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Rathenow Fahrtraining für Rettungskräfte
Lokales Havelland Rathenow Fahrtraining für Rettungskräfte
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15:37 29.10.2018
Ruhe, Zuversicht und volle Konzentration: Das Durchfahren einer wassergefüllten Senke will gelernt sein. Quelle: Kay Harzmann
Havelland

Wenn Rettungskräfte alarmiert werden, dann wird es als selbstverständlich vorausgesetzt, dass diese so schnell wie möglich am Einsatzort sind. Allerdings ist das einfacher gedacht als getan. Vor allem, wenn die Helfer mit schwerem Gerät in unwegsamem Gelände unterwegs sind, wird ihnen einiges abverlangt.

„Die Fahrer müssen genau einschätzen, was sie sich und der Technik abverlangen können“, sagt Oliver Lienig, der Rathenower Ortswehrführer. „Am Ende geht es darum, dass Fahrzeug und Besatzung sicher zum Einsatzort gelangen“, ergänzt Sebastian Lodwig, Leiter des THW Ortsverbandes Rathenow. Denn niemandem sei geholfen, wenn das Team stecken bleibe oder sich selber in Gefahr bringe.

Rund 60 Rettungskräfte aus dem Havelland haben ein Fahrsicherheitstraining auf dem Parcours des Truppenübungsplatzes Klietz absolviert. Profis brachten ihnen bei, wie man Fahrzeuge sicher durch unwegsames Gelände manövriert.

Um dieses letzt genannte Risiko zu minimieren, haben havelländische Rettungskräfte jetzt erstmals an einem Fahrsicherheitstraining teilgenommen. Einen ganzen Samstag lang waren 60 Vertreter der Feuerwehren Rathenow und Premnitz, des THW Ortsverbandes Rathenow und des Rettungsdienstes der Havelland-Kliniken auf dem Parcours des Truppenübungsplatzes Klietz im Einsatz, um zu trainieren, wie man Einsatzfahrzeuge sicher durchs Gelände steuert.

Professionelle Fahrlehrer des Panzerpionierbataillons Havelberg gaben Tipps und wichtige Ratschläge. Und sie taten dies unentgeltlich. „Das war eine Anerkennung unserer ehrenamtlichen Arbeit“, sagt Lienig. „Und ein ganz starkes Signal der Solidarität.“

Höchste Konzentration

Der Parcours, unweit der Panzerübersetzstelle in Göttlin gelegen, konfrontierte die Fahrer mit allen nur denkbaren Schwierigkeiten. Die Retter wurden durch wassergefüllte Senken geschickt, sie mussten extrem steile Böschungen hochfahren, Geröllstrecken bewältigen, durch einen Slalomparcours manövrieren und sich in tiefem Sand behaupten. Nur mit höchster Konzentration konnten die Aufgaben bewältigt werden.

„Viele unserer Fahrer haben zum ersten Mal die Grenzen ihrer Fahrzeuge austesten dürfen“, sagt Lienig. Die Lehrer mit ihrer Erfahrung hätten den Teilnehmern ein Gefühl dafür vermittelt, was geht. Und wann es eben nicht mehr geht.

Als Beispiel nennt Lienig einen Steilhang, bei dessen Anblick nahezu alle Fahrer erst einmal den Motor abgestellt hätten. „Da rauf? Niemals“ sei die vorherrschende Haltung gewesen. Nach und nach hätten sich die Fahrer nach fachgerechter Unterweisung doch den Berg hochgetraut. Und seien überrascht gewesen über die Leistungsfähigkeit ihrer Technik.

Fahren mit Bedacht

Die Grenzen austesten heißt aber auch, einzusehen, dass bestimmte Dinge nicht gehen. „Fahren mit Bedacht“ lautete die Devise, so Lodwig. Denn der Fahrer habe ja nicht nur die Verantwortung für die Menschen, die er transportiere, sondern auch für das Material, das nicht grundlos beschädigt werden soll. Dieses Verantwortungsgefühl sei bei dem Lehrgang auf jeden Fall gestärkt worden, sagt Lodwig.

Sieht aus wie eine einfache Übung, hat aber ihre Tücken: Wer Bahngleise überquert, muss das im richtigen Winkel tun. Quelle: Kay Harzmann

Die Notwendigkeit eines solchen Trainings stand selten so außer Zweifel wie nach diesem Sommer. Vor allem die Waldbrände, die sich in der Regel auf unwegsamem, schlecht erreichbarem Gebiet ereignen, haben die Einsatzkräfte immer wieder vor Probleme gestellt. Und da ist es hilfreich zu wissen, wie man eine steile, sandige Böschung hochfährt. Genau so etwas wurde auf der Strecke geschult.

„Die Aufgaben, die die Fahrer zu bewältigen hatten, waren alle sehr praxisnah“, lobt Oliver Lienig. Trainiert worden seien Situationen, die immer wieder auftreten. Das Rangieren in beengten Verhältnissen etwa oder das Überqueren von Bahngleisen. „Das waren alles realistische Szenarien“.

Positive Resonanz der Teilnehmer

Die Resonanz der Teilnehmer nach der über achtstündigen Trainingseinheit war durch die Bank positiv. „Unsere Leute haben enorm viel mitgenommen von dem Tag“, sind sich die beiden Führungskräfte einig.

Und es sei nicht nur die Fahr- und Technikschulung gewesen, von der die Retter profitieren. Der Tag im Gelände habe auch einen positive Effekt auf Kameradschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl gehabt, sagt der Rathenower Ortswehrführer. So ein intensives Training schweiße zusammen, auch über die Grenzen der eigenen Einheit hinaus.

Das sandige Gelände des Truppenübungsplatzes stellte die Fahrer vor einige Herausforderungen. Quelle: Kay Harzmann

Weil die Bilanz nach der Premiere so positiv ausfällt, soll das Training nicht das letzte gewesen sein. „Wir sind uns einig, dass es sinnvoll ist, so etwas regelmäßig stattfinden zu lassen“, sagt Sebastian Lodwig, Die Verantwortlichen der Bundeswehr hätten bereits Bereitschaft zu weiteren Trainingseinheiten signalisiert.

Zu einer solchen Veranstaltung gehört, dass nicht immer alles glatt geht. Ein Zwillingsreifen hat die Fahrt durchs Geröll nicht überlebt. Und einige der Fahrer sind in Sand und Matsch stecken geblieben. Dann musste mit vereinten Kräften gebuddelt werden, um die Kisten wieder in Gang zu bekommen. Selbst dabei konnten die Ausbilder wertvolle Tipps geben. Denn auch das fachgerechte Freischaufeln eines festgefahrenen Lkw will gelernt sein.

Von Markus Kniebeler

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