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Rathenow Grundwassergutachter zieht erste Bilanz
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14:21 03.08.2018
Der Geologe Stephan Hannappel bei der Kontrolle einer Grundwasser-Messstelle im Rathenower Stadtwald. Quelle: Foto: Markus Kniebeler
Rathenow

Die ungewöhnliche Trockenheit der vergangenen Monate wirkt sich naturgemäß auch auf den Grundwasserspiegel in der Region aus. Nach Aussage des Diplom-Geologen Stephan Hannappel sind die Pegel im Osten der Stadt Rathenow seit dem Beginn des Jahres um 30 bis 60 Zentimeter gefallen.

Hannappel erstellt im Auftrag der Stadt Rathenow ein Grundwassergutachten. Ziel der Untersuchung ist es, Ursachen für die hohen Grundwasserstände zu ermitteln, die in den vergangenen Jahren in den östlichen Stadtgebieten für feuchte Keller gesorgt haben.

„Ausgeprägtes Niedrigwasser“

Diese Gefahr ist momentan wegen der Trockenheit gebannt. Hannappel bestätigt, dass die Witterung in der ersten Jahreshälfte in Rathenow – wie vielerorts – außergewöhnlich war. Im Schnitt seien im Stadtgebiet von Januar bis Juni 150 Liter Wasser an Niederschlag gemessen worden. Normal seien Werte von etwa 550 Litern.

„Was den Grundwasser-Pegel angeht, handelt es sich schon um ein ausgeprägtes Niedrigwasser“, so Hannappel. Und wenn sich der Trend dieses Jahres fortsetze, wenn es also weiterhin so trocken bleibe, könnten in Rathenow historische Tiefstände erreicht werden.

Stellt sich die Frage, welchen Wert derart außergewöhnliche Daten für das Gutachten haben. Repräsentativ können sie jedenfalls nicht sein. „Das stimmt“, sagt Hannappel. Rückschlüsse auf die Hochwasser-Probleme der vergangenen Jahre könne man aus den bisher gewonnenen Daten nicht ziehen. Aber es gehe bei der Untersuchung ja darum, das Grundwassergeschehen über einen längeren Zeitraum – festgesetzt sind erst einmal zwei Jahre – zu beobachten. Sicher werde die derzeitige Trockenperiode irgendwann ein Ende haben. Und sobald es im Untersuchungszeitraum niederschlagsreiche Phasen gebe, werde sich das Bild vom Grundwasser vervollständigen. „Immerhin wissen wir jetzt bereits, wie sich das Grundwasser bei großer Trockenheit verhält“, so der Geologe. Nun gehe es darum, dass Puzzle in den kommenden Monaten und Jahren zu komplettieren.“

Datensammlung an 48 Messstellen

Zu diesem Zweck werden 48 Messstellen in und um Rathenow einmal monatlich kontrolliert. Die meisten Kontrollpunkte befinden sich im Stadtwald, weil das der Bereich ist, der die Pegel in den östlichen Rathenower Stadtgebieten entscheidend beeinflusst.

Ein Großteil der genannten Messstellen war bereits vor dem Beginn der Untersuchung vorhanden. Sie dienen dem Wasserverband zur Kontrolle. Hannappel hat die Genehmigung erhalten, diese Messstellen zu nutzen.

Im Rathenower Stadtwald wurden acht neue Messstellen eingerichtet. Quelle: Markus Kniebeler

Acht Messstellen wurden neu eingerichtet. Diese sind mit einem automatischen Messsystem ausgerüstet, das den Pegel alle 15 Minuten aufzeichnet. Mithilfe dieser Systeme lasse sich das Pegelgeschehen sehr detailliert nachvollziehen, sagt der Gutachter.

Auf die abschließende Frage, ob die sinkenden Pegel einen negativen Einfluss auf die Trinkwasserversorgung in und um Rathenow haben, fällt Hannappels Antwort klar und deutlich aus. „Nein“, sagt er. „Der Wasserreichtum im Westhavelland ist so groß, dass die Trinkwasserversorgung auch durch derartige Dürreperioden in keiner Weise gefährdet wird.“ Das ist doch eine gute Nachricht.

Von Markus Kniebeler

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