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Rathenow Hier landet die Kloschüssel im Grünen
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17:21 13.03.2019
An mehreren Stellen im Stadtgebiet laden Bürger illegal Müll ab. Im Falkenweg in Rathenow sieht es so aus. Quelle: Foto: Christin Schmidt
Rathenow

Ob im Wald, auf Wiesen, an Wegesrändern, unbewohnten Grundstücken, sogar im Naturschutzgebiet schrecken einige nicht davor zurück, ihren Dreck abzuladen. Auch in Rathenow gibt es dafür zahlreiche Beispiele.

Dazu gehört ein Grundstück am Falkenweg. Wer von Hohennauen aus auf der B102 in die Stadt fährt, dem dürfte der Schandfleck bereits ins Auge gefallen sein. Vor einem herunter getretenen Zaun liegt eine alte Rückbankablage, dahinter Bauschutt, Farbeimer und vieles mehr.

Ähnliches sieht es in der Parkstraße aus, wo sich vor und zwischen den Garagen Unrat stapelt. „Vor einem Jahr wurde hier eine Garage aufgebrochen. Seither laden immer mehr Bürger ihren Müll hier ab“, berichtet Anwohner Dieter Wiesinger.

Auch vor und zwischen den Garagen in der Parkstraße laden einige Bürger ihre Müll ab. Quelle: Christin Schmidt

Jörg Rakow, der für die CDU in der Rathenower Stadtverordnetenversammlung sitzt, kennt weitere Dreckecken: „Im Naturschutzgebiet neben der Milower Landstraße liegen in einem Wäldchen Gipskarton, Fensterscheiben, Reste eines Pools und anderer Sperrmüll. Ich bin in diesem Gebiet Jagdpächter und ärgere mich immer wieder über die Unverfrorenheit einige Bürger.“

Offenbar wissen die Übeltäter nicht, dass auf dem Wertstoffhof in Bölkershof vieles kostenlos entsorgt werden. Hier wird jeder Schrott, Papier, Elektrogeräte und auch Sperrmüll aus privaten Haushalten los ohne dafür zu bezahlen. Den Weg in den Wald können sich die Umweltsünder also sparen.

Eins haben diese illegalen Müllsammelkippen gemeinsam: Wo erst einmal etwas liegt, kommt auch schnell etwas dazu. Als wäre dieser Frevel eine Einladung, um an Ort und Stelle noch mehr illegal zu entsorgen. Das Nachsehen haben die Behörden.

Umweltsünder verursachen immer wieder Kosten

„Allein im Jahr 2018 waren Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes 40 Mal im Einsatz, um herrenlosen Müll zu beseitigen“, berichtet Bau- und Ordnungsamtsleiter Matthias Remus .

Pro Einsatz fallen je nach Menge zwischen 50 und 500 Euro an – nicht für die Entsorgung selbst, denn die ist kostenlos, sondern für den Arbeitseinsatz. Geld, das ohne Frage sehr gut für andere Zwecke genutzt werden könnte.

Die Hinweise auf solche illegalen Müllansammlungen kommen häufig von Bürgern. Mitarbeiter der Stadt fotografieren das Ganze, um mit dem Landkreis zu klären, ob der Müll kostenlos entsorgt werden kann.

Landkreis, Stadt, Forst und Naturschutzbehörde kümmern sich um den Müll

„Es ist jedes Mal eine Einzelfallentscheidung“, macht Remus deutlich. Denn je nach dem wo der Müll liegt, gibt es unterschiedliche Zuständigkeiten, die im Paragraf 4 des Brandenburgischen Abfallgesetzes geregelt sind.

Demnach ist für die Entsorgung von „herrenlosem Müll“, also Abfällen, die keinem Verursacher zugeordnet werden können, der Landkreis als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger zuständig. Er muss Abfälle einsammeln und entsorgen, „die auf für die Allgemeinheit frei zugänglichen Grundstücken unzulässig abgelagert werden“ und „das Wohl der Allgemeinheit beeinträchtigen“.

Das trifft auch auf die Dreckecke am Falkenweg zu. Hier handelt es sich um ein privates Grundstück, dass schon mehrfach beräumt wurde. Meist dauert es aber nicht lange, bis neuer Müll hingeschmissen wird.

Gassi gehen und dabei Müll entsorgen

Die Gemeinden wiederum sind für die Straßen in den Ortschaften sowie für ihre Parks, Grünanlagen und sonstige Einrichtungen zuständig. Hierzu gehört auch die Parkstraße mit dem städtischen Garagenkomplex.

Um Dreckecken im Wald kümmert sich die Forstbehörde, für herrenlosen Abfall in Naturschutzgebieten wie dem Bereich an der Milower Landstraße ist die Untere Naturschutzbehörde zuständig.

Jörg Rakow kann nicht verstehen, dass hier selbst einfacher Hausmüll hingekippt wird. „Die Leute führen dort ihre Hunde aus und wenn es keiner sieht wird auch gleich der Hausmüll abgeladen.“

Von Christin Schmidt

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