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„Gräueltaten dürfen nicht vergessen werden“

Gedenken an Reichspogromnacht „Gräueltaten dürfen nicht vergessen werden“

Am Montag jährte sich die Reichspogromnacht, in der über Tausend Synagogen angezündet sowie jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe geschändet wurden, zum 77. Mal. Zum Gedenken legte Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger gemeinsam mit Fraktionsvertretern Blumenkränze an der ehemaligen Synagoge nieder.

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„Diese Gräueltaten dürfen nicht vergessen werden“, mahnte Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger in seiner Ansprache.

Quelle: Josephine Mühln

Rathenow. Zum Gedenken an die Reichspogromnacht, die vor 77 Jahren „unrühmlich in die Geschichte eingegangen ist“, legten Bürgermeister Ronald Seeger sowie Vertreter der Fraktionen am Montagnachmittag Blumenkränze an der ehemaligen Synagoge in der Wilhelm-Külz-Straße nieder. Dem Gedenken schlossen sich auch einige Bürgerinnen und Bürger an.

Die Novemberpogrome 1938 waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich. Über 1 400 Synagogen, Betstuben sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhofe wurden geschändet – „diese Gräueltaten, von denen auch Rathenow nicht verschont blieb, dürfen nicht vergessen werden“, sagte Seeger in seiner Ansprache.

„Auch wegschauen ist eine Form des Mitmachens“

Man dürfe dem noch immer existierenden Antisemitismus keinen Raum geben und müsse wachsam sein, sagte Seeger weiter. Die Kranzniederlegung an der Synagoge setze ein Zeichen, dass Rassismus keinen Raum habe. Trotzdem erlebe die Gesellschaft gerade einen Angriff „auf Werte, auf die wir stolz sind“. Dem müsse entgegengewirkt werden – „auch wegschauen ist eine Form des Mitmachens“, schloss das Stadtoberhaupt.

Seeger sagte, dass auch eine Demokratie der Gefahr ausgesetzt ist, dass aus Mitläufern Täter werden und dass die Meinungsfreiheit nicht dazu missbraucht werden dürfe, anderen Menschen zu schaden. Hier seien auch die Bildungseinrichtungen in der Pflicht.

Lob für das Jahn-Gymnasium

In diesem Zusammenhang dankte Seeger noch einmal dem Jahn-Gymnasium, welches seit Freitag den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ trägt. Um den Titel zu erhalten, mussten mindestens 70 Prozent der Rathenower Jahn-Schüler eine Erklärung gegen Diskriminierung unterschreiben.

„Rathenow wird auch weiter Flagge zeigen“; sagte der Bürgermeister und lobte die Idee der Evangelischen Kirchgemeinde, am Dienstagabend eine Andacht abzuhalten. Pfarrer Andreas Buchholz ergänzte, dass man diese Zusammenkunft auch nutzen wolle, um Gespräche anzuregen und lud alle Anwesenden dazu ein.

Angesprochen darauf, ob er angesichts der Brandanschläge auf Flüchtlingsheime die Gefahr sehe, dass sich etwas wie die Reichpogromnacht wiederholen könnte, sagte Seeger: „Dafür stehen wir ja hier, dass sich sowas nicht noch mal wiederholt.“ Es müsse aber „von oben was passieren“, denn es könne nicht sein „dass wir auf kommunaler Ebene immer nur auf weitere Anweisungen warten“.

Von Josephine Mühln

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