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Rathenow Gutachten weist auf neues Gemeindezentrum
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15:59 23.09.2018
Auf einer Gemeindeversammlung in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche hat Regina Bolck am Sonntag ihr Gutachten über die Immobiliensituation der Gemeinde vorgestellt. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Ja, die auf der Gemeindeversammlung am Sonntag geäußerten Meinungen über den Bau eines neuen Gemeindezentrums an der Sankt-Marien-Andreas-Kirche sind wie erwartet sehr gegensätzlich gewesen. Nein, der absehbare Trend war trotzdem klar.

Ein von der Landeskirche beauftragtes Gutachten über die Immobiliensituation der Evangelischen Kirchengemeinde Rathenow, das auf der Versammlung vorgestellt wurde, hat ergeben, dass ein neues Gemeindezentrum auf dem Kirchberg aus finanziellen Gründen die richtige Lösung wäre. Das bedeutet aber, dass das Lutherhaus an der Jahnstraße in nicht allzu ferner Zukunft kein Gemeindezentrum mehr sein kann.

Erstmals wurde ein Modell der Bebauung des Kirchbergs gezeigt. Die zwei braunen Gebäude neben dem Chorraum sind verbunden und bilden das neue Gemeindezentrum. Quelle: Bernd Geske

Mit einem nur kurzen Redebeitrag brachte Hanna Seefeld in der Diskussion die Motivation der Befürworter des Lutherhauses treffend auf den Punkt. Als sie 1985 nach Rathenow gekommen sei, sagte sie, habe alles im Lutherhaus mit der Lutherkirche stattgefunden. „Das Lutherhaus ist meine Heimat geworden“, teilte sie mit, „ich bitte darum, es zu erhalten.“

Justus Eichstädt, Sprecher des Freundeskreises des Lutherhauses, übergab eine Liste mit 774 Unterschriften, die der Freundeskreis für den Erhalt des Lutherhauses gesammelt hat. Dann stellte er die für viele, vor allem ältere Kirchenmitglieder wichtigste Frage, wenn es um ein neues Gemeindezentrum nahe der Sankt-Marien-Andreas-Kirche geht: „Wie kommen wir hin?“

Für ältere Leute schlecht zu erreichen

Wiederholt kam zum Ausdruck: Der Kirchberg ist für Leute, die nicht gut zu Fuß sind, schlecht zu erklimmen. Parkplätze gibt es dort oben nicht allzu viele und wenn die Lücke bebaut ist, werden es wohl noch weniger sein. Vom Gemeindekirchenrat gab es Signale: Das Problem sei erkannt, an einen Fahrdienst sei gedacht.

Regina Bolck, deren Architektenbüro aus Berlin das Immobiliengutachten erstellt hat, gab vier Empfehlungen: Der Bau eines neuen Gemeindezentrums nahe der Sankt-Marien-Andreas-Kirche sei eine „Riesenchance“, weil er viele Probleme löse. Die Erfahrung zeige, dass solche neuen Objekte eine Sogwirkung erzeugen und dem Gemeindeleben „neuen Drive“ geben.

Das Lutherhaus samt Lutherkirche solle nicht etwa abgerissen werden, so Regina Bolck. Vielmehr sollte parallel zu Planung und Neubau hierfür ein neuer Träger oder eine neue Nutzung gefunden werden. Das Jugendhaus „Oase“ sei sehr gut genutzt und sollte für die Zukunft gesichert werden. Wegen der ungünstigen Kostensituation sei das Gemeindehaus in Rathenow-Süd langfristig aufzugeben.

Olaf Enders, Vorsitzender des Gemeindekirchenrats. Quelle: Bernd Geske

„Uns drücken viele finanzielle Probleme“, stellte Olaf Enders, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, fest. Das Lutherhaus betreffend gebe es einen großen Investitionsstau. „Hier können nicht althergebrachte Emotionen den Ausschlag geben“, sagte er in seinem Schlusswort, die Immobilien müssten für die Gemeinde bezahlbar bleiben.Und es sei zu erwarten, dass ein neues Gemeindezentrum als Anziehungspunkt wirke.

Anhand einer detaillierten Analyse hatte Regina Bolck in ihrem Gutachten begründet, warum sie für den Neubau eines Gemeindezentrums ist. „Sie müssen sich zu einem Gotteshaus bekennen“, rief sie den Anwesenden zu, „daran hängt die Entscheidung für das Gemeindezentrum.“

Seit 900 Jahren sei die Sankt-Marien-Andreas-Kirche hier das wichtigste Gotteshaus. Das Lutherhaus dagegen sei in einer früheren Fabrik eingerichtet worden. Es sei verschachtelt und „viel zu groß“. Als es 1932 eröffnet wurde, habe es in Rathenow 20 000 Christen gegeben. Heute würden für die Gemeinde nur noch 2400 Mitglieder gezählt.

Von Bernd Geske

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