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Rathenow Kleingärten sollen Bauland werden
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11:00 31.10.2018
Diese Gartengrundstücke an der Semliner Straße könnten in Baugrundstücke umgewandelt werden. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Wer in der letzten Zeit auf der Semliner Straße unterwegs war, der wird es bemerkt haben. Auf den Parzellen der Gartensparte Fortschritt, die an der Straße liegen, tut sich was. Alte Schuppen wurde abgerissen, wucherndes Buschwerk wurde entfernt, Müll liegt auf einem Haufen zusammen. Er habe ein bisschen Ordnung auf den verwahrlosten Flächen schaffen wollen, sagt Alfred Neumann, der Eigentümer der Sparte. Mehr wolle er derzeit zu dem Thema nicht sagen.

Dabei gäbe es Einiges zu berichten. Auf der Tagesordnung des Bauausschusses, der am kommenden Dienstag tagt, steht ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für das Gebiet an der Semliner Straße. Eingebracht wurde die Vorlage von der FDP.

Nachfrage nach Bauland steigt

Karsten Ziehm hatte auf der letzten Sitzung des Bauausschusses gesagt, es sei wünschenswert, dass die an der Semliner Straße liegenden Grundstücke bebaut werden. Die Nachfrage nach Baugrundstücken für Eigenheime habe in den vergangenen drei Jahren stark angezogen. Wenn man es ernst meine mit dem Plan, Menschen aus dem Berliner Raum für einen Umzug nach Rathenow zu gewinnen, dann müsse man auch die infrastrukturellen Voraussetzungen schaffen. Die Bereitstellung von Baugrundstücken gehöre dazu.

50 000 Quadratmeter Gartenland

Die Kleingartenanlage Fortschritt an der Semliner Straße ist die drittälteste Anlage in der Stadt Rathenow.

Das Gelände, das von der Semliner Straße, der Marie-Curie-Straße und der Humboldtstraße eingegrenzt wird, ist rund 50 000 Quadratmeter groß.

Eigentümer des Geländes ist Alfred Neumann. Die Gartenpächter sind im Verein Kolonie Fortschritt organisiert, der zwischen 90 und 100 Mitglieder hat.

Es gibt noch freie Gärten, die an Interessenten verpachtet werden können.

Die Grundstücke, die nach dem Willen des Eigentümers bebaut werden sollen, liegen unmittelbar an der Semliner Straße. Die für die Umwandlung in Bauland vorgesehenen Brachen haben eine Gesamtfläche von rund 5000 Quadratmetern.

Sollte die Aufstellung eines B-Plans für das Gesamtareal beschlossen werden, dann wird in diesem verbindlich festgelegt, wo gebaut werden darf und welche Flächen grün bleiben müssen.

Vor anderthalb Jahren hatte es schon einmal einen Vorstoß des Eigentümers gegeben, die baurechtlichen Voraussetzungen für eine Vermarktung der an der Straße liegenden Gartengrundstücke zu schaffen. Damals hatte es erbitterten Widerstand aus den Reihen des Vereins Kolonie Fortschritt gegeben. Die Anlage, es handelt sich um die drittälteste in der Stadt Rathenow, müsse als solche erhalten bleiben. Auch die Zusicherung Neumanns, er wolle die Bebauung auf die Straßengrundstücke beschränken, konnte die Datschenbesitzer nicht beruhigen.

Dann kam es zu einer Auseinandersetzung vor Gericht. Es habe einen gerichtlichen Vergleich in der Angelegenheit gegeben, heißt es in der Begründung der Beschlussvorlage. „Aus diesem Grund steht einer teilweisen Wohnbebauung nichts mehr entgegen.“

Dem Wort teilweise kommt in diesem Text große Bedeutung zu. Tatsächlich könnte mit einem Bebauungsplan verbindlich geregelt werden, welche Flächen für eine Bebauung freigegeben werden sollen, und welche nicht.

Neueinschätzung im Rathaus

Jens Hubald, Leiter des Sachgebietes Stadtentwicklung im Rathenower Rathaus, erklärt die Lage. Ursprünglich habe die Verwaltung die Änderung des Flächennutzungsplanes abgelehnt. Vor einigen Jahren, als das Thema erstmals diskutiert wurde, habe es schlicht und einfach keinen Bedarf gegeben, Grünflächen der Sparte in Bauland umzuwandeln.

Mittlerweile habe sich die Lage geändert, erklärt Hubald. Die Nachfrage nach Bauland sei gestiegen. Eine grundsätzliche Ablehnung jeglicher Bebauung werde auch von der Stadt nicht mehr verfolgt. Wenn Kleingärtner und Eigentümer sich einig seien, könne über eine Teilbebauung nachgedacht werden.

Hubald macht deutlich, dass mit der Aufstellung eines B-Plans mitnichten die Weichen für eine Bebauung des gesamten, rund 50 000 Quadratmeter großen Areals gestellt werden. Ziel sei es, den Weg für die Bebauung der Straßengrundstücke frei zu machen. Und gleichzeitig festzuschreiben, dass das dahinter liegende Gelände als Kleingartenanlage geschützt und für jede Bebauung tabu bleibt.

Der Vorstand des Vereins Kolonie Fortschritt legt darauf großen Wert. Mit den Bauplänen des Eigentümers könne man leben, wenn diese tatsächlich auf die Grundstücke an der Semliner Straße begrenzt bleiben, lautet die Meinung aus Vorstandskreisen. Wichtig sei es, rechtlich verbindlich festzuschreiben, dass der Rest der Gartensparte als solche erhalten bleibt. Diese Sicherheit sei wichtig, um weitere Pächter zu gewinnen. Denn in den vergangenen zwei Jahren hätten die Spekulationen dazu geführt, dass potenzielle Interessenten mit der Pacht eines Gartengrundstücks abgewartet hätten.

Von Markus Kniebeler

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