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Rathenow Möthlower Gärrest-Anlage hat nicht viele Fans
Lokales Havelland Rathenow Möthlower Gärrest-Anlage hat nicht viele Fans
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02:17 14.09.2015
Andreras Tutzschke leitete die Gemeindevertretersitzung Quelle: Norbert Stein
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Möthlow

Auf einer Landwirtschaftsfläche am Ortsrand von Möthlow (Gemeinde Märkisch Luch) plant die Biogas- Projekt GmbH ein Gärreste-Endlager zu errichten. Dafür hat das Unternehmen beim Bauordnungsamt der Kreisverwaltung Havelland einen Bauantrag gestellt. Ihr Einverständnis dazu haben am Donnerstagabend die Abgeordneten von Märkisch Luch mit Mehrheit gegeben. Projektplaner Roman Motzko erläuterte vor der Abstimmung den Abgeordneten und Einwohnern das Projekt. Das Endlager werde einen Durchmesser von 26 Meter und eine Höhe von acht Meter plus Gashaube haben, erklärte Motzko. Es werde von der Höhe wenig zu sehen sein wird, sagte der Projektplaner weiter. Als Ausgleich für den Bau ist der Abriss einer alten Stallanlage am Ortseingang von Möthlow vorgeschlagen worden.

4300 Kubikmeter Gärreste aus Gollwitz

Gefüllt werden soll das Endlager mit 4300 Kubikmeter flüssigen Gärresten aus Biogasanlagen in Gollwitz bei Brandenburg an der Havel. Betrieben werden in Gollwitz zwei Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,3 Megabit. Zu diesen Unternehmen gehört auch die in Märkisch Luch 1000 Hektar bewirtschaftende BS Agrarproduktions GmbH. Geerntet werden überwiegend Mais, Gras und andere Grünprodukte für die Einlagerung in Silos. Bestimmt ist die Silage zur Versorgung der Biogasanlagen in Gollwitz. Roman Motzko zufolge werden jährlich rund 4000 Tonnen Silage von Möthlow nach Gollwitz gefahren.

Ausgestattet sind die Fahrzeuge mit Spezialaufbauten, mit denen sowohl Silage als auch flüssige Gärreste transportiert werden können. Um Leerfahrten zu vermeiden sollen die Spezialfahrzeuge nach Fertigstellung des Endlagers Gärreste nach Möthlow bringen und auf der Rückfahrt Silage mitnehmen. Dadurch würden nur wenige zusätzliche Transporte notwendig, insbesondere zur Erstbelieferung des Endlagers.

Neue Düngeverordnung gab den Ausschlag

Neben den wirtschaftlichen Aspekten ein weiterer Grund zum beabsichtigten Bau des Endlagers ist die vorgesehene Veränderung der Düngeverordnung. Wann diese neue Verordnung in Kraft tritt, steht noch nicht fest. „Aber sie kommt und wird eine Erweiterung der Lagerkapazität für flüssige Gärreste aus Biogasanlagen von derzeit sechs auf neun Monate verlangen. Verringern werden sich die Fristen in denen Gärreste ausgebracht werden dürfen auf den Flächen“, sagte der Projektplaner.

Was bedeutet Biogas?

Biogas ist ein brennbares Gas, das durch Vergärung von Biomasse jeder Art entsteht. Es wird in Biogasanlagen hergestellt, wozu sowohl Abfälle als auch nachwachsende Rohstoffe vergoren werden.

Das Präfix Bio weist auf die „biotische“ Bildungsweise im Gegensatz zum fossilen Erdgas hin, nicht auf eine Herkunft aus ökologischer Landwirtschaft. Das Gas kann zur Erzeugung von elektrischer Energie, zum Betrieb von Fahrzeugen oder zur Einspeisung in ein Gasversorgungsnetz eingesetzt werden. Für die Verwertung von Biogas ist der Methananteil am wichtigsten, da seine Verbrennung Energie freisetzt.

Die Bezeichnung Biogas wird zusammenfassend für energiereiche Gase verwendet, die unter anoxischen Bedingungen durch Mikroorganismen aus biotischen Stoffen gebildet werden.

Richtig überzeugen konnte er von den geplanten Bau des Endlagers die Gemeindevertreter nicht. Die Gärreste würden üble Gerüche, sagten einige Einwohner. Sie zweifeln auch an, dass die Gärreste nach Ausbringung auf den Flächen sofort fachgerecht in den Boden eingearbeitet werden. „Wenn die Umweltparameter nicht eingehalten werden würden, dann wäre ich nicht hier. Dann wäre die Anlage nämlich nicht genehmigungsfähig“, versuchte der Projektplaner ihnen die Sorgen zum Endlager zu nehmen.

Knappe Entscheidung für den Bau

„Die ordnungsgemäße Einbringung der Gärreste“ ist eine andere Angelegenheit“, sagte Bürgermeister Andreas Tutzschke mit dem Hinweis an die Abgeordneten, dass sie nur über die gemeindliche Zustimmung für den Bau des Endlagers zu entscheiden haben. Dafür stimmten drei Abgeordnete, zwei Abgeordnete dagegen und zwei Gemeindevertreter enthielten sich der Stimme.

Von Norbert Stein

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