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Rathenow Keine Lösung für Offizierscasino
Lokales Havelland Rathenow Keine Lösung für Offizierscasino
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18:04 31.05.2018
Das Rathenower Offizierscasino. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Auch nach einem vom Finanzministerium angestoßenen Treffen von Verantwortungsträgern ist die Zukunft des Rathenower Offizierscasinos so ungewiss wie zuvor. Immerhin hat es den Anschein, als könne es in Fragen des Denkmalschutzes, die bislang eine Entwicklung hemmten, Bewegung geben. Wie Finanzminister Christian Görke auf MAZ-Anfrage mitteilte, hätten Vertreter des Brandenburgischen Amtes für Denkmalschutz signalisiert, den Schutzstatus, unter dem das Gebäude steht, unter bestimmten Umständen zu lockern. Und zwar dann, wenn jemand ein schlüssiges Konzept zur Entwicklung der Liegenschaft vorlege.

Land für herrenloses Grundstück verantwortlich

Dass das Finanzministerium in der Sache aktiv geworden ist, hat einen einfachen Grund. Nachdem der Eigentümer des Casinos seine Rechte an demselben abgetreten hat, liegt das so genannte Aneignungsrecht für die nun herrenlose Immobilie beim Land.

„Das Land wird sich das Casino nicht aneignen“, stellte Görke klar. Denn dazu müsse es eine Verwendung für das Gebäude haben. Das sei nicht der Fall. „Wir sind gewillt, das Aneignungsrecht abzutreten“, so Görke weiter. Und der Minister machte keinen Hehl daraus, dass sein Haus eine kommunale Lösung präferiere. So wolle man verhindern, dass sich jemand das Grundstück zum Spekulationszweck aneigne. Genau das war vor fünf Jahren geschehen, als ein Geschäftsmann das Aneignungsrecht erwarb in der Hoffnung, aus dem Erwerb Profit zu schlagen.

Kommunale Lösung bedeutet aus Sicht Görkes, dass die Stadt Rathenow gemeinsam mit der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Verantwortung übernehmen soll. Er wisse auch, so der Minister, dass eine denkmalgerechte Sanierung des Casinos von diesen Partnern nicht zu leisten sei. Aber wenn ein schlüssiges Neubaukonzept vorgelegt werde, dann könne der Denkmalschutz – wie angedeutet – das Haus möglicherweise für den Abriss freigeben. Ob dann eventuell schützenswerte Bauteile des alten Casinos in den Neubau integriert werden könnten, sei dann im Detail zu verhandeln.

Abrisskosten machen Investition unrentabel

Ob es ein schlüssiges Neubaukonzept gibt oder geben kann, steht indes in den Sternen. „Auch wenn die Kommune in die Sache einsteigt, muss ein wie auch immer geartetes Vorhaben wirtschaftlich darstellbar sein“, sagt Rathenows stellvertretender Bürgermeister Hans-Jürgen Lemle, der an dem Treffen teilnahm. Und da sehe er ein großes Problem. Denn selbst wenn der Denkmalschutz dem Abriss des Casinos zustimme, blieben die damit verbundenen Kosten ein großer Hemmschuh für jeden Investor.

„Groben Schätzungen zufolge wird der Abriss zwischen 300 000 und 400 000 Euro kosten“, so Lemle. Bei der Zusammenkunft hätten Vertreter des Ministeriums deutlich zu verstehen gegeben, dass es vom Land für den Abriss keine Unterstützung gebe. Die Kosten seien also vom potenziellen Investor in die Kalkulation einzubeziehen. Und damit habe sich die Sache so gut wie erledigt. „Wirtschaftlich wäre unter diesen Voraussetzungen eine kommunale Lösung unter Einbeziehung der KWR nicht mehr vertretbar.“

Und was nun? „Das ist eine ungeheuer vertrackte Geschichte“, sagt Hans-Jürgen Lemle. Trotz der sehr konstruktiven Initiative des Finanzministeriums werde es in Sachen Offizierscasino weder eine schnelle, noch eine einfache Lösung geben. Die Stadt wolle in Kontakt zum Eigentümer des Nachbargrundstücks treten, der dort ein Bauvorhaben plane. „Vielleicht eröffnen sich da noch Möglichkeiten“, so Lemle. Wie eine überzeugende Option klingt das allerdings nicht.

Von Markus Kniebeler

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