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Rathenow 180 Kameraden und Sanitäter im Einsatz
Lokales Havelland Rathenow 180 Kameraden und Sanitäter im Einsatz
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15:29 12.08.2018
Großübung Feuerwehr Rathenow Quelle: Norbert Stein
Mögelin

Es ist kurz nach Mitternacht, der Samstag erst wenige Minuten alt. Die Kameraden der Ortsfeuerwehr Rathenow sind gerade von einer Übung zurück auf der Wache. Auf die Feuerwehrleute wartete nun eine herzhafte Suppe zur Stärkung. Doch die Suppe kann erst einmal nicht ausgelöffelt werden. Die Kameraden müssen zu einem Kellerbrand in die Berliner Straße ausrücken. Gegen vier Uhr kommen die Feuerwehrleute in die Wache zurück.

Nach Hause geht es aber noch lange nicht. Auf ihrem Dienstplan von Freitag bis Sonntag steht die diesjährige Wochenendausbildung und daran wird nichts verändert. Infolge des Einsatzes kommt es am Samstag lediglich zu einigen zeitlichen Verschiebungen im Ausbildungsablauf.

Begonnen hatte das Ausbildungswochenende am Freitagabend mit einer großen Komplexübung „Roter Adler“ auf dem Betriebshof der Maschinen und Apparatebau Produktions GmbH (MAP) im Grünauer Weg in Rathenow.

In die Vorbereitung waren nur wenige Führungskräfte eingeweiht. Stadtwehrführer Jörg Eichmann erklärte am Abend das vorbereitete Einsatzszenario: „Es gab ein Schadensfall in der Halle der Lackiererei. In dessen Folge breitet sich ein Brand auf das gesamte Fabrikgebäude mit drei Hallen aus. Des weiteren detonieren vereinzelt Azetylenflaschen. Der Brand droht auf weitere Gebäude überzugreifen“.

180 Kameraden, Sanitäter und Helfer beteiligten sich an einer Wochenendausbildung der Rathenower Wehr. Unterstützung kam auch aus Premnitz und Rendsburg.

Rayk Sommer, Rettungssanitäter des ASB und Feuerwehrmann, ließ dafür 47 Mitglieder von Jugendfeuerwehren aus dem Westhavelland als angenommene Verletzte mit Farbe schminken. Oliver Lienig, Ortswehrführer in Rathenow und zugleich stellvertretender Stadtwehrführer meldete um 21.09 Uhr der Leitstelle: „Alles klar“. Die Komplexübung „Roter Adler 2018“ kann beginnen.

Die Leitstelle löste für die Rathenower Feuerwehr Alarm aus. Wenige Minuten später waren die ersten Einsatzfahrzeuge vor Ort. Jörg Eichmann leitete das Vorhaben. Er und Oliver Lienig trafen sich mit Führungskräften zur ersten Lagebesprechung, mit dem Ergebnis das weitere Einsatzkräfte gebraucht werden. Daraufhin wurden alle Rathenower und Premnitzer Ortsfeuerwehren zum Einsatzort beordert.

Der THW-Ortsverband Rathenow rückte mit Spezialtechnik an. „Eine Person ist unter einem großen Container eingeklemmt und schwer verletzt. Wir müssen Hilfe leisten und die Person befreien“, erklärte THW-Ortsverbandsleiter Sebastian Lodwig die Übungsaufgabe seiner Helfer.

62 Kameraden aus Rathenow dabei

Feuerwehrleute legten Wasserleitungen zur Brandbekämpfung, brachten eine Drehleiter in Stellung und gingen unter Atemschutz ins innere der Unglückshalle. Dort bargen sie Verletzte, die auf einem Sammelplatz von Sanitätern versorgt und betreut wuden.

Einheiten des Katastrophenschutzes Havelland waren dabei, Kameraden der Rathenower Partnerfeuerwehr Rendsburg ebenfalls. Insgesamt beteiligten sich rund 180 Feuerwehrleute, Helfer und Sanitäter an der großen Einsatzübung.

Das Zusammenwirken im Ernstfall zu proben, sei das Ziel dieser Übung, so Oliver Lienig. Im Großen und Ganzen habe alles ordentlich funktioniert. „Es war eine gute Komplexübung“, so Jörg Eichmann Fazit. Bürgermeister Ronald Seeger würdigte die hohe Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute und alle Helfer.

Nach der Übung und dem Brandeinsatz hatten die Rathenower Kameraden einige Stunden Ruhepause. Dann standen weitere Einsatzübungen auf dem Dienstplan. Am Samstagvormittag wurden sie zur Grundschule „Geschwister Scholl“ gerufen, um einen angenommenen Brand zu löschen. Drei Personen wurden bei der von Thomas Schmidt geleiteten Übung vermisst.

Weitere Einsatzübungen fanden an der Havel und an einem Unfallauto statt. Auf dem Weinberg wurde am Bismarckturm die „Rettung von Personen aus der Höhe“ geübt. Insgesamt beteiligten sich 62 Rathenower Kameraden an der Wochenendausbildung.

Von Norbert Stein

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