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Gegenwehr vom Grünauer Weg

Fremdenfeindliche Rathenower? Gegenwehr vom Grünauer Weg

Fremdenfeindliche Ansichten oder demokratische Meinungsäußerung? In Rathenow haben 903 Anwohner gegen den Bau eines Asylbewerberheims am Grünauer Weg unterschrieben. Die Listen wurden auf der Stadtverordnetenversammlung übergeben.

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Rathenow. Nicht wenige Anwesende wähnten sich gestern vor dem Kulturzentrum auf der falschen Veranstaltung. Für 15.30Uhr hatte der Rathenower Mathias Hohmann zur zweiten Demonstration gegen die Verkehrseinengung durch Betonpoller an der Jederitzer Brücke aufgerufen. Zur gleichen Zeit entrollten aber Bürger ein Transparent, das von 903 Unterschriften gegen den Bau eines Asylbewerberheims am Grünauer Weg kündete. Sofort stellte sich ein junger Mann mit einem Transparent „Refugees welcome“ („Flüchtlinge willkommen“) daneben.

Nicht lange dauerte es, dann hatte eine Gruppe mit Einzelbuchstaben die Worte „Flüchtlinge willkommen“ gebildet. Was war los? Anwohner aus der Umgebung des Grünauer Wegs hatten im Internet mitgeteilt, dass sie auf der Stadtverordnetentagung um 16Uhr ihre Unterschriftensammlung übergeben werden. Daraufhin hatten Mitglieder des Ausschusses „Tolerante Stadt Rathenow“ kurzfristig ein Zusammentreffen organisiert, um gegen die mutmaßliche Fremdenfeindlichkeit „Flagge zu zeigen“. Zu Beginn mögen 120 Personen das Geschehen verfolgt haben, kurzfristig sammelten sich bis zu 150 Leute an. Doch schon bald gingen viele wieder fort und die Zahl der Anwesenden sank deutlich.

Die Sprecher der Anwohner, Ron Brüggemann und Jörg Gottschalk, hielten keine Ansprache. Sie und ihre Unterstützer legten in vielen Einzelgesprächen aber Wert darauf, weder fremdenfeindlich zu sein noch in die rechte Ecke zu gehören. Dies sei ein „Totschlagargument“, sagte Ron Brüggemann dann etwas später in der Einwohnerfragestunde vor den Stadtverordneten, so werde jede demokratische Meinungsäußerung unterbunden. „Warum werden Asylbewerber nicht in leer stehendem Wohnraum innerhalb des gesamten Landkreises inclusive Osthavelland untergebracht?“, fragte er: „So integriert man Asylsuchende.“ Er forderte Bürgermeister Ronald Seeger auf, die Unterschriftenlisten an den Landrat zu übergeben und verlangte eine Antworten auf die Frage, warum das Grundstück am Grünauer Weg mit nur 1700 Quadratmetern für zirka 100 Asylbewerber geeignet sein soll. Sollte der Landkreis auf diesem Standort bestehen, werde man eine Bürgerinitiative gründen und mit weiteren Aktionen auf sich aufmerksam machen.

Der Verkauf des Grundstücks an den Landkreis sei bereits vollzogen, sagte der Bürgermeister. Er werde dem Landrat die Unterschriftenlisten übergeben und mit ihm über die vorgetragene Problemlage reden. Wenn die Planung des Gebäudes fertig sei, werde mit den Anwohnern gesprochen, sagte Seeger zu. Dann wollte er wohl zum Ausdruck bringen, dass am Standort aus seiner Sicht wohl festgehalten wird, als er sagte: „Wir werden an dieser Stelle Flagge zeigen müssen.“

Von Bernd Geske

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