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Rathenow Der Mann fürs Grüne auf dem Golfplatz
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12:21 28.09.2018
Chef-Greenkeeper Hermes Engler ist mit seinem Team verantwortlich für den Zustand des Golfplatzes. Quelle: Markus Kniebeler
Semlin

Der Rückblick auf einen der trockensten Sommer der Region wird bei vielen Gartenbesitzern Erinnerungen an einen Bewässerungsmarathon wachrufen. Und dennoch – davon zeugen braune Rasenflächen allerorts – hat so mancher kapituliert.

Kapitulation ist für Hermes Engler keine Option. Der Mann hat dafür Sorge zu tragen, dass auf dem Semliner Golfplatz die Grüns ihrem Namen Ehre machen. Und auch die Spielbahnen dazwischen sollen möglichst nicht an eine Steppenlandschaft erinnern.

1000 automatische Regner

Rund 150 Hektar groß ist der 1993 erbaute Semliner Golfplatz.

Wer eine komplette Runde mit 18 Löchern absolviert, legt rund zehn Kilometer zurück. Gute Spieler schaffen das in dreieinhalb bis vier Stunden.

Neun Grünexperten – so genannte Greenkeeper – kümmern sich um die Pflege der Anlage.

Die automatische Beregnungsanlage auf dem Golfplatz besteht aus einem rund 20 Kilometer langen Rohrleitungsnetz, an dem rund automatische 1000 Regner hängen.

Engler ist Head-Greenkeeper im Golf Resort Semlin. Gemeinsam mit acht Mitarbeitern kümmert er sich darum, dass auf dem rund 150 Hektar großen Gelände alles seine Ordnung hat – die Wiesen gemäht, die Bäume und Sträucher in Form gebracht, der Sand in den Bunkern gerecht. Kurzum: Der Platz muss in einem Top-Zustand sein. Darunter geht es nicht.

Dass der zurückliegende Sommer eine besondere Herausforderung war, bestreitet der Mann, der seit dem Jahr 2000 auf dem Golfplatz arbeitet, nicht. „Einen derart trockenen Sommer habe ich noch nicht erlebt“, sagt er. Von Mitte April bis Ende August habe es praktisch keinen nennenswerten Niederschlag gegeben. Mit einer Ausnahme. Bis auf ein Gewitter am 2. August, bei dem 63 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fielen.

Tropfen auf dem heißen Stein

Doch das war der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. An allen anderen Tagen war die automatische Bewässerungsanlage im Dauereinsatz. Die genaue Zahl ist noch nicht ermittelt, aber eines ist klar: So viel Wasser wie in diesem Jahr wurde auf dem Golfplatz noch nie verbraucht. „Rund 30 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen Sommer“, schätzt Engler.

Oberste Priorität bei der Pflege und Wässerung haben die Grüns, auf welche die Spieler ihren Ball schlagen müssen, um ihn dann ins Loch zu putten. Glatt wie ein Teppich fühlt sich der Rasen an, der jeden Tag gemäht wird. Drei Millimeter kurz sind die Halme. Damit der Ball gleichmäßig rollt, darf es keine verbrannten Stellen geben.

72 Bunker machen den Golfern auf der Semliner Anlage das Leben schwer. Auch die Sandlöcher müssen täglich gepflegt werden. Quelle: Markus Kniebeler

Auf jedem der 27 Grüns (plus die Grüns auf dem Übungsplatz) sind jeweils 4-5 Regner installiert. Abends ab 8 Uhr startet die automatische Beregnung. Sukzessive werden in der Nacht alle Grüns gewässert. Und auch die Spielbahnen zwischen den Abschlägen und den Grüns – manche sind über 400 Meter lang – sind an die automatische Beregnungsanlage angeschlossen. Insgesamt sind auf dem Golfplatz rund 1000 Regner installiert.

Während es bei der Pflege der Grüns keine Kompromisse gibt, sind die Kriterien bei der Pflege der Bahnen nicht ganz so streng. Dass es dort trockene Stellen gebe, sei in einem solchen Sommer nicht zu verhindern, sagt Engler. Aber in der Regel hätten die Spieler dafür Verständnis. „Golf ist ein Sport, der nun mal in der freien Natur stattfindet“, sagt der Grün-Experte. Da müsse man damit leben, dass die Natur die Bedingungen bestimme.

Wasserversorgung nicht gefährdet

Der Semliner Platz profitiert nach Auskunft Englers von dem relativ hohen Grundwasserspiegel. Selbst während der vergangenen Dürremonate hätten die Pumpen ausreichend Wasser gezogen. Plätze in anderen Regionen Deutschlands hätten da größere Schwierigkeiten gehabt.

Jetzt, zum Herbstbeginn, hat sich die Lage – was die Wasserversorgung angeht – normalisiert. Nach kühlen Nächten erholen sich die morgens taubedeckten Grünflächen von dem vergangenen Trockenstress. Und wenn wieder regelmäßig regnet, kann die Bewässerungsanlage auch mal ausgeschaltet bleiben.

Genug zu tun hat das Team um Hermes Engler aber auch in der dunklen Jahreszeit. Baumschnitt, Strauchpflege, Instandhaltung der millionenschweren Gartentechnik. „Arbeit ist immer“, sagt Engler. Demnächst steht Laubsammeln auf dem Programm. 300 Kubikmeter kommen da zusammen. Die fegt man nicht an einem Tag auf.

Von Markus Kniebeler

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