Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Kranepuhl: Neue Tafel erinnert an 20 Opfer
Lokales Havelland Rathenow Kranepuhl: Neue Tafel erinnert an 20 Opfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:58 11.12.2016
Rosalinde Rennebarth mit der neuen Namenstafel für die Kriegsopfer, die jetzt in der Kranepuhler Dorfkirche steht.
Anzeige
Kranepuhl

„Unseren Helden zum Dank und ehrendes Gedächtnis“ ist auf dem großen Denkmal zu lesen, mit dem in dem 150-Einwohner-Dorf an die Toten der beiden Weltkriege erinnert. Die Inschrift, die 1927 in den Stein gemeißelt worden ist, entsprach dem damaligen Zeitgeist. Sie hat die Zeit überdauert. Anders als die Namen der Männer, denen der Stein gewidmet war. Lediglich der Name eines jungen Mannes, der im Ersten Weltkrieg ums Leben kam, ist noch schwach erkennbar.

„Genau das liegt mir schon seit vielen Jahren auf dem Herzen“, sagt Rosalinde Rennebarth. „Schon seit ich Ende der 90er-Jahre die Dorfchronik geschrieben habe.“ 16 Jahre liegen zwischen der 200 Seiten starken Veröffentlichung zur Ortsgeschichte und der Umsetzung der ehrgeizigen Idee, den Toten der Weltkriege ihre Namen zurückzugeben. Bereits vor einiger Zeit begann die Ruheständlerin, sich im Dorf für eine Erinnerungstafel stark zu machen. Sie forschte in Archiven, führte Telefonate, knüpfte Kontakte – nur so konnten die dafür erforderlichen Informationen zusammengetragen werden. Als alle Daten gesammelt waren, musste über die Form der Präsentation beraten werden. In der Enkeltochter ihres Bruders in Dresden fand die 76-Jährige genau die Ansprechpartnerin, die bei der Umsetzung des Vorhabens unterstützen konnte.

In der vergangenen Woche kam die neue Gedenktafel mit der Post im Dorf an. Gemeinsam mit den Kirchenältesten wurde nachfolgend im Gotteshaus nach einem geeigneten Platz für dieselbe gesucht. Am gestrigen Sonntag, als sich die Gemeinde zur musikalischen Adventsandacht dort versammelte, erklärte Pfarrer Jörg Frenzel noch einmal das Wieso und Warum der Tafel – sieben Jahrzehnte nach Ende des Zweiten und neun Jahrzehnte nach Ende des Ersten Weltkrieges ist es vielerorts im Hohen Fläming ein Anliegen, dem besonders die weniger werdenden Zeitzeugen ihr Augenmerk widmen.

Für Rosalinde Rennebarth sind diese Zeitspannen unbedeutend. Sie sagt: „Ich denke, dass die Tafel jetzt endlich in der Kirche hängt, ist im Sinne unserer Vorfahren“. Die Namen von sieben Toten aus dem Ersten und 13 Toten aus dem Zweiten Weltkrieg sind darauf zu lesen. Namen, die heute teilweise nicht einmal mehr im Dorf bekannt sind. „Und doch verbinden sie“, ist sich die 76-Jährige sicher und erklärt verwandtschaftliche Bande in die Nachbardörfer. Dann zeigt die Seniorin auf die Namen von Helmut und Fritz Jakob. Während der eine in Kriegsgefangenschaft starb, gilt der andere als vermisst. Für ihre Eltern in Kranepuhl war das Denkmal der einzige Ort, an dem sie um die Söhne trauern konnten. Wo sie begraben sind, ist bis heutzutage unbekannt. Alte Fotografien, die Rosel Rennebarth aufbewahrt, zeigen das Jakobsche Gehöft mit seinen Bewohnern - vor dem Zweiten Weltkrieg. Als Minna und Fritz Jakob noch nicht ahnen konnten, welches Schicksal ihren Kindern bevorsteht.

Als die Namenszüge der Toten aus dem Ersten Weltkrieg während der DDR-Zeit im Gedenkstein zu verwittern begannen, die Tafeln mit den Namenszügen der Toten aus dem Zweiten Weltkrieg sogar entfernt werden mussten, begann in Kranepuhl wie fast überall das viel zitierte verordnete Schweigen über die Schicksale. „Heute wohnen mein Mann und ich auf dem Gehöft der Jacobs“, offenbart Rosalinde Rennebarth. Ein weiterer Grund, warum sie sich so sehr für die Anfertigung der Tafel engagiert hat. Den Namen der Toten hat sie jedoch die weniger euphorischen Worte „Zum ehrenden Gedenken“ vorangestellt.

Von Christiane Sommer

Sechs Ausstellungsflächen in fünf Orten, dazu zwei separate Blumenhallen – mit 54 Hektar Gesamtfläche war die Bundesgartenschau zwar so groß wie andere, aber in Summe zu kleinteilig und unattraktiv. Hinzu kamen mieser Service und eine schlechte Gastronomie – und viele selbstgemachte Fehler.

29.03.2018
Brandenburg Kritik an Kreisfreiheitskampagne - Bürgerinitiative macht mobil gegen Tiemann

In Brandenburg an der Havel erhebt die Bürgerinitiative Packhof schwere Vorwürfe gegen die Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann. Im Kern wird ihr vorgeworfen, dass sie öffentliche Mittel dafür einsetzt, um eine Kampagne gegen die Kreisreform zu finanzieren.

07.12.2016
Havelland Steinmeier nominiert für den Bundestag - „Gut für uns, gut für Deutschland“

Das Ergebnis war vorhersehbar: Einstimmig ist Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (60) zum SPD-Spitzenkandidaten für den Wahlkreis 60 für die 2017 anstehende Bundestagswahl nominiert worden. Die Gerüchte um seine mögliche Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten spielten in Kloster Lehnin nur eine Nebenrolle.

06.11.2016
Anzeige