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Rathenow Bruder zeigt Schwestern wegen Raubes an
Lokales Havelland Rathenow Bruder zeigt Schwestern wegen Raubes an
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17:17 29.05.2018
Robert Ligier hat sein altes Büro im Rathenower Amtsgericht wieder bezogen. Quelle: C. SCHMIDT
Rathenow

Fünf Rechtsanwälte, zwei Schöffen, ein Staatsanwalt und Richter Robert Ligier versuchten am Dienstag in einer gut sechsstündigen Verhandlung im Amtsgericht aufzuklären, ob Heinz S. um rund 18 000 Euro bestohlen wurde.

Auf der Anklagebank saßen seine Schwestern Marita M. und Brigitte W., sein Schwager Fred W. sowie Manuela M., seine Nichte. Der 60-Jährige Heinz S. hatte die vier angezeigt und bei der Polizei ausgesagt, dass sie ihm nach dem Tod seiner Mutter gemeinschaftlich und geplant am 28. November 2016 seinen Erbanteil in bar gewaltsam abgenommen hätten.

Die Familienmitglieder mussten sich nun wegen Raubes vor Gericht verantworten. Über Stunden versuchten die Beteiligten zu rekonstruieren, was sich tatsächlich am 28. November in und vor der Sparkasse in Rhinow ereignet hatte. Dort hatte Brigitte W. einen Termin vereinbart, um das Konto der Mutter aufzulösen und das Geld unter den Geschwistern aufzuteilen.

Bis dato verstanden sich die Geschwister gut, auch Heinz S. bestätigte das. Mehrfach hätten ihm seine Schwestern Geld geborgt oder zu Arztterminen gefahren. Auch an jenem Tag holten Fred und Brigitte W. Heinz S. ab um mit ihm und der dritten Schwester Sabine N. zur Bank zu fahren.

Richter spricht alle vier Angeklagten frei

Die älteste der vier, Marita M. ließ sich von ihrer Tochter Manuela fahren. Während sich Marita und Brigitte ihren Anteil auf ihr Konto überweisen ließen, bekamen Heinz S. und Sabine N. ihren Anteil in bar ausgezahlt, insgesamt rund 36 000 Euro. Das bestätigte auch die Bankangestellte, die ebenfalls als Zeugin geladen war.

Laut Heinz S. hatte Brigitte W. ihm im Auto das Bargeld abgenommen. Wie genau, das blieb unklar. S., der sichtlich angespannt und nervös war, widersprach sich immer wieder. Er schilderte verschiedene Visionen der Tat, die sich von seiner ursprünglichen Aussage bei der Polizei unterschieden und zum Teil nicht plausibel waren.

Sabine N. machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Zwei ihrer fünf Kinder bestätigten aber schriftlich, dass sie einen Teil des Geldes, der ihrer Mutter zustand, bekommen hatten. Auch Heinz S. hat inzwischen die gesamte Summe erhalten. An seiner Anzeige hielt der schwerkranke Mann dennoch fest.

Der Staatsanwalt schenkte dem 60-Jährigen Glauben und plädierte dafür, alle Angeklagten zu einer Geldstrafe zu verurteilen. Dem konnte das Gericht nicht folgen. Robert Ligier sprach sie frei. Zum einen weil die Beweisaufnahme sich sehr problematisch gestaltete. Die für einen Raub nötige Gewaltanwendung hatte selbst Heinz S. nicht bestätigt.

Zudem sei davon auszugehen, dass die Schwestern in gewohnter Manier dem Bruder, der mit Geld nicht umgehen konnte, unter die Arme greifen und ihm das Geld in Raten auszahlen wollten. Das ganze also nur ein Missverständnis gewesen sei.

Von Christin Schmidt

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