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Rathenow Gorholt besucht Truppenübungsplatz
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19:17 27.04.2018
Oberstleutnant Maik Retzlaff mit Bürgermeister Felix Menzel, Staatssekretär Martin Gorholt und Platzkommandant Dirk Hoffmann (v. li.) auf der Beobachtungsplattform der Schießbahn 13 bei Steckelsdorf. Quelle: Markus Kniebeler
Steckelsdorf/Klietz

Die Schießbahn 13 nahe Steckelsdorf ist für Menschen, die mit dem Militär nicht jeden Tag zu tun haben, ein beeindruckendes Gelände. Auf fast 12 Kilometern Länge haben Panzerbesatzungen hier die seltene Möglichkeit, den scharfen Schuss zu trainieren. „Es handelt sich um eine der größten Schießbahnen in Deutschland“, führte Oberstleutnant Maik Retzlaff am Mittwoch aus, als er Staatssekretär Martin Gorholt über die Anlage führte. Truppen aus ganz Deutschland und aus europäischen Nachbarländern nutzten die Bahn, um ihre Fertigkeiten zu vervollkommnen.

Retzlaff ist stellvertretender Kommandeur der Truppenübungsplatzkommandantur Ost. Neben dem Klietzer Gelände gehören die Plätze Altengrabow, Lehnin, Oberlausitz und Jägerbrück in die Zuständigkeit der Kommandatur. Das Zusammenwirken dieser fünf Plätze war ein Teil des Informationsgespräches, an dem neben Gorholt auch Felix Menzel, Bürgermeister der Gemeinde Milower Land teilnahm.

9000 Hektar großes Übungsgelände

Der Truppenübungsplatz Klietz ist 9046 Hektar groß.

Die größte Ausdehnung in Ost-West-Richtung beträgt 18 Kilometer, in Nord-Süd-Richtung sind es neun Kilometer.

62 Prozent des Areals sind bewaldet, vorwiegend handelt es sich um Kiefernwald. Auf den verbleibenden 38 Prozent befinden sich Heide- /Grasbewuchs und offene Flächen.

Rund 850 Soldaten können in festen Unterkünften untergebracht werden. (Derzeit nur 400, weil der Rest noch vom Land Sachsen-Anhalt als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird.)

750 weitere Soldaten können in temporären Unterkünften untergebracht werden.

Der Platz beschäftigt 60 Soldaten und 180 zivile Angestellte.

Gorholt hält Verbindung zwischen Bundeswehr und Bund

Wer Gorholts Berufsbezeichnung studiert – der Mann ist Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund und Beauftragter für Internationale Beziehungen – der hat auch gleich die Antwort auf die Frage, warum er den Bundeswehrstandort besuchte. Es sei seine Aufgabe, die Verbindung zwischen den Standorten der Bundeswehr im Land Brandenburg und dem Bund zu halten, so Gorholt.

Wenn es beispielsweise um Bauvorhaben an den Standorten in der Mark gehe, werde das Land in der Regel mit der Planung und dem Bau beauftragt. Sein Amt habe eine Art Scharnierfunktion zwischen den Institutionen von Land und Bund – übrigens gelte das nicht nur für den militärischen Bereich.

Truppenübungsplatz ist rund 9000 Quadratmeter groß

Der Besuch auf dem Klietzer Gelände war Gorholts erster. Deshalb ging es um eine ganz grundsätzliche Vorstellung des Standortes. Retzlaff machte Gorholt in einem kurzen Vortrag mit den Besonderheiten des Platzes vertraut, der rund 9000 Hektar groß ist und Flächen in den Bundesländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt umfasst.

Drei Gewässer berührt der Klietzer Truppenübungsplatz. Ideale Übungsbedingungen für das Training von Pionieren Quelle: Kay Harzmann

Neben den Übungsmöglichkeiten auf der Schießbahn 13 macht die geographische Lage den Platz vor allem für Pioniereinheiten attraktiv. Denn es gibt auf dem Gelände drei Gewässer unterschiedlichen Charakters: den Klietzer See (stehendes Gewässer), die Havel (langsam fließendes Gewässer) und die Elbe (schnell fließendes Gewässer). Diese Vielfalt bietet die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Szenarien des Gewässerübergangs zu trainieren.

Der stellvertretende Kommandeur machte den Staatssekretär auch auf die wirtschaftliche Bedeutung des Platzes für die Region aufmerksam. Neben den 60 Soldaten gebe es 160 zivile Angestellte, davon zwölf Auszubildende. Darüber profitiere die lokale Wirtschaft von Aufträgen: Das reiche von Bauvorhaben bis zu Verpflegungsleistungen für die übende Truppe.

Beeinträchtigungen für Anrainer unvermeidbar

Dass der Übungsbetrieb bisweilen Beeinträchtigungen für die Bewohner der Anrainerkommunen zur Folge hat, verschwieg Retzlaff nicht. Vor allem bei größeren Übungen könne es laut und schmutzig werden. Das sei unvermeidbar. Die Platzleitung sei aber stets bemüht, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.

Im Juli etwa finden nach Auskunft von Presseoffizier Patrick Becker auf dem Gelände Schallschutzmessungen statt. Mit den aktuellen Werten werden Computerprogramme gefüttert, die in der Lage sind zu berechnen, wie die Lärmbelastung bei bestimmten Übungen unter Berücksichtigung von territorialen und klimatischen Bedingungen ausfällt. Ziel dieser Programme sei es, die Lärmbelastung auf das Notwendigste zu reduzieren, sagt Becker. Was aber nicht ausschließe, dass es hin und wieder etwas lauter werden könne.

„Die Aufgaben der Bundeswehr werden immer komplexer“ so Gorholt. Deshalb sei es wichtig, dass die Politik die Soldaten in jeglicher Hinsicht unterstütze. Sein Besuch diene auch dazu, der Truppe dieser Unterstützung zu versichern.

Von Markus Kniebeler

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