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Rathenow Größere Bekleidungskammer für die Feuerwehr
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18:47 12.06.2018
Rathenows Ortswehrführer Oliver Lienig in der vollgestopften Bekleidungskammer. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Die Bekleidungskammer der Rathenower Feuerwehr platzt buchstäblich aus allen Nähten. Der rund 30 Quadratmeter große Raum im 2. Obergeschoss der Feuerwache in der Großen Hagenstraße ist vollgestellt mit Kleiderständern, an denen Einsatzuniformen hängen. Auch auf dem Boden und den Tischen liegen die Klamotten. Ein Regal mit Stiefeln macht den Raum noch kleiner. Man kann sich kaum um die eigene Achse drehen. „Hier sind wir am Limit“, sagt Rathenows stellvertretender Stadtwehrführer Oliver Lienig.

154 aktive Feuerwehrleute

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt setzt sich aus sechs Ortswehren zusammen. Neben der Rathenower Feuerwehr gibt es Ortswehren in Steckelsdorf, Semlin, Göttlin, Grütz und Böhne.

Zusammen verfügt die Rathenower Feuerwehr derzeit über 154 aktive Einsatzkräfte.

In drei Ortswehren gibt es eine Jugendabteilung (Rathenow, Steckelsdorf, Böhne). Insgesamt sind 41 Nachwuchsfeuerwehrleute aktiv (13 Mädchen, 28 Jungen).

Doch Besserung ist in Sicht. Im Herbst soll die Hausmeisterwohnung, die an die Bekleidungskammer angrenzt, umgebaut werden. Zwei Räume der seit dem vergangenen Herbst leer stehenden Wohnung sollen der Bekleidungskammer zugeschlagen werden. „Die Kammer würde sich um rund 45 Quadratmeter vergrößern“, sagt Lienig. „Dann hätten die Kameraden endlich vernünftige Bedingungen.“

25 Ersatzuniformen in verschiedenen Größen

In der Kammer wird Ersatzbekleidung aufbewahrt. Die eigentlichen Einsatz-Uniformen der Feuerwehrleute hängen in der Fahrzeughalle. Dort hat jeder der 70 aktiven Kameraden der Rathenower Ortswehr seine eigene Garderobe. Stiefel, Jacke, Hose, Helm, Handschuhe – alles hängt dort griffbereit, so dass es bei einem Alarm schnell gegriffen werden kann.

Ersatzstiefel in den gängigen Größen füllen in der Bekleidungskammer ein ganzes Regal. Quelle: Markus Kniebeler

In der Bekleidungskammer lagern rund 25 Ersatzuniformen in den verschiedensten Größen. Diese sind im Gegensatz zum „ersten Anzug“ eines jeden Feuerwehrmannes nicht individualisiert. Befindet sich dieser erste Anzug nach einem Einsatz in der Reinigung, dann sucht sich der betreffende Kamerad in der Kammer Kleidung in seiner Größe aus. Auch eine Sammlung von Stiefeln in den gängigen Größen ist vorhanden.

Allerdings ist klar, dass die Ersatzkleidung nicht reicht, um nach einem Großeinsatz alle Kameraden zu versorgen. „Wir müssen schon genau gucken, wer seine Kleidung wann in die Reinigung gibt“, sagt Lienig. Nur wenn eine Ersatzgarnitur in der entsprechenden Größe vorhanden ist, gibt es grünes Licht für die Reinigung.

Kein Geld für zwei Garnituren pro Einsatzkraft

„Ideal ist das nicht“, sagt Lienig. „Die optimale Lösung wäre, wenn jeder aktive Feuerwehrmitarbeiter zwei komplette Garnituren hätte“. Aber das wird wegen der hohen Kosten wohl ein Wunschtraum bleiben. Allein Hose und Jacke kosten Lienig zufolge wegen der speziellen Materialien und der Sonderbeschichtung über 1000 Euro. Bei rund 150 aktiven Kameraden der Rathenower Wehr (Ortsteile inklusive) schlüge die Anschaffung einer zweiten Garnitur – und da sind Stiefel, Helm, Handschuhe und Ausgehuniform noch gar nicht mitgerechnet – mit rund 150 000 Euro zu Buche. Zu viel Geld für die Stadt Rathenow, die im Moment genug damit zu tun hat, Ersatz für die defekte Drehleiter zu beschaffen.

Die eigentlichen Einsatzuniformen hängen in der Fahrzeughalle. Hier ziehen sich die Kameraden bei einem Alarm um. Quelle: Markus Kniebeler

Also muss die vorhandene Ersatzkleidung erst einmal reichen. Gereinigt werden die Uniformen nach einem Einsatz übrigens in einer Spezialfirma in der Stadt Brandenburg. Dort werden die Kleider nicht nur von Schmutz und möglichen Giften befreit. Sie werden auch für die nächsten Einsätze imprägniert.

Umbau startet im Herbst

Der Umbau der Hausmeisterwohnung soll im Herbst starten. In die Wand zur jetzigen Bekleidungskammer wird ein Durchgang gebaut, sodass die drei nebeneinander liegenden Räume miteinander verbunden sind. Ein neuer Anstrich wird nötig sein, auch die Elektroleitungen werden erneuert. In einen der drei Räume werden zwei Umkleidekabinen installiert. Für solche fehlte in der alten Kammer schlicht und einfach der Platz.

Ein weiterer Raum der ehemaligen Hausmeisterwohnung wird künftig dem Leiter der Jugendwehr als Büro zur Verfügung gestellt. Das alte Bad wird ein bisschen renoviert. Wer zur Toilette muss, kann das künftig gleich auf der Etage erledigen und muss nicht die Treppe ins erste Obergeschoss runterlaufen. „Schön, dass die Stadt das Geld für den Umbau freigegeben hat“, sagt Lienig. „Die Arbeitsbedingungen der Feuerwehrleute werden sich dadurch merklich verbessern.“

Von Markus Kniebeler

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