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Rathenow Golze: „Ich habe kein Problem mit Fußball“
Lokales Havelland Rathenow Golze: „Ich habe kein Problem mit Fußball“
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20:06 09.07.2018
Über den Aufstieg des FSV Optik in die Regionalliga hat sich Daniel Golze gefreut. Quelle: Christoph Laak
Rathenow

Es gibt Leute in Rathenow, die halten Daniel Golze für einen Fußball-Muffel. Ist er nicht, sagt der Sprecher der Linken in der Stadtverordnetenversammlung und Rathenower Bürgermeisterkandidat der Linken zur Wahl im vergangenen Frühjahr. Im MAZ-Gespräch erweist er sich als fleißiger Fußball-WM-Konsumierer und Bewunderer der Arbeit von Ingo Kahlisch, Trainer des FSV Optik Rathenow.

Herr Golze, Verfolgen Sie die Fußball-Weltmeisterschaft?

Daniel Golze: Natürlich, ich habe schon viele Spiele gesehen. Kroatien gefällt mir sehr gut, auch das Spiel der Kroaten gegen Japan. Frankreich ist auch nicht schlecht. Und natürlich habe ich auch die Spiele der Deutschen verfolgt.

Es gibt Leute, die behaupten, sie seien ein Fußball-Muffel – stimmt das?

Aus meiner Sucht nicht, würde ich sagen. Mein Sohn spielt in der E-Jugend von BSC Rathenow. Er ist Torwart mit Leidenschaft. Und wann immer es mir möglich ist, bin ich bei seinen Spielen natürlich dabei. Ich habe kein Problem mit Fußball.

Aber mit Fußball-Fans?

Das ist ja auch etwas anderes, ob man Fußball mag oder Probleme mit gewissen Fan-Gruppen hat. Es ist in der Tat richtig, dass ich in der Stadtverordnetenversammlung mehrfach gesagt habe, dass ich es nicht nachvollziehen kann und will, wie der DFB uns mit Auflagen belegt. Ich meine einen Zaum um den Sportpark Vogelgesang, ich meine ein extra Kassenhäuschen und noch mehr. Das alles nur, um problematische Fans, die pöbeln und Krawall machen, auseinanderzuhalten. Dafür ist mir kommunales Geld, das wir an der Stelle ausgegeben haben eigentlich zu schade. Wir haben es ausgegeben und es ist ok – aber gut muss ich es nicht finden.

Wie sehen sie Erfolge des FSV Optik Rathenow – insbesondere in der vergangenen Saison?

Ich habe mich über den Aufstieg gefreut. Kurz danach habe ich Ingo Kahlisch besucht, ihm gratuliert und ihn beglückwünscht zu seiner Arbeit. Ingo Kahlisch ist für Rathenow eine Identifikationsfigur und wir haben immer angeregte aber kritische Gespräche. Der Erfolg des Vereins nötigt mir Respekt ab, vor allen bei dem finanziellen Hintergrund. Ich habe gesehen, wie Ingo Kahlisch mit jungen Leuten umgeht, die beim FSV spielen wollen. Er ist ein Trainer, wie ich mir vorstelle, dass ein Trainer sein soll.

Haben Sie schon Spiele des FSV Optik besucht?

Ich war schon einmal bei einem Spiel, das ist eine Weile her. Im vergangenen Jahr war ich jedes Wochenende als Schiedsrichter im Basketball unterwegs. An Sonntagen auch. Und wenn man dann noch selber Sport treibt, dann will man, wenn es sich ergibt, auch an irgendeinem Tag mal nichts mit Sport machen.

Ingo Kahlisch hat in den vergangenen Monaten immer wieder die Idee eines gemeinsamen Stadt-Sport-Marketings ins Gespräch gebracht – wie sehen Sie das?

Ich habe das bereits im Bürgermeisterwahlkampf gesagt, dass ich davon viel halte. Zum Stadtmarketing gehören Sport und Kultur gleichermaßen. Unsere Sportvereine, auch der FSV Optik Rathenow – gerade nun in der Regionalliga – sind Botschafter der Stadt und das müssen wir uns zunutze machen. Ich wäre dringend dafür, dass wir uns alle an einen Tisch setzen, miteinander reden, Vorurteile abbauen und eine gemeinsame Strategie für den Sport in Rathenow insgesamt entwickeln. Ich bin ein Freund davon, so etwas ausführlich auszudiskutieren. Rathenow ist eine kleine Gemeinschaft, wir benötigen größeres Miteinander in diesen Dingen.

Welchen Sport treiben sie?

Ich jogge gerne und gehe ins Fitnessstudio. Seit geraumer Zeit widme ich mich dem Bogenschießen. Lange war ich Basketballschiedsrichter. In der kommenden Saison bin ich in der zweiten Liga der Bogenschützen für Schiedsrichteransetzungen und Organisation zuständig.

Sind sie gerne Schiedsrichter?

Ja, das sieht wohl so aus. Es passt zu mir, denke ich. Ich habe Gerechtigkeitssinn und bin Rechtsanwalt. Als Schiedsrichter ist man Mediator und nicht zuerst Richter. Ja, das macht mir Spaß. Was mir übrigens auffällt ist, dass bei der Fußball WM viele Schiedsrichter vor Spielern zurückweichen, das kann ich nicht nachvollziehen. Es wäre auch nicht meine Art. Aber vielleicht muss es ja so sein.

Haben sie jemals Fußball gespielt?

Ja, bei BSG Motor Rathenow in den 80er Jahren als Jörg Heinrich 1. Mannschaft gespielt hat. Beim Vorgängerteam des FSV Optik war ich also sogar dabei.

Wer wird Fußball-Weltmeister?

Kroatien.

Von Joachim Wilisch

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