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Rathenow So wird eine alte DDR-Platte zerlegt
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19:51 14.06.2018
Platte für Platte wird aus dem Gebäudeteil in der Forststraße 1 herausgehoben. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Wer sich bislang nichts unter einem Plattenbau vorstellen konnte, der hat derzeit Gelegenheit, kostenlosen Anschauungsunterricht zu bekommen. Die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) lässt den Block in der Forststraße 1-2 abreißen.

Es handelt sich um ein Gebäude der in der DDR populären Wohnungsbauserie 70 (WBS 70). Rund 650 000 Wohnungen wurden seit Anfang der 70er Jahre auf diese Weise errichtet.

Neubau und Modernisierung

Zwei Neubauprojekte und ein Modernisierungsvorhaben will die KWR bis Ende des kommenden Jahres umsetzen.

In der Forststraße 1-2 wird ein Block mit zwölf Mietwohnungen und einer Wohngemeinschaft für Menschen mit demenziellen Erkrankungen entstehen.

In der Fehrbelliner Straße 1-2 wird ein Viergeschosser gebaut. Auch hier soll neben Wohnungen in Obergeschossen im Erdgeschoss eine Demenz-WG entstehen.

Parallel zu diesen Neubauvorhaben lässt die KWR den Block in der Berliner Straße 61-66 sanieren.

Beim Abriss kann man die Konstruktionsweise des Gebäudes gut nachvollziehen. Denn die vorgefertigten Betonteile – die Platten – müssen einzeln demontiert und per Kran herausgehoben. So arbeiten sich die Abbruchspezialisten vom Dach durch bis zum Keller.

Das ist ein aufwendiges Verfahren. Normalerweise geht es bei einem Abriss brachialer zu. Da werden die Teile mit einem Greifer herausgebrochen oder per Abrissbirne zertrümmert. Das ist aber bei dem westlichen Teil des Blocks mit der Adresse Forststraße 1 nicht möglich. „Dieser Block grenzt nahtlos an den sanierten Wohnblock in der Goethestraße 4a an“, erklärt KWR-Mitarbeiterin Monika Rißmann. Deshalb müsse so behutsam und erschütterungsfrei wie möglich vorgegangen werden.

Erschütterungen sollen vermieden werden

Allerdings ist es nicht so einfach, die Betonfertigteile herauszuziehen. Bevor man eine Platte in Angriff nehme, seien die benachbarten Platten am Boden zu fixieren, erklärt Rißmann. „Sonst fällt die Etage zusammen wie ein Kartenhaus.“ Und die dabei entstehende Erschütterung wolle man unbedingt vermeiden.

Die lückenlose Nachbarschaft der Gebäude in der Goethe- und der Forststraße hat die Planer vor eine weitere Herausforderung gestellt. Die gemeinsame Verbindungswand zwischen beiden Blöcken wäre nach dem Abriss aus statischen Gründen nicht zu halten gewesen. Deshalb wurde sie vor dem Anrücken der Bagger mit einem aufwendigen Stahlskelett stabilisiert.

Die Verbindungswand zum benachbarten Block in der Goethestraße musste vor dem Abriss mit einer Stahlkonstruktion stabilisiert werden. Quelle: Markus Kniebeler

Bis Ende der kommenden Woche wird es Rißmann zufolge dauern, bis man den Teilblock Forststraße 1 auf die beschriebene Weise auseinandergefriemelt hat. Der Abriss der Gebäudeteile Forststraße 1a und 2 werde dann schneller gehen. Weil diese ohne direkte Verbindung zu Nachbargebäuden sind, kann der Abriss auf herkömmliche Weise erfolgen.

Voraussichtlich Ende Juli sollen die Abrissarbeiten beendet werden. Der Schutt wird dann abtransportiert, die Baugrube wird verfüllt sein. Dann ist Platz für den geplanten Neubau, den die KWR bis Ende des kommenden Jahres hochziehen will.

Senioren-WG im Erdgeschoss

Im November soll es losgehen. Im Erdgeschoss des Neubaus wird nach Auskunft von KWR-Chef Hartmut Fellenberg eine Senioren-WG für Menschen mit demenziellen Erkrankungen eingerichtet. In den drei Obergeschossen entstehen zwölf Mietwohnungen mit Wohnflächen zwischen 70 und 120 Quadratmetern, die über Aufzüge alle barrierefrei zu erreichen sind. Alle Wohnungen werden mit großzügigen Balkonen versehen.

Gestalterisch wird der Neubau den sanierten KWR-Blocks in der Goethestraße ähneln. Allerdings wird in den Fassaden ein neues Element auftauchen. Neben den Farben Schwarz und Weiß sollen rote Ziegelflächen für zusätzliche Farbtupfer sorgen. Als Reminiszenz an die Epoche der Ziegelherstellung, die dem Westhavelland im 19. Jahrhundert zu überregionaler Bedeutung verhalf.

Von Markus Kniebeler

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