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Rathenow Golfplatz Semlin besteht 25 Jahre
Lokales Havelland Rathenow Golfplatz Semlin besteht 25 Jahre
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20:09 13.07.2018
In Semlin spielen auch viele Jugendliche Golf. Quelle: privat
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Semlin

Als die Golfspieler sich aufmachten, um Semlin zu erobern, da war die Bevölkerung in dem kleinen Dorf noch skeptisch. Zwar kamen schon seit jeher Leute aus der Hauptstadt an den See, um in Semlin die Wochenendfrische zu genießen. Aber ein Golfplatz? Nein, das war zunächst nicht nach dem Geschmack der Menschen im Westhavelland.

Idee schon 1988

Die Idee für den Golfplatz hatten die Berliner Unternehmer Michael Lieberkühn und Peter Foerstendorf bereits im Jahr 1988. Damals dachten sie eigentlich an einen weiteren Platz für West-Berlin, wo es mit Gatow und Wannsee bereits zwei Golfplätze gab. Dann kam die Wende und bescherte dem Vorhaben, das von der Einbettung in die Landschaft lebt, schlagartig ganz neue Möglichkeiten. Gemeinsam mit dem Landschaftsplaner und Golfplatzarchitekten Christoph Städler machten sich die Investoren in Brandenburg auf die Suche nach einem geeigneten Ort, den sie in Semlin fanden.

Erlebnistag für Interessierte. Quelle: promo

Im Jahr 1993 wurde der Platz fertiggestellt, drei Jahre später öffnete das Golf- und Landhotel seine Tore. Sportbegeisterte Urlauber können sich in Semlin über die kurzen Wege freuen. „Vom Frühstücksei bis zum Abschlag sind es bei uns höchstens fünf Minuten,“ sagt Bernd Eulitz, Direktor und Gastgeber im Resort.

Teil der Region

Mit den Jahren haben sich Golfspieler und Westhavelländer nicht nur aneinander gewöhnt. Der Golfplatz gehört zur Region, längst ist es nicht mehr nur eine Spielwiese für Berliner sondern auch für viele Golfbegeisterte aus Rathenow und dem Umland.

Im Laufe der Zeit sind die Möglichkeiten für Golfspieler in Semlin weiter gewachsen: Aus der ehemals 18-Loch Anlage wurde ein Platz mit 27 Bahnen und die drei 9-Lochplätze können hervorragend miteinander kombiniert werden. Um hier spielen zu können, benötigt man die Platzreife. Wer noch nicht soweit ist, oder erst einmal testen möchte, ob Golf der passende Sport ist, kann auf die Driving Range gehen oder den Kurzplatz nutzen.

Nichts für Eliten

Golf ist längst keine elitäre Angelegenheit mehr, sondern ein Breitensport, weiß Bernd Eulitz zu berichten: „Man muss nicht mehr für Tausende Euro eine Ausrüstung haben und kann zum Beispiel auch sehr gutes gebrauchtes Equipment kaufen. Die Hürde für den Einstieg in den Sport ist stark gesunken.“ Die beiden Golfclubs, die im Resort Semlin beheimatet sind, haben insgesamt 880 Mitglieder, darunter auch viele Firmen- oder Studentenmitgliedschaften. Die Gäste kommen für einen Tag aus Berlin nach Semlin, im Rahmen einer Kurzreise, oder auch für längere Aufenthalte. Es gibt viele Stammgäste.

Ferienhäuser am Golfplatz Semlin – noch ist das erst ein Projekt. Quelle: Architektur Mittelbach

Alle schätzen die entschleunigende Wirkung des Golfsports, die in unmittelbarer Nähe zum Naturpark Westhavelland besonders augenscheinlich ist. Bernd Eulitz schwärmt: „Die besondere Natur, die das Havelland ausmacht, bestimmt auch den Charakter unserer Plätze. Wir haben viele Bäume und die lassen wir so wie sie sind. Die Natur ist unser besonderer Schatz.“

Allerdings gibt es auch immer wieder mal Ärger. So sind Mitglieder der Bürgerinitiative Grundwasser gar nicht gut auf die Golfplatzleitung und das Wassermanagement zu sprechen. Und viel Ärger gab und gibt es um den Bau von Ferienhäusern, die das Golfresort erweitern sollen.

Blick nach vorne

Zum 25. Geburtstag soll der Ärger um die eine oder andere Kleinigkeit keine Rolle spielen. Vielmehr schaut die Hotel- und Platzleitung mit Optimismus in die Zukunft.

Und auch um den Nachwuchs kümmert sich das Resort intensiv. Und das im doppelten Sinne: es unterhält Kooperationen mit Schulen der Umgebung, um junge Leute an den Sport heranzuführen. Es gibt die sogenannte „Abschlagschule“, Beteiligungen an Sportfesten oder Golf-Erlebnistage – insgesamt wurden zehn gemeinsame Projekte entwickelt, die neben den Schülerinnen und Schülern auch die Lehrer und Eltern ins Haus bringen.

Von Joachim Wilisch

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