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Rathenow Hier trifft Kultur auf Politik
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17:55 19.11.2018
Schriftstellerin Juli Zeh an einem See in Groß-Behnitz im Havelland. Quelle: Thomas Müller
Rathenow

An den Herbst 2015 und die angespannte Situation in der havelländischen Kreisstadt dürfte sich jeder Westhavelländer erinnern. Hunderte Menschen gingen auf die Straße.

Die einen, um ihre Angst und ihren Frust zum Ausdruck zu bringen und vor dem Untergang des Abendlandes zu warnen. Die anderen, um sich unter dem Motto „Mit Herz statt Hetze“ für eine Willkommenskultur auszusprechen und an Werte wie Toleranz und Nächstenliebe zu erinnern.

Diese Monate haben die Stadt verändert. Zwei sich gegenüberstehende Gruppe machten eine Spaltung Rathenows sichtbar, die es so vorher nicht gab. Inzwischen ist es wieder ruhiger geworden auf den Straßen, aber wie sieht es in den Köpfen der Menschen aus? Wie hat sich das Lebensgefühl in der Region seither verändert?

In der Alten Mühle trifft Kultur auf Politik

Was ist aus den Ängsten von damals geworden? Gibt es im beschaulichen Westhavelland die viel beschworene Überfremdung? Darüber wollen die Mitglieder des Aktionsbündnisses „Unser Rathenow“ und die Partnerschaft für Demokratie am Mittwoch, dem 28. November, sprechen.

Unter dem Motto: „Menschen im Westhavelland – Eine Demokratiekonferenz“ laden sie in den Saal der Musikschule in der Alten Mühle am Schwedendamm ein und bringen dabei Kultur und Politik zusammen.

Als Vorlage dient der Briefwechsel zwischen zwei Frauen, die sich vor Jahren ganz bewusst für das Havelland als Wahlheimat entschieden haben: Sängerin Nina Omilian und Schriftstellerin Juli Zeh. Der Zufall und letztendlich auch die angespannte Situation im Herbst 2015 brachte die beiden Frauen zusammen.

Daraus entwickelte sich eine Freundschaft und ein reger Schriftwechsel, den die beiden nun in Form einer musikalischen Lesung veröffentlichen. In den ebenso ernsten wie humorvollen Zeilen, geben sie einen intimen Einblick in ihr Seelenleben und beschreiben unter anderem, wie sie den Herbst 2015 im Havelland erlebt haben.

Im Mai wurde das Stück im Wiener Konzerthaus uraufgeführt. Nun soll es im Saal der Alten Mühle auf die Bühne kommen.

Die Menschen über die Kunst erreichen

„Die Menschen allein über die Politik zu erreichen, ist ein sehr langer Weg. Wir wollen deshalb die Freiheit der Kunst als Türöffner nutzen und damit einen offenen Austausch anregen“, erklärt Mike Stampehl, Koordinator der Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen. Ihn haben die Briefe sehr bewegt und an die angespannte Situation vor drei Jahren erinnert.

Landleben im Havelland: Sängerin Nina Omilian übt gern im Grünen und in Gesellschaft ihrer beiden Esel Henry und Pippi. Quelle: mik

„Davon schwelt noch immer viel. Deshalb wollen wir den Menschen die Möglichkeit geben, sich zu äußern. Sie sollen sagen können, was sie bewegt und was ihnen Angst macht. Und vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, das eine oder andere davon aufzunehmen und zu verändern“, so Mike Stampehl.

Heftiger Protest war ein Schock

Der offene Diskurs ist das richtige Mittel, meint auch Nina Omilian. Sie ist selbst immer wieder für Weltoffenheit, Toleranz und ein friedliches Miteinander in Rathenow auf die Straße gegangen.

Der heftige Protest damals war für sie ein Schock: „Ich hätte das nie gedacht, weil es allem widersprach, was ich hier an Willkommen, Offenheit und Toleranz erfahren habe. Zumal ich keinen Migrantenstrom erlebt habe und ich sehe auch bis heute nicht die oft angeklagte Überfremdung in der Stadt.“

Kassandra Knebel übernimmt Juli Zehs Part

Juli Zeh kann zwar am 28. November nicht dabei sein – die Schauspielerin Kassandra Knebel übernimmt ihren Part. Sie unterstützt aber die Idee der Veranstaltung.

„Oft begreift man das Gute erst, wenn man es verloren hat. Das darf uns mit der Demokratie auf keinen Fall passieren! Die Demokratiekonferenz wird hoffentlich dazu beitragen, den Wert unseres Gesellschaftssystems wieder spürbar zu machen“, so die Autorin.

Die Veranstaltung ist offen für alle. Der Eintritt ist frei, Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Von Christin Schmidt

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