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Rathenow Geteilte Meinung über Essilor-Brache
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15:06 29.08.2018
Mike Wanja (2. v. re.) erläutert Wirtschaftsamtsleiter Alexander Goldmann und Bauleiter Matthias Remus (re.) seine Pläne. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Das Angebot klingt frohlockend für eine Kommune, die händeringend nach Betreuungs-Plätzen für Kinder sucht: Im Norden der Stadt Rathenow könnte schon bald eine neue Kita entstehen. Das jedenfalls verspricht Mike Wanja. Der Immobilien-Unternehmer aus Rathenow hat vor einiger Zeit das Essilor-Gelände am Falkenweg erworben. Und will, wenn man ihn denn lässt, in der ehemaligen Kantine eine Kita einrichten.

Diese Pläne stellte Wanja den Mitgliedern des Rathenower Bauausschusses am Dienstagabend vor. An der Führung über die ehemalige Industriebrache nahmen auch drei Rathenower Amtsleiter teil – Hans-Jürgen Lemle, Matthias Remus und Alexander Goldmann. Und deren Mienen konnte man entnehmen, dass sich die Begeisterung über Wanjas Vorschlag in Grenzen hält.

Darf eine Kita ins Gewerbegebiet?

„Wir haben nichts Grundsätzliches gegen die Bebauungspläne“, sagt Bauamtsleiter Matthias Remus. Allerdings könne man dem Betrieb einer Kita unter den momentanen Bedingungen nicht zustimmen. Bei dem Essilor-Gelände handele es sich laut Flächennutzungsplan um ein Gewerbegebiet. Und nach geltender Rechtslage seien Kitas in einem Gewerbegebiet nicht zulässig. „Wir plädieren als Stadt für eine klare Trennung“, sagt Remus. Entweder wohnliche Nutzung oder gewerbliche Nutzung. Eine Mischung sei mit jeder Menge Einschränkungen verbunden.

In der ehemaligen ROW-Kantine könnte nach Plänen Wanjas eine Kita mit rund 70 Plätzen entstehen. Quelle: Markus Kniebeler

Wanja hält dagegen, dass es laut Bauordnung in Ausnahmefällen erlaubt sei, Kitas in Gewerbegebieten zu betreiben. Unabhängig von diesem rechtlichen Disput kann er nicht verstehen, warum die Stadt ihm nicht mehr entgegenkommt. „Es fehlen derzeit zwischen 70 und 100 Kitaplätze in der Stadt“, sagt er. Den Umbau der rund 750 Quadratmeter großen Kantine werde er selber bewerkstelligen, einen Betreiber für die Kita habe er auch schon an der Hand.

Wanja verweist auf die Vorzüge des Grundstückes. Die Räume seien in einem einwandfreien Zustand, draußen sei jede Menge Platz für die Kinder zum Spielen und Verkehr gebe es kaum. „Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum die Stadt dieses Angebot nicht annehmen will.“

Eigenheime für hinteren Grundstücksteil geplant

Neben der Kita hat der Investor noch weitergehende Pläne für das rund 4,2 Hektar große Areal. Auf dem hinteren, unbebauten Teil will er Eigenheime errichten. Platz wäre seinen Angaben zufolge für 60 Häuser. Aber er wolle das nicht auf einen Schlag, sondern schrittweise entwickeln.

Am kommenden Dienstag steht der B-Plan Falkenweg – Aufstellungsbeschluss – auf der Tagesordnung des Bauausschusses, der um 17.15 Uhr im Speisesaal der Schollschule tagt. Die Frage ist, wie die Stadtverordneten die Angelegenheit bewerten. Beim Rundgang am Dienstagabend hielten sich lobende und kritische Stimmen die Waage.

Die Stadt bleibt bei ihrer Empfehlung, die Vorlage abzulehnen, weil es aus ihrer Sicht keine Notwendigkeit gibt, Gewerbeflächen in Wohnbauflächen umzuwandeln. Sollte eine Mehrheit für den Plan stimmen, werden wir uns einer Umwandlung nicht verweigern, sagt Remus. Wichtig sei nur, dass eine klare Entscheidung getroffen werde. Entweder Wohnen (mit Kita) oder Gewerbe. Ein Mischmasch aus beidem werde die Stadt nicht gutheißen.

Von Markus Kniebeler

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