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Rathenow Eine echter Aufbauhelfer
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18:07 27.04.2018
Berthold Kiefer, langjähriger Bürgermeister von Freiburg, half im Jahr 1990 beim Aufbau der Rathenower Verwaltung. Quelle: privat
Rathenow

Berthold Kiefer, langjähriger Bürgermeister der Stadt Freiburg im Breisgau, ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Warum das hier, im Rathenower Lokalteil der Märkischen Allgemeinen, steht? Weil Berthold Kiefer beim Aufbau der neuen Rathenower Verwaltungsstrukturen nach der Wende entscheidend mitgeholfen hat. „Wir in Rathenow sind Berthold Kiefer zu großem Dank verpflichtet“, sagte Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger am Freitag, nachdem er vom Tod Kiefers erfahren hatte.

Kiefer war im Sommer 1990 nach Rathenow gekommen. Der Kontakt mit dem Sozialdemokraten war bei einem SPD-Parteikongress in Berlin über den Rathenower SPD-Mann Klaus Müller hergestellt worden. Hans-Jürgen Lünser, damals Bürgermeister von Rathenow, rief daraufhin in Freiburg an und fragte Kiefer, ob er beim Aufbau der Rathenower Verwaltung Amtshilfe leisten wolle. „Berthold Kiefer hat nicht lange gezögert und zugesagt“, erinnert sich Lünser.

Mann mit kommunalpolitischer Erfahrung

Einen kommunalpolitisch erfahreneren Mann hätten die Rathenower kaum finden können. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1987 hatte der studierte Jurist 23 Jahre lang das Freiburger Sozialamt geleitet, das mit Abstand größte Dezernat der Stadtverwaltung. Weil sich Kiefer noch fit fühlte und ihm die Wiedervereinigung eine Herzensangelegenheit war, stürzte er sich in das Abenteuer-Ost. Sechs Monate lang dauerte sein Engagement im Havelland, ganze drei Mal kehrte er in dieser Zeit nach Freiburg zurück.

Vom Juni bis November 1990 lebte Berthold Kiefer (re.) im Haus des frisch gewählten Rathenower SPD-Stadtverordneten Hartmut Rubach. Dessen Kinder schlossen den neuen Mitbewohner schnell ins Herz. Quelle: privat

Dass Kiefer nicht in einem Hotel logierte, sondern im Hause von Hartmut Rubach Unterkunft fand, sagt viel über seine Einstellung. Er wollte die Zeit in einer ihm bis dahin völlig fremden Region Deutschlands nutzen, um Land und Leute kennen zu lernen. „Bei den Rubachs lebte ich gewissermaßen als fünftes Familienmitglied”, hat Kiefer in einer Rede aus Anlass seines 80. Geburtstags gesagt. „Ich spürte Menschlichkeit in einer mir fremden Landschaft und Welt, die mir bis dahin nur literarisch nahe war durch Theodor Fontanes ’Wanderungen durch die Mark Brandenburg’.“

Nicht immer reibungslos

Dass die Zusammenarbeit zwischen dem Mann aus dem Südwesten der Republik und den Rathenower Rathausmitarbeitern nicht immer reibungslos verlief, verschweigt Hans-Jürgen Lünser nicht. In seinem Tatendrang habe Kiefer bisweilen wenig Verständnis für die Biographien und Befindlichkeiten der Menschen im Havelland aufgebracht, sagt er. Allerdings habe sich das Verhältnis von Tag zu Tag verbessert. Nach Beendigung seines Einsatzes habe Kiefer in einer kleinen Abschiedsrede gesagt, er hätte nicht geglaubt, in seinem Alter noch so viel lernen zu können.

Der Kontakt des Seniors zu der Stadt Rathenow ist nie abgerissen. „Wir haben uns gegenseitig zum Geburtstag angerufen und auch zwischendurch immer mal wieder telefoniert“, sagt Ronald Seeger. „Wenn es irgendwie geht, werde ich an seiner Beisetzung teilnehmen.“

Hartmut Rubach erinnert sich an etliche Besuche seines einstigen „Mitbewohners“ in Rathenow. Stets habe er mit ihm kreuz und quer durch die Stadt fahren müssen. „Mensch, ihr habt das wirklich toll hingekriegt“, habe Kiefer dann immer anerkennend gesagt.

„Wir werden Berthold Kiefer in allerbester Erinnerung behalten“, so Ronald Seeger abschließend. „Er war ein Guter!“

Von Markus Kniebeler

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