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Rathenow CDU stellt Antrag auf wolfsfreie Zone
Lokales Havelland Rathenow CDU stellt Antrag auf wolfsfreie Zone
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18:26 20.11.2018
Dieser Wolf durchstreifte vor zwei Jahren den Stadtteil Rathenow West. Quelle: privat
Rathenow

Der Wolf, der vor nunmehr fast zwei Jahren das Rathenower Stadtgebiet durchstreifte, hatte seinerzeit große Aufregung und kontroverse Diskussionen ausgelöst. Inzwischen sind mehr Wölfe gesichtet worden. So berichtete Stadtförster Thomas Querfurth von Wölfen im Stadtwald. Auch in den Ortsteilen wurden sie hin und wieder gesichtet. Die Raubtiere kommen von den Rudeln, die auf dem Truppenübungsplatz in Klietz leben.

„Hilferuf an die Politik“

Nun will die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Rathenow das Thema aufgreifen und Rathenow als Gebiet ausweisen lassen, das nicht zur Besiedlung mit Wölfen geeignet ist. Kurz und bündig sprechen die Kommunalpolitiker von wolfsfreien Zonen.

Solche Anträge haben christdemokratische Kommunalpolitiker inzwischen in einigen Gemeinden des Westhavellandes auf den Weg gebracht. Nun also auch in Rathenow. Andreas Gensicke, Vorsitzender der CDU-Fraktion, weiß, dass der Appell, den die Stadtverordneten bei ihrer Sitzung im Dezember verabschieden sollen, keine juristische Relevanz hat.

Andreas Gensicke hat den Antrag für die CDU ausformuliert. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Gensicke dazu: „Das ist als Hilferuf an die Politik zu verstehen, geeignete Maßnahmen gegen das Eindringen von Wölfen in bewohnte Gebiete, in Ställe und Gehege zu unternehmen. Auch im Rathenower Stadtgebiet gab es mehrere Wolfssichtungen. Die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger müssen ernst genommen werden.“

Einem Wolfsgebiet in und um Rathenow stehen nach Überzeugung der CDU überwiegend öffentliche Interessen entgegen, insbesondere der Schutz der Bevölkerung, die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus sowie die ausgeprägte natur- und artgerechte Weidetierhaltung.

Schutz des Wolfes zu lockern ist das Ziel

Wird das Papier verabschiedet, dann fordert die Stadt Rathenow die Landesregierung auf, sich gegenüber dem Bund nachdrücklich dafür einzusetzen, dass der strenge Schutz des Wolfes auf europäischer Ebene gelockert wird, da die Art nicht mehr vom Aussterben bedroht ist.

Gegenüber dem Bund soll die Stadt durchsetzen, dass der Wolf mit Jagdzeiten und Abschussquoten ins Jagdrecht aufgenommen wird, damit die Art wie anderes Wild reguliert werden kann. Auf Landesebene sind alle zulässigen Mittel auszuschöpfen, um die Zahl der Wölfe zu reduzieren.

Wölfe, gesichtet von einer Kamera im Rathenower Stadtwald Quelle: Stadt Rathenow

Dies geschieht, indem in besonders gefährdeten Regionen zum Schutz der Weidetiere Schutzjagden nach schwedischem Vorbild möglich sind, ohne rechnerisch die Entwicklung der Wolfspopulation zu gefährden. An Viehweiden wird den Tierhaltern und Jägern das Recht zugebilligt, angreifende Wölfe zur Gefahrenabwehr zu töten.

Antrag der CDU birgt Zündstoff

Dennoch sollen im Land Brandenburg – allerdings unter Ausschluss der Stadt Rathenow – Gebiete im Wolfsmanagementplan ausgewiesen werden. Vorrangig Naturreservate, Truppenübungsplätze und Tagebaukippen – in die sich der Wolf zurückziehen kann und wo er von Schutzjagden und Gefahrenabwehr unbehelligt bleibt.

Der Antrag der CDU birgt Zündstoff. Denn der Truppenübungsplatz Klietz mit dem Wolfsrudel liegt in Sachsen-Anhalt und es wird schwer, die Wege der Tiere, die bis in den Rathenower Stadtwald kommen, zu lenken.

Von Joachim Wilisch

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