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Rathenow Bewegung in der Casino-Debatte
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14:59 28.08.2018
Sind die Tage des Offizierscasinos gezählt? Die Stadt will einen Wettbewerb zur Neugestaltung des Geländes starten. Quelle: Foto: Markus Kniebeler
Rathenow

In der seit über zwei Jahrzehnten andauernden Beschäftigung mit dem Offizierscasino-Problem deutet sich eine Lösung an. In einem ersten Schritt soll das herrenlose Grundstück vom Land an die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) übertragen werden. „So wollen wir sicherstellen, dass die Liegenschaft nicht zum Spielball von Spekulanten wird“, sagt Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger.

Speisestätte für die Zietenhusaren

Das Offizierscasino wurde in den Jahren 1909/10 auf dem Grundstück der Gasanstalt, Ecke Bahnhofstraße/Dunckerstraße (heure Berliner Str.) als Restaurant für die Offiziere der Zietenhusaren errichtet.

Herzstück des Gebäudes war der Speisesaal mit einer Raumhöhe von 7 Metern, der von einer aufwendig gestalteten Stuckdecke überspannt war.

Bei einem Brand des damals leer stehenden Gebäudes im April 2008 wurde die Dachkonstruktion zerstört.

Einem aktuellen Gutachten zufolge sind „Maßnahmen zur Sicherung und Erhalt des Gebäudes wirtschaftlich nicht darstellbar.“

Der Übertragung des Aneignungsrechtes vom Land an die KWR steht nichts entgegen. Bereits vor Monaten hatte Brandenburgs Finanzminister Christian Görke, dessen Ressort für die herrenlose Immobilie zuständig ist, diese Variante ins Spiel gebracht.

In einem zweiten Schritt sollen Ideen zur Gestaltung des prominenten Grundstücks an der Ecke Berliner Straße/Bahnhofstraße eingeholt werden. „Wir gehen davon aus, dass das Gebäude nicht mehr zu retten ist“, so Seeger. Das sei von einem Architektenbüro jüngst in einem Gutachten bestätigt worden. Um so wichtiger sei es, das stadtbildprägende Gebäude auf dem prominenten Grundstück durch einen adäquaten Baukörper zu ersetzen. Mit dieser Aufgabe sollen sich Experten befassen.

Städtebaulicher Wettbewerb geplant

Man beabsichtige, vorausgesetzt die Abgeordneten gehen mit, einen städtebaulichen Wettbewerb zu starten, sagt Seeger. „Wir wollen Vorschläge zu der Frage einholen, wie dieses städtebaulich bedeutende Grundstück entwickelt werden kann.“ Über Eigentumsverhältnisse – der hintere Teil des Offizierscasino-Grundstücks wurde vor Jahren veräußert – bräuchten sich die Planer keine Gedanken zu machen. Es gehe darum, das Gelände – möglicherweise sogar unter Einbeziehung des gegenüberliegenden Grundstücks – so zu entwickeln, dass die historischen Bezüge erkennbar werden.

Kein schöner Anblick: Frontansicht des Offizierscasinos. Quelle: Markus Kniebeler

Damit kommt die Stadt eine Forderung der Landesdenkmalschützer entgegen. Die hatten signalisiert, dass sie einem Abriss der unter Schutz stehenden Casino-Ruine zustimmen könnten, wenn danach das Grundstück so bebaut werde, dass dessen historischer und stadtarchitektonischer Bedeutung Rechnung getragen werde.

Bindegliedfunktion soll erhalten werden

In einem aktuellen Gutachten zum Gebäude wird auf die städtebauliche und baukulturelle Bedeutung des Casinos eingegangen, das ein wichtiges Bindeglied darstelle zwischen dem Komplex der ehemaligen Zieten-Kasernen in der Bahnhofstraße und dem 1895 im neogotischen Stil erbauten Landratsamt nach Plänen des Architekten Franz Schwechten. Diese Bindegliedfunktion solle möglichst auch ein Neubau an dieser Stelle erfüllen, so die Forderung des Denkmalschutzes.

Sollten die Denkmalschützer den wie auch immer gearteten Entwurf billigen und dem Abriss des Casinos zustimmen, greift Teil 2 des städtischen Plans. Dann wird die KWR den Abriss bewerkstelligen. 180 000 Euro sind dafür veranschlagt. „Wir werden den Stadtverordneten vorschlagen, dass sich die Stadt mit 100 000 Euro an diesen Kosten beteiligt“, sagt Seeger. Das sei der Betrag, den die Stadt zur Lösung des städtebaulichen Problems beisteuern wolle.

Wer am Ende den Neubau bewerkstelligt, ob die beiden Grundstücke vereint werden oder eine getrennte Entwicklung möglich ist, diese Fragen müssen nach dem Ergebnis des Wettbewerbs geklärt werden. „Wir machen jetzt erst mal einen Schritt nach dem anderen“, sagt Seeger. „Wichtig ist, dass endlich Bewegung in die Angelegenheit gekommen ist.“

Von Markus Kniebeler

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