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Rathenow Kneipp-Verein vor 20 Jahren gegründet
Lokales Havelland Rathenow Kneipp-Verein vor 20 Jahren gegründet
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21:44 07.08.2018
Die Mitglieder des Rathenower Kneipp Vereins haben den Kneipp Pfad in Bahnitz wieder hergerichtet. Doris Geib, Edeltraud Kreitling, Werner Galys, Siegried und Holger Schiebold und Inge Galys (v.l.) RVBRB. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Es gibt Vereinsjubiläen, die sind es wert, genauer hinzuschauen. Der Kneipp Verein Rathenow hat jetzt 20jähriges Bestehen gefeiert. Und einige der Teilnehmer an der Jubiläumsveranstaltung werden noch ganz genau wissen, wie der Verein fast aufgelöst worden wäre.

Holger Schiebold hatte im Jahr 1998 angeregt, den Verein zu gründen. Schiebold stand der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit im Havelland vor, die sich ohnehin intensiv mit Fragen zur Gesundheitserhaltung Vorbeugungsprojekten beschäftigte.

Mehr als nur Vorträge

Was lag da näher, als die Lehren des Wasserpfarrers Sebastian Kneipp? Natürlich darf man Kneipp nicht allein aufs Wassertreten beschränken – auch wenn das vielleicht ein wesentlicher Bestandteil der Kneipp’schen Lehren ist. Der Kneipp-Verein Rathenow wurde gegründet, Holger Schiebold nahm das Amt des Vorsitzenden an. Und von Anfang an war klar, dass die Mitglieder mehr wollten, als nur Vorträge und Wanderungen.

Holger Schiebold erinnert an die Projekte, die der Kneipp-Verein angestoßen hat. Kneipp-Pfade gibt es in Bahnitz und auf dem Kita-Gelände Milow- Hier durfte sich die Kindertagesstätte sogar „Kneipp-Kita“ nennen. Das alles immer mit dem Hintergedanken, die Ideen des Wasserpfarrers Sebastian Kneipp hinauszutragen in das ganze Havelland.

Zwei Zitate

Zwei Zitate umschreiben nach Ansicht von Holger Schiebold, was der Verein will: „Mörder bekommen lebenslänglich; Nahrungsmittelfälscher sollten die gleiche Strafe bekommen – sie sind indirekte Mörder. Mancher stirbt darum, ohne dass man die eigentliche Ursache kennt.“ Zitat Nummer zwei: „Wenn die Menschen nur halb so viel Sorgfalt darauf verwenden würden, sich gesund zu erhalten, wie sie unbewusst Mühe verwenden, krank zu werden – die Hälfte der Krankheiten bliebe ihnen erspart.“

Neun Gründungsmitglieder hatte der Verein: Wolfdietrich Ruthe (inzwischen verstorben), Jutta Marth, Günter Klimpel, Werner Galys, Heinz-Walter Knackmuß, Hans-Jürgen Lünser, Hans-Jürgen Preetz, Albert Pape und Holger Schiebold. Inzwischen hat der Verein 44 Mitglieder.

Interesse lahmte

Mit viel Engagement ging es an die Vereinsarbeit – und doch verschickte Holger Schiebold nach einigen Jahren eine Einladung an die Mitglieder, in der die Auflösung beschlossen werden sollte. Die Mitglieder trafen sich in der Theatergaststätte des Kulturzentrums. Holger Schiebold hatte – weil Mitglieder im Vorstand abgesprungen waren – schon länger die Kasse mitverwaltet. Und das Interesse im Vorstand mitzuarbeiten lahmte.

Doch als Holger Schiebold bei besagter Versammlung den Auflösungsbeschluss vorlas, regte sich Widerstand in den Reihen der Mitglieder. So wollten sie nicht auseinandergehen. Nach einer Phase des Nachdenken, wurde die Vereinsführung gewählt, die Kneippianer gab es weiter.

Freunde zum Jubiläum

Und darüber freuten sich zur Jubiläumsfeier auch der Vize-Landtagspräsident Dieter Dombrowski aus Bahnitz und die Vorsitzende des Kneipp-Landesverbandes Brandenburg, Gudrun Beckmann. Sie hielt einen Vortrag zum Thema „Ganzheitliche Atempflege“. Holger Schiebold muss lachen: „Unsere Mitglieder waren hier gezwungenermaßen zum Mitmachen aufgefordert. Es hat viel Spaß gemacht. Im Jahr 2004 hatten wir dieses Thema schon einmal auf der Tagesordnung.“

Es sei eine erfolgreiche, gut besuchte und schöne Veranstaltung gewesen. Vom Kneipp-Präsidium, Präsident Klaus Holetschek an der Spitze und vom Kneipp-Landesverband gab es Anerkennungsschreiben und Geld für die weitere Vereinsarbeit. Gefeiert wurde zum Mühlenfest. das hat beim Kneipp-Verein Tradition. Und natürlich sind die Kneippianer keine Kostverächter. Der Apothekenlikör von Werner Galys und der Walnusslikör von Sigrid Schiebold waren schnell ausgetrunken.

148 Veranstaltungen in 20 Jahren

In 20 Jahren gab es 148 Veranstaltungen, zu denen der Kneipp-Verein seine Mitglieder oder die Öffentlichkeit eingeladen hatte. Alle Veranstaltungen ware auf die fünf Kneipp-5 Säulen fixiert, oft wurden mehrere Säulen kombiniert (Radtour zu Heilkräutern oder Bewegung (Radtour) oder Heikräuter (Pilzsammlung). Es gab 20 Mitgliedervollversammlungen, ebenso viele Vorstandssitzungen, 18 Weihnachtfeiern 15 Teilnahmen an den Gesundheitstagen,14 Mühlenfeste, 13 Pilzwanderungen, Jubiläumsgeier im Optikpark Rathennow und mehr als 30 sonstige Veranstaltungen. Zum Beispiel Besuch Bauer Käthe, Besuch Pension Knoblauch, Besuch Bad Wilsnack, Besuch Bundestag, Besuche Ohst AG, Juliushütte, Großderschau, Kremserfahrt, Kräuter-Rad-Wanderungen und mehr.

Das Fest beschloss Holger Schiebold wieder mit Kneipp-Zitaten: „Will der Mensch gesund sein, ein langes Leben führen und die ihm von Gott gesetzte Bestimmung erfüllen, so muss er mit grosser Sorgfalt sowohl den ganzen Körper wie auch die einzelnen Teile desselben pflegen“. Und: „Saufen wollen sie alle, sterben will keiner.“

Von Joachim Wilisch

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