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Getreideernte ist auf der Zielgeraden

Landwirtschaft im Havelland Getreideernte ist auf der Zielgeraden

Das Wetter war sehr gut, darum hatten die Landwirte im Kreis Havelland optimale Bedingungen für die Ernte. Beim Einbringen des Getreides befinden sie sich jetzt auf der Zielgeraden. Es fehlen nur noch Restflächen. Das wichtigste Ergebnis: Die Erträge sind besser ausgefallen, als das vor einigen Wochen prognostiziert worden ist.

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Die Getreideernte ist im Havelland bis auf einige wenige Restflächen abgeschlossen. Hier die Mähdrescher der Agrargenossenschaft Böhne im Einsatz.

Quelle: BERMEDIA, Jens Lange

Havelland. In der Getreideernte sind die Landwirte im Havelland auf der Zielgeraden angelangt. Die meisten Betriebe konnten ihre Mähdrescher schon abstellen, denn sie haben bereits ihre gesamte Ernte eingefahren. Nur noch wenige Restflächen müssen abgearbeitet werden, und Stroh ist auch noch einzufahren. Auf den zuerst abgeernteten Feldern ist schon wieder Raps ausgesät für das Jahr 2016. Getreide angebaut hatten die Landwirte im Kreis Havelland in diesem Jahr auf rund 30 000 Hektar und damit auf 50 Prozent der gesamten Ackerfläche.

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Symmetrische Bahnen und Erntefahrzeuge so klein wie Spielzeugautos: Von einer Drohne aus sieht die Ernte auf den Feldern im Havelland richtig kunstvoll aus. Die schönsten Bilder des Ernteeinsatzes der Agrargenossenschaft Böhne (Rathenow) von oben.

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Der ganze Juli und die ersten Wochen im August bescherten den Landwirten gute Bedingungen. „Das Erntewetter war sehr gut“, sagt Detlef Eichstädt, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft (AG) Böhne. „Wir konnten bis in die späten Abendstunden dreschen.“ 809 Hektar Weizen, 616 Hektar Gerste und 735 Hektar Roggen hatten die Böhner bereits vor zehn Tagen vom Halm und damit ihre gesamte Ernte unter Dach und Fach. Einschließlich Raps, der von 864 Hektar eingefahren wurde. Ernten muss die AG Böhne noch Ölleinen von 365 Hektar. Das Unwetter mit Sturm und Hagel am 13. Juni vernichtete der AG 145 Hektar Geste und 35 Hektar Roggen. „Auf diesen Flächen haben wir einen totalen Ernteausfall zu verzeichnen “, sagt Detlef Eichstädt.

Dennoch ist er recht zufrieden mit dem Ernteergebnis insgesamt. „Wir hatten vom Februar bis lange in das Frühjahr hinein keinen Niederschlag “, erklärt Eichstädt, dass keine Spitzenerträge zu erwarten waren. Je nach Bodenwertigkeit und Lage der Flächen habe die AG im Vergleich zu 2014 in diesem Jahr zwischen 10 und 20 Prozent weniger Getreide eingefahren, erläutert der Geschäftsführer das aktuelle Ergebnis. Die AG Böhne hat fast ihre gesamte Ernte in Hallen eingelagert und verkauft das Getreide im Frühjahr, wenn am Markt ein besserer Preis gezahlt wird.

Ein Teil des Getreides wird eingelagert und später verkauft

Zu Beginn der Ernte haben die Landwirte aufgrund der prognostizierten geringeren Erträge noch recht ordentliches Geld bekommen für das Getreide. „Die Tendenz hat nicht gehalten. Der Preis ist gesunken“, erklärt Peter Kaim von der Havelland Ribbeck GbR. Derzeit bekomme sein Betrieb 130 Euro für eine Tonne Roggen und 140 Euro für eine Tonne Gerste. Deshalb werde auch die Havelland Ribbeck GbR einen Teil ihres von 410 Hektar geernteten Getreides erst einmal einlagern und später verkaufen. Mit der eingebrachten Getreidemenge ist Kaim durchaus zufrieden. „Wir liegen leicht unter dem Durchschnitt der Vorjahre“, sagt er mit dem Wissen, dass die Erträge regional im Havelland unterschiedlich ausfallen.

„Mit in den zwei Vorjahren eingefahrenen Rekordernten konnte 2015 niemand rechnen. Dafür war das Frühjahr extrem und lange trocken“, sagt Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland. Dennoch seien die Landwirte in der Region durchaus zufrieden mit der Ernte, die leicht höher ausfalle als noch vor einigen Wochen erwartet wurde. Im havelländischen Durchschnitt geerntet wurden in diesem Jahr je Hektar etwa 6 Tonnen Gerste (2014 waren es 7 Tonnen), 4,3 Tonnen Roggen (im Vorjahr 7,3 Tonnen), 6,5 Tonnen Weizen (im Vorjahr 7,3 Tonnen) und 3,5 Tonnen Raps (im Vorjahr 4,5 Tonnen).

Von Norbert Stein

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