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Rathenow Ins Atelier geblickt: Ute Arndt
Lokales Havelland Rathenow Ins Atelier geblickt: Ute Arndt
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17:44 08.10.2018
Ute Arndt im Offenen Atelier des Kulturzentrums. Hier arbeitet sie einer Ansicht der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Wie es ihre Spezialität ist, nicht mit Pinsel, sondern Spachtel. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

 Gelehrt hat sie lange genug. Jetzt will sie die viele freie Zeit nutzen, um selbst mehr zu lernen. Im jungen Rentenalter von 61 Jahren ist Ute Arndt am Ende des letzten Schuljahres als Lehrerin in den Ruhestand gegangen. Gegenwärtig noch darf man es ihr durchgehen lassen, wenn sie sich als „Hobbymalerin“ bezeichnet. Da sie aber vor allem das Malen meint, wenn sie vom Lernen spricht, wird sie bald nicht mehr abstreiten können, eine Künstlerin zu sein.

Dass sie Werke zaubern kann, die sich die Menschen gern anschauen, hat sie schon bewiesen. Mit einer Art „Publikumspreis“ ist sie belohnt worden , als die Besucher der Rathenower Frühlingsgalerie 2017 erstmals auswählen durften, von welchem oder welcher der an verschiedenen Orten im Stadtzentrum vertretenen Künstlerinnen und Künstler sie bald im Rathaus eine Einzelausstellung sehen würden. Mit ihrem „Blütenschimmer“ (Foto unten) hat Ute Arndt die meisten Stimmen bekommen.

Ihr Bild „Blütenschimmer“ war das meistgewählte der Frühlingsgalerie 2017. Quelle: Bernd Geske

Im Januar dieses Jahres hat sie dafür ihre erste Einzelausstellung bekommen. Weil sie zu dem Zeitpunkt noch nicht so viele eigene Bilder hatte, dass sie damit alle im Rathaus zur Verfügung gestellten Wände schmücken wollte, bat sie darum, einen zweiten Künstler dazu zu nehmen. In der gemeinsamen Präsentation „Momente“ stellte dann Sascha Vergin mit ihr aus.

Es ist um die Jahrtausendwende gewesen, da hat Ute Arndt für sich entschieden, dass sie ihr Leben ein wenig „entschleunigen“ will. Mit ihrem Engagement in der Schule und viel Sport in der Freizeit hatte sie festgestellt, dass sie nie richtig Zeit fand, um sich entspannt zurückzulehnen. Da sie als Mädchen schon gern gemalt und gezeichnet hatte, kam ihr dieses Hobby in den Sinn.

„Am Wolzensee“, zwei Birken in Öl. Quelle: Bernd Geske

„Wenn ich etwas mache“, erklärt sie, „dann möchte ich auch wissen, wie es funktioniert.“ Zuerst belegte sie einen Aquarell-Kurs bei Michael Student. Ein, zwei Jahre später begann sie beim selben Meister, etwas über Ölmalerei zu lernen. Eine eigene Handschrift entwickelte sie hier bald, weil sie das Malen mit dem Pinsel auf die Dauer nicht begeisterte. Sie begann, die Ölfarben auf die Leinwand zu spachteln – und ist bis heute dabei geblieben.

„Ich hatte das Bedürfnis, mich von der beim Pinsel geforderten Genauigkeit zu lösen“, blickt Ute Arndt zurück, „ich habe entdeckt, dass sich mit dem Spachtel immer wieder andere Möglichkeiten bieten.“ Es waren viele Blumen und Wiesen, die sie in den ersten Jahren gemalt (mag sagt nicht „gespachtelt“) hat. Da die Kinder groß und aus dem Haus sind, ist natürlich ein Kinderzimmer zu ihrem Malzimmer geworden. Ölmalerei braucht Platz. Und die Acrylmalerei braucht auch Platz, der sie sich seit einiger Zeit stärker widmet.

Ein früheres Werk, die „Wiese“. Quelle: Bernd Geske

„Ich male gern in der Gruppe“, teilt Ute Arndt mit. Sie hat zusammen mit Jordis Hammer und Annelie Knobloch 2016 das Offene Atelier im Kulturzentrum gegründet. Seit kurzem ist Ina Höffler aus Hohennauen als vierte Frau mit dabei. Das Offene Atelier ist an jedem 1. Sonntag eines Monats von 14 bis 17 Uhr auf Besucher eingestellt. Jeden Mittwochabend treffen die Künstlerinnen sich. Jeden Dienstagabend ist Ute Arndt bei einem Volkshochschulkurs dabei und bis zu sechsmal im Jahr fährt sie zu einem Wochenendkurs bei Jordis Hammer in Gülpe.

Jetzt im beruflichen Ruhestand müsste sie viel mehr Muße zum Malen haben, ja? „Ich nehme mir für bestimmte Dinge mehr Zeit“, antwortet Ute Arndt und ergänzt: „Ich bin aber noch in der Findungsphase, um zu lernen, wie ich künftig mit der Zeit umgehen will.“

Mit dem Erschließen neuer Maltechniken ist sie noch nicht am Ende. Sie arbeitet verstärkt mit Acrylfarben und lernt „immer noch dazu“. Das heißt, sie malt nicht einfach nur mit Acrylfarbe pur. Sie mischt Marmormehl, Schieferpulver, Sande und Sumpfkalk hinein, das gibt dem Bild eine dreidimensionale Struktur. Manchmal mischt sie auch Beize und Tinte dazu. Sie hat zudem begonnen, Stoffe mit zu verwenden, die oxidieren. Eisen- und Kupferpulver zum Beispiel.

Ute Arndt ist 1957 geboren worden. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und ein Enkelkind.

Von 1976 bis 1980 hat sie an der Pädagogischen Hochschule in Potsdam studiert und den Abschluss einer Diplomlehrerin für Deutsch und Geschichte erworben.

Seit dem Ende des Schuljahres 2017/2018 ist sie beruflich im Ruhestand.

Seit 2005 besuchte sie verschiedene Öl-Malkurse bei Michael Student, seit 2016 Kurse bei Jordis Hammer zu Mischtechniken in Acryl.

Seit 2011 war sie Mitglied des Künstlerkreises Rathenow.

Im gleichen Jahr nahm sie teil an einer Gemeinschaftsausstellung in Tokio und Fukushima.

Seit 2015 ist sie Mitglied der Künstlergruppe Altmark.

2016 war sie Mitgründerin und ist seitdem Gestalterin des Offenen Ateliers im Kulturzentrum Rathenow.

Bei all dieser Mischerei kann am Anfang nicht klar sein, was am Ende dabei heraus kommt. Das sei spannend und aufregend, stellt Ute Arndt fest. Sie habe jetzt mehr Zeit, um die Techniken zu festigen. Das Neue locke sie sehr. Sie wisse schon, dass jetzt mehr Bilder entstehen.

Von Bernd Geske

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