habe nicht gewusst, wie die Rumpfnummer der Boote zu deuten sei, blieben bei Richter Ligier trotzdem. Es sei fraglich, ob P. wirklich keine Kenntnis über das tatsächliche Baujahr der Boote gehabt habe, sagte der Richter in seinem Schlussplädoyer. Schließlich sei er seit mehreren Jahren gewerblich tätig und wisse daher möglicherweise, wie die Nummer zu lesen sei. Nachweisen ließe sich das letztendlich aber nicht, so dass er dem Antrag auf Freispruch stattgab.

Von Josephine Mühln

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