Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Hohennauen: Dornröschen würde flüchten
Lokales Havelland Rathenow Hohennauen: Dornröschen würde flüchten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 14.09.2015
Der Park ist völlig verwuchert. Quelle: f0t0 norbert Stein
Anzeige
Hohennauen

Einst wandelten Spaziergänger auf Wegen durch den Schlosspark von Hohennauen. Im Dorf sprechen besonders ältere Einwohner immer noch gerne von erholsamen Stunden im Park und einer später in der Anlage errichteten Bowlingbahn, die in den 90er Jahren weichen für neue, aber nie verwirklichte Schlosspläne weichen musste. Spaziergänger wandeln schon seit Jahren nicht mehr durch die Anlage, die zur einen Hälfte zum Schloss gehört. Eigentümerin ist die Gemeinde.

Der Park ist in den letzten 20 Jahren zunehmend verwildert. Zudem haben im Sommer diesen Jahres Unwetter ihre Spuren hinterlassen. Abgebrochene Äste und umgeknickte alte Bäume hat die Gemeinde beseitigen lassen. Erledigt sind damit bei weitem nicht alle Arbeiten. Im Park müsste dringend aufgeräumt und illegal abgelagerter Müll beseitigt werden, sagt Amtsdirektor Jens Aasmann (SPD). Doch dafür fehlt der Gemeinde Seeblick das nötige Geld in der Haushaltskasse. Auch für 2016 sieht Bürgermeister Ulf Gottwald kaum einen finanziellen Spielraum für Aufräumarbeiten im gemeindeeigenen Parkteil. „Wünschenswert und gut wäre es schon. Doch wir haben noch viele andere und wohl wichtigere Aufgaben zu erledigen. Für alles reicht das Geld nicht“, sagt Gottwald. Vielleicht könnte man jedoch einiges in freiwilligen Arbeitseinsätzen erledigen“, meint der Bürgermeister und setzt dafür auf das Engagement der Hohennauener Vereine und Einwohner.

Der Park ist vollkommen verwildert. Quelle: Norbert Stein

Völlig ungewiss ist die Zukunft der anderen Parkhälfte. Das 1778 erbaute Schloss Hohennauen am Eingang zum Park ist nur noch eine Ruine. Das Dach ist eingefallen. Auf dem Innenhof wuchern Sträucher und Bäume. Auf der Freitreppe zum Schloss stehen illegal entsorgte Möbelteile.

Vor und um die Anlage liegt Müll im Gestrüpp. Dornröschen würde wohl flüchten. 1992 hatte ein ehemaliger Unternehmensberater und Handelslehrer aus Berlin das Schloss gekauft. Gerhard Hohn wollte das in die Jahre gekommene und viele Jahre als Schule genutzte Schloss sanieren und zu einem touristischen Bildungszentrum herrichten lassen.

Wirklich passiert ist so gut wie nichts. Lediglich ein kleines Stück vom Dach wurde neu eingedeckt, aber auch davon ist heute nichts mehr zu sehen. Auch der Eigentümer war schon seit Jahren nicht mehr in Hohennauen. „Wir können zum Schloss nichts sagen“, heißt es auf telefonische Nachfrage aus dem Umfeld des Unternehmensberaters. Der Besitzer selbst war nicht zu erreichen.

Die Eingangstüren zum Schloss hat der Landkreis zur Sicherung des Objektes zumauern lassen, auch einige Fenster. Zudem ist das Schloss mit einem Sicherungsband abgesperrt. Niemand darf den Park betreten.

Von Norbert Stein

Der Maler und Bildhauer Lutz Friedel, der sein Atelier in einem kleinen Ort nicht weit von Rathenow hat, ist sehr gefragt. Ab Montag, den 14. September, zeigt er unter dem Titel „Vorbilder. Gegenbilder“ im Verbindungsbüro des Deutschen Bundestages bei der Europäischen Union in Brüssel eine Auswahl seiner Gemälde.

14.09.2015

Mit Blick auf die Industrialisierung von Premnitz, die vor 100 Jahren begann, fängt am Montag nach einem Festakt im Beisein von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) der Abriss der riesigen Hallen des Viskosewerks an. Als einziges großes Erinnerungsstück bleibt das Schwungrad erhalten, das im Stadtzentrum aufgestellt ist.

14.09.2015

Auch wenn man es fast vergessen hat: 600 Jahre lang gehörte in Brandenburg der Weinanbau so selbstverständlich zur Stadt wie der Roland und die Havel. In der kommenden Woche soll die erste Lese auf dem vor zwei Jahren neu angelegten Weinberg beginnen. Die Spannung steigt!

14.09.2015
Anzeige