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Rathenow Meistermaler begeistert vom Havelland
Lokales Havelland Rathenow Meistermaler begeistert vom Havelland
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10:17 04.08.2018
Zhang Zuying aus Shanghai malt seine Gastgeberin Magrit Kuschel Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Der Kontrast könnte stärker kaum sein: Von der chinesischen Großstadt Bejing ins beschauliche Westhavelland. Den chinesischen Künstlern Wen Guo Zhang und Zhang Zuying scheint dieser Ortswechsel aber durchaus Freude zu bereiten.

Mit wachem Blick streifen die beiden dieser Tage durch Rathenow und das Westhavelland, genießen die Weite, lassen sich inspirieren von der idyllischen Landschaft und den Menschen und nutzen jede Gelegenheit, um das Erlebte mit dem Pinsel auf die Leinwand zu bringen.

Die beiden Künstler, in ihrer Heimat echte Koryphäen, weilen auf Einladung der Teehausgalerie Potsdam in der Region und bereichern nun das 12. Künstlersymposium des Karl Mertens Kunstvereins Rathenow.

Die Teehausgalerie bemüht sich seit Jahren, den Kulturaustausch zwischen China und Deutschland voranzubringen. Davon konnte die havelländische Kreisstadt schon mehrfach profitieren. Zu verdanken ist das der gebürtigen Rathenowerin Annette Mertens, die gemeinsam mit Wu Gang die Teehausgalerie leitet und nun auch den Besuch der chinesischen Gäste organisiert hat.

Annette Mertens (r.) mit den Gästen aus China in der Stadtgalerie in Rathenow. Quelle: Christin Schmidt

Bereits am Montag kamen Wen Guo Zhang und Zhang Zuying mit ihren Ehefrauen in Rathenow an. Magrit Kuschel, seit einem Jahr Mitglied im Karl Mertens Kunstverein und selbst Hobbymalerin, nahm die Gäste aus Fernost auf und zeigte ihnen gemeinsam mit weiteren Vereinsmitglieder unter anderem die Stadtgalerie in der Berliner Straße, die der Verein seit 2015 mit Leben und Kunst füllt.

Mit einer Vernissage im Kulturzentrum, wo nun rund 20 Werke der beiden chinesischen Künstler zu sehen sind, begann dann das ereignisreiche Symposium am Dienstag. Den Auftakt ließ sich auch Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) nicht entgehen. Für das Stadtoberhaupt war es ein Wiedersehen, denn während seiner letzten China Reise durfte er Wen Guo Zhang in seinem Atelier in Bejing besuchen.

Am Mittwoch nutzte der 78-jährige Zhang Zuying die Gelegenheit und porträtierte vor den Augen eines interessierten Publikums seine Gastgeberin. Wen Guo Zhang nahm am Abend den Pinsel in die Hand. Der 74-Jährige wollte unbedingt den Semliner See zeichnen. Am Freitag trafen sich beide Künstler noch einmal in der Stadtgalerie um eine waschechte Havelländerin zu porträtieren.

Wen GuoZhang ließ es sich nicht nehmen, in der Stadtgalerie des Karl Mertens Kunstvereins eine waschechte Havelländerin zu porträtieren. Quelle: Christin Schmidt

Das war die Gelegenheit für Larissa Weber, ebenfalls Mitglied im Karl Mertens Kunstverein. Sie setzte sich mit einer Leinwand dazu und holte sich Tipps. „Das sind zwei richtige Meistermaler, das muss ich doch ausnutzen und ihnen über die Schulter schauen“, so die ehrgeizige Rathenowerin.

Auch auf dem Vereinsgelände in der Semliner Straße wurde im Rahmen des Symposiums gemalt. Dabei stand das Zeichnen mit Tusche im Vordergrund.

Annette Mertens hatte auch Treffen mit den Künstlerinnen Dana Bennewitz aus Liepe und Jordis Hammer aus Gülpe organisiert. Beide empfingen die Gäste in ihren Ateliers und gewährten bereitwillig einen Einblick in ihr Schaffen.

„Von einem solchen Besuch können alle Seiten profitieren. Wir wollen damit den Austausch fördern. Die hiesigen Künstler haben die Möglichkeit, zwei chinesischen Koryphäen bei ihrer Arbeit zu erleben und auch für unsere Gäste ist es interessant, die Ateliers havelländischer Künstler zu besuchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen“, erklärt Annette Mertens.

Wen Guo Zhang (r.) und Zhang Zuying schauen sich im Atelier von Dana Bennewitz in Liepe um. Quelle: Christin Schmidt

Ihr ist es zu verdanken, dass es überhaupt einen Austausch geben konnte, denn Wen Guo Zhang und Zhang Zuying sprechen weder Deutsch noch English. Also übersetzte Annette Mertens, die fließend Chinesisch spricht. Ihr Wunsch ist es, dass die Begegnung Früchte trägt und einige Havelländer die Einladung nach China wahrnehmen.

Noch eine Woche bleiben Wen Guo Zhang und Zhang Zuying in Potsdam. Mitte August fliegen alle vier zusammen nach Moskau. Einen Monat nehmen sie sich Zeit um Russland kennen zu lernen. „Allerdings ohne Pinsel und Leinwand“, erklärt Wen Guo Zhangs Frau.

Bevor die vier Deutschland wieder verlassen, möchte ihr Mann aber noch einmal die Pfaueninsel in Berlin besuchen und dort mitten in der Natur seine Leinwand aufstellen. Das hat er 2016 schon einmal getan.

Wer einen Einblick in das Werk der beiden chinesischen Künstlerkoryphäen bekommen möchte, sollte in den nächsten Tagen das Rathenower Kulturzentrum besuchen. Dort sind in der zweiten Etage noch bis zum 20. August einige ihrer Bilder zu sehen, darunter viele Porträts und Landschaften.

Wen GuoZhang und Zhang Zuying

Wen GuoZhang wurde in Bejing geboren. Er machte 1965 seinen Abschluss an der Abteilung für Ölgemälde der Zentralen Akademie der Künste in China.

1980 nahm er an postgradualen Kursen der Fakultät für Druckgrafik der Akademie der Künste teil und arbeitete an der Alma Mater als Professor und Tutor von Doktoranden.

Zhang Zuying wurde in Shanghai geboren und lebt heute in Bejing. 1963 machte er seinen Abschluss der Zentralen Akademie der Künste.

Beide Künstler haben sich auf das Malen mit Ölfarben spzialisiert.

Ihre Bilder sind unter anderem in der chinesischen Nationalgalerie ausgestellt und nun auch im Rathenower Kulturzentrum

Von Christin Schmidt

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