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Rathenow Die Wohngeldstelle zieht ins Landratsamt
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13:01 26.09.2018
Noch hält Bärbel Gröning in der Wohngeldstelle im Rathaus die Stellung. Ab Januar wird sie im Bildungsbereich eingesetzt. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Die Tage der Wohngeldstelle im Rathenower Rathaus sind gezählt. Ab dem 1. Januar 2019 wird der Landkreis die Aufgabe von der Stadt übernehmen.

Hintergrund dieser Aufgabenübertragung sind stetig sinkende Antragszahlen im Rathenower Rathaus. Das hat vor allem mit der veränderten Rechtslage zu tun. Seit Einführung der Hartz IV-Gesetze, denen zufolge Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter nicht mehr wohngeldberechtigt sind, habe es einen stetigen Rückgang der Antragszahlen gegeben, sagt Rathenows 1. Beigeordneter Hans-Jürgen Lemle.

Rückgang der Antragszahlen

In der Wohngeldstelle landen seitdem noch jene Menschen, deren Anträge auf Transferleistungen (Hartz IV) aus welchen Gründen auch immer abgelehnt wurden. Rentner beispielsweise, die knapp über der Bemessungsgrenze liegen, und die deshalb Anspruch auf Wohngeld haben. Im vergangenen Jahr seien in der Rathenower Wohngeldstelle 464 Anträge bewilligt worden, so Lemle. Zum Vergleich: Im Jahr 2004, dem letzten vor Einführung der Hartz-IV-Reform, waren es über 2200.

Für die zwei Mitarbeiterinnen, die derzeit in der Wohngeldstelle ihren Dienst tun, reicht die Arbeit eigentlich nicht mehr. Aber das Büro muss mit mindestens zwei Mitarbeitern besetzt sein, weil in Wohngeldangelegenheiten das Vier-Augen-Prinzip gilt. Weil eine der beiden nun in Rente geht, stellte sich die Frage, die Stelle neu zu besetzen. Oder die Aufgabe dem Kreis zu übertragen, der ebenfalls eine Wohngeldstelle unterhält.

Zustimmung in Kreistag und SVV

Für letztere Variante gab es in der Stadtverordnetenversammlung im März eine Mehrheit. Und auch der Kreistag stimmte dem Beschluss zu. Nach der Bewilligung durch das Innenministerium am 10. September steht dem Übergang nichts mehr im Wege.

Die Stadt wird dem Kreis die Kosten für eine Personalstelle überweisen. Trotzdem profitiert Rathenow von der Sache. Denn Bärbel Gröning, die seit 1991 in der Wohngeldstelle beschäftigt ist, kann dann ab dem 1. Januar im Sachgebiet Bildung eingesetzt werden, wo Unterstützung dringend benötigt wird.

„Das ist ein gutes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit“, sagt Lemle. In die Wohngeldstelle des Kreises, die ungleich größer sei, könne der Rathenower Kundenstamm ohne Probleme integriert werden. Für die Antragsteller ändert sich übrigens nicht allzu viel. Statt ins Rathaus müssen sie sich ab dem kommenden Jahr ein paar hundert Meter weiter ins Kreishaus begeben. Eine unzumutbare Belastung ist das jedenfalls nicht.

Von Markus Kniebeler

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