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Rathenow Hier werden geflüchtete Frauen gestärkt
Lokales Havelland Rathenow Hier werden geflüchtete Frauen gestärkt
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10:34 19.02.2019
Fatuma Musa Afrah aus Somalia (M.) organisiert Hilfsprojekte in Premnitz und Rathenow. Pfarrer Hans-Dieter Kübler stellte dafür 2018 das Gemeindezentrum in Premnitz zur Verfügung. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Ohne Frage, über das Thema Flucht haben die Medien in den vergangenen Jahren häufig berichtet – aus unterschiedlichen Perspektiven, zu verschiedensten Anlässen. Ebenso war und ist die Unterstützung für die neuen Mitbürger auch im Havelland groß.

Eines kommt aber noch immer zu kurz, meint Fatuma Musa Afrah, die Stärkung geflüchteter Frauen. Genau diese will die junge Frau aus Kenia vorantreiben. Am 1. März organisiert sie gemeinsam mit Indre Bogdan, Projektleiterin beim Bundesverband des Paritätischen Bildungswerks, eine Konferenz für Newcomerinnen in der Alten Mühle am Schwedendamm in Rathenow.

„Wir wollen mit geflüchteten Frauen arbeiten und nicht für sie, das ist die Idee. Wir müssen endlich anfangen, diese Frauen als Mitbürger zu sehen, die über ihre Anliegen und Probleme mitdiskutieren können und Teil der Lösung sind“, betont Fatuma Musa Afrah.

Unterstützung für geflüchtete Frauen in ländlichen Regionen

Die 29-Jährige weiß wovon sie spricht. Sie flüchtete selbst vor fünf Jahren aus Kenia, wo sie als Somalierin in einem der größten Flüchtlingscamps der Welt lebte. Heute ist sie in Berlin zuhause.

Im Herbst gründete sie mit dem Verein „United Action“ ihre eigene Beratungs- und Hilfsorganisation und tourt als Rednerin, Beraterin und Aktivistin durch Brandenburg, um geflüchtete Frauen in ländlichen Regionen zu unterstützen.

Seit Januar 2018 ist Fatuma Musa Afrah auch im Westhavelland aktiv. Mit der Konferenz „Empowerment von geflüchteten Frauen“ setzt sie diese Arbeit nun fort. Ziel der Konferenz ist es, dass Frauen mit Fluchterfahrung ihre Situation in Rathenow und Umgebung reflektieren.

Workshops in drei Sprachen

Dabei soll herausgefunden werden, was schon gut oder auch nicht gut läuft, beziehungsweise welche Angebote noch fehlen und welche Bedarfe nicht gedeckt sind.

Diese Fragen werden in drei Workshops aufgearbeitet, geleitet von Expertinnen,die in drei verschiedenen Sprachen (Farsi, Somali und Tigrinya) angeboten werden.

Zudem werden acht verschiedene Organisationen mit Infoständen vertreten sein, darunter die Integrations- und Migrationsbeauftragte des Havellandes, Anne-Christin Kubb, das Netzwerk Integration durch Qualifizierung, die Arbeiterwohlfahrt und die Volkshochschule Havelland.

Weitere Konferenz in Rathenow geplant

Die Vertreter werden nach dem Aufzeigen der Ergebnisse der Workshops mit den Frauen persönlich ins Gespräch gehen, um erste problemlösende Angebote für sie zu entwickeln.

Darüber hinaus soll am 8. November eine weitere Konferenz stattfinden, um noch einmal zusammen mit den Institutionen vertiefende Konzepte zur Verbesserung der Angebote zu entwickeln.

„Wir hoffen, dass wir an diesem Tag Newcomerinnen, Politik und die verschiedenen Institutionen zusammenbringen und dass sie Gemeinsam daran arbeiten, die Situation für die Frauen zu verbessern“, Fatuma Musa Afrah.

„Ich bin glücklich und stolz eine Frau zu sein“

Veranstalter ist der Konferenz ist der Verein United Action, gefördert wird das Vorhaben von der Robert Bosch Stiftung. Im Anschluss soll die Konferenz evaluiert werden, um das Konzept gegebenenfalls auch anderen Kommunen anzubieten.

„Unser Hauptziel ist es, geflüchteten Frauen eine Stimme zu geben“, sagt die 29-Jährige und fügt hinzu:

„Ich hoffe bald noch mehr Frauen zu sehen, die aufstehen und ihre Rechte einfordern. In dieser Hinsicht bewundere ich, wie die deutschen Frauen für ihre Rechte gekämpft haben und das noch immer tun. Ich bin froh, hier zu sein, mehr und mehr darüber zu lernen, um anderen schutzlosen Frauen, die Hilfe brauchen und oft vergessen werden, zu unterstützen. Ich bin glücklich und stolz eine Frau zu sein, das sollten sie auch sein.“

Von Christin Schmidt

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