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Rathenow Inspektion am Mühlenwehr
Lokales Havelland Rathenow Inspektion am Mühlenwehr
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13:05 31.05.2018
Vermessungsingenieur Christian Dommer bei der Arbeit in der trocken gelegten rechten Kammer des Rathenower Mühlenwehrs. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Am Mühlenwehr findet derzeit eine umfangreiche Inspektion statt. Seit einigen Tagen ist das rechte Wehrfeld trocken gelegt, um den Fachleuten eine Untersuchung der Technik zu gewähren. Ende dieser Woche sollen nach Auskunft von Jens Knuth vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) die Arbeiten an diesem Wehrfeld abgeschlossen werden. Ab der kommenden Woche wird das linke Wehrfeld trocken gelegt und untersucht. Die gesamte Inspektion soll Mitte Juni abgeschlossen werden.

Alle sechs Jahre werden Wasserbauwerke wie das Mühlenwehr auf Herz und Nieren geprüft. Weil große Teile der zu untersuchenden Technik unter Wasser liegen, muss das Wehr trocken gelegt werden. Zu diesem Zweck wird ein so genannter Revisionsverschluss installiert. Das ist, vereinfacht gesagt, eine mobile Stauwand, die vor das Wehr gesetzt wird, um das Wasser fernzuhalten.

Die Staustufe Rathenow

Ab Havelkilometer 103 durchfließt die Havel das Rathenower Stadtgebiet. Sie teilt sich in mehrere Arme: die Rathenower Havel, die Vorderarchen (oder Kleine Archen), die Hinterarchen (oder Große Archen), den Schleusenkanal an der Hauptschleuse und den Stadtkanal sowie den Durchlass an „Hellers Loch”.

Die Havelarme vereinen sich im Süden der Stadt wieder zu einem Hauptfluss. In den Havelarmen befinden sich Wehre und Schleusen. Sie alle zusammen werden von den Wasserexperten als Staustufe Rathenow bezeichnet.

Nach Abschluss der Sanierung der Staustufe Rathenow soll der Havelpegel über zwei leistungsfähige Wehre reguliert werden – das Mühlenwehr und das Hinterarchenwehr. Das Vorderarchenwehr wird außer Betrieb genommen.

Die Wehre am Mühlendamm und an den Hinterarchen werden zusammen 360 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abführen können – selbst vor einem Jahrhundertwasser mit einer Durchflussmenge von 310 Kubikmetern pro Sekunde müssten Rathenower dann keine Angst mehr haben.

„Nachdem das rechte Wehrfeld trocken gelegt worden war, sind die Teile gereinigt und von Fachleuten begutachtet worden“, erläutert Knuth. Es gehe darum, Schäden zu erfassen. Das geschehe zum einen per Sichtkontrolle. Zum anderen seien Vermessungsingenieure im Einsatz, um zu ergründen, ob es durch den Druck, der auf dem Bauwerk laste, zu Veränderungen gekommen sei. Das alles werde genau dokumentiert. Überschaubare Schäden wie Risse im Mauerwerk würden sofort behoben. Werde ein größerer Mangel festgestellt, der nicht gleich abzustellen sei, müsse ein Termin festgelegt werden, an dem das Wehr erneut trocken zu legen sei. Die erforderliche Reparatur werde dann ausgeschrieben und der Auftrag an eine geeignete Fachfirma vergeben.

Bei den vorbereitenden Arbeiten zur Trockenlegung des Wehrfeldes kamen auch Taucher zum Einsatz. Quelle: Markus Kniebeler

Für die derzeitige Inspektion gibt es noch einen anderen Grund. Im Jahr 2013 waren die defektanfälligen Gleitsegmentlager des Wehres durch Bolzenlager ersetzt worden. In diesem Sommer läuft die Gewährleistungsfrist des Herstellers ab. Zu diesem Zweck werden die Lager noch einmal genau untersucht, um bei erkennbaren Mängeln Gewährleistungsansprüche fristgerecht geltend machen zu können.

Tatsache ist, dass das Wehr nach dem Austausch der Lager zuverlässig funktioniert. Das war vorher nicht der Fall. Nur kurze Zeit nach dem Neubau des Wehres musste dieses im Jahr 2008 außer Betrieb genommen werden. Ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen dem Wasser- und Schifffahrtsamt und der Baufirma folgte. Im Jahr 2013 fiel dann der Entschluss, die Lager auszutauschen. Hier ging das WSA Brandenburg in Ersatzvornahme, da der Rechtsstreit bis zum heutigen Tag noch nicht beigelegt ist.

Zeitweilige Verkehrsbehinderung nicht ausgeschlossen

Das Setzen des rechten Revisionsverschlusses erfolgte mit Krantechnik von einem Wasserfahrzeug aus, für das Setzen und Ziehen des linken Revisionsverschlusses wird für kurze Zeit die Wehrbrücke für den Verkehr gesperrt werden müssen.

Der Neubau des Mühlenwehrs ist der erste Teil eines umfangreichen Sanierungsprojekts, das die gesamte Staustufe Rathenow umfasst. In einem zweiten Schritt soll das Hinterarchenwehr abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Außerdem ist der Rückbau der Wehranlage an den Vorderarchen Teil dieses Sanierungsvorhabens. Verantwortlich ist das WSA. Aber auch die Stadt ist beteiligt. Weil ihr die Straße gehört, die über das Hinterarchenwehr führt, hat sie die Kosten zu tragen, die für den Neubau der Straße anfallen. Diese dürften sich ersten Schätzungen zufolge auf rund 700 000 Euro belaufen.

Von Markus Kniebeler

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