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„Exposé wird vom Entwurf nicht beachtet“

Packhof-Votum in der Kritik „Exposé wird vom Entwurf nicht beachtet“

Sind sie schlechte Verlierer oder treibt sie die Sorge um, dass es sich bei der Vorentscheidung für das große Hotel am Packhof um ein abgekartetes Spiel handelt? Drei Stadtverordnete haben schwere Vorwürfe erhoben. Unterschrieben ist der Brief von Daniel Keip (SPD), Birgit Patz (Fraktion Die Linke) und Martina Marx (Grüne).

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Protest-Picknick auf dem Packhof gegen die favorisierte Bebauung.

Quelle: JAST

Brandenburg/H. Sind sie schlechte Verlierer oder treibt sie die Sorge um, dass es sich bei der Vorentscheidung für das große Hotel am Packhof um ein abgekartetes Spiel handelt Drei Stadtverordnete, die selbst in der Vorauswahl-Jury saßen, haben jetzt in einem offenen Brief Vorwürfe erhoben und auf Unzulänglichkeiten aufmerksam gemacht. Unterschrieben ist der Brief, der der MAZ vorliegt, von den Stadtverordneten Daniel Keip (SPD), Birgit Patz (Fraktion Die Linke) und Martina Marx (Grüne).

Die drei meinen, dass die Vorgaben des durch die SVV erarbeiteten Exposés an vielen Stellen vom favorisierten Entwurf nicht beachtet wurden. Tatsächlich war im Exposé, das erstellt wurde, nachdem die ersten Hotelpläne der RIMC vorlagen, gefordert: Die Hotelnutzung dürfe in der Fläche, Qualität und Lagegunst den Wohnstandort nicht in die zweite Reihe verdrängen. Die Architektur des Hotels müsse sich in das historische Umfeld einfügen. Bei der Bebauung seien die Sichtachse zwischen Jahrtausendbrücke und dem Dom zu berücksichtigen. Und die Höhe der Bebauung solle sich in Richtung der Niederhavel an der niedrigen zwei bis dreietagigen Bebauung auf den anderen Flussseite orientieren.

„All diesen Vorgaben des Exposé wird der Entwurf von premero, der als Sieger bestimmt wurde, nicht gerecht“, heißt es in dem Schreiben. Es sei im Gegenteil so, dass die jetzt zur Vorlage für die SVV vorgeschlagene „städtebauliche Ideensammlung viele Schwächen hat“, die sich nachteilig auf die Entwicklung des Quartiers auswirken werden. Hotel und Wohnen seien nicht gleichwertig am Ufer angesiedelt, die Konzeptskizze mache deutlich, „dass das Wohnen verdrängt und dem Hotel untergeordnet wird.“

Die Einfügung des Hotelriegels orientiere sich nicht an den gründerzeitlichen Strukturen der angrenzenden Straßenzüge oder greife Form und Struktur der gegenüberliegenden Altstadtseite auf. Auch die Höhe des Gebäude mit fünf Stockwerken weiche von den Vorgaben des Exposés ab.

Die gute Lage des Hotels werde zum Nachteil des Quartiers erkauft und verdränge die historisch gewachsenen Sicht- und Funktionsbeziehungen der Stadt. Durch die Einbettung eines dreigeschossigen Parkhauses mit den Abmaßen 40 mal 40 Meter in der Quartiersmitte werde die Chance der Ausbildung eines Quartierszentrums vollständig verbaut. Weder die Position noch die Konzeption dieses Quartiersparkhaus mit bis zu 450 Stellplätzen könnten überzeugen.

Beim Ideenkonzept handele es sich um eine „sterile und zusammenhanglose Skizze eines Hotels plus aus Verlegenheitsgründen ergänzten Wohnbauten.“

Der Verlauf des Bewertungsverfahrens „war aus unserer Sicht völlig unzureichend. Die in mehreren Stunden intensiver Arbeit im Gremium herausgearbeiteten Bewertungskriterien spielten letztlich für die Entscheidung genau die selbe Rolle wie das mehrheitlich beschlossene Exposé, nämlich keine.“ Auch der Vorsitzende der Architektenkammer Bernhard Schuster, der die Arbeitsgruppe leitete, bekommt sein Fett weg. Er habe ein „sehr zweifelhafte Rolle“ gespielt. Obschon als Fachmann für Architektur und Städtebau in das Bewertungsgremium berufen, habe er zu diesen Themen kein Wort gesagt.

Man hätte gern von Schuster gewusst, warum er als Architekt zu den acht Befürwortern (bei fünf Gegenstimmen) gehörte, obwohl er wisse, dass die kolossalen Strukturen für die kleinteilige historische Innenstadt kaum passe.

Tatsächlich wurden die im Brief gemachten Vorwürfe bereits vor einer Woche am Rande der Sitzung laut. Allerdings ließen die acht Ja-Stimmen keinen Zweifel erkennen, dass ihnen die Sieger-Idee die sich trotz des neuen Exposés in keiner Linie vom Ursprungsplan unterschied, hervorragend gefiel.

Von Benno Rougk

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