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Rathenow Aktionsbündnis klärt über Reichsbürger auf
Lokales Havelland Rathenow Aktionsbündnis klärt über Reichsbürger auf
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08:28 12.09.2018
Der Reichsbürger Joachim Widera posiert mit seinem „Deutsches Reich Reisepass“ vor der Kamera. Quelle: Patrick Widera/Dpa
Rathenow

Spätestens seit dem 2016 in Bayern ein Polizist von einem Reichsbürger ermordet wurde, dürfte jeder schon einmal diesen Begriff gehört haben. Doch was genau steckt dahinter?

Was wollen Reichsbürger und warum schließen sich Menschen dieser Bewegung an? Wofür steht diese und was bedeutet das für die Gesellschaft insgesamt?

Diese und weitere Fragen will Jan-Gerrit Keil, Kriminalpsychologe des Landeskriminalamts Brandenburg am kommenden Montag in Rathenow beantworten.

Reichsbürger auch im Havelland

Eingeladen haben ihn die Mitglieder des Aktionsbündnisses „Unser Rathenow: Miteinander – Füreinander“ in Zusammenarbeit mit der Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen. Ihr Ziel ist es, aufzuklären, zu informieren und allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, Fragen zu stellen.

In Brandenburg sind den Behörden etwa 600 „Reichsbürger“ bekannt, bundesweit wird die Zahl auf rund 18000 geschätzt. Es sind Menschen, die die Bundesrepublik Deutschland mitsamt Verfassung nicht anerkennen und das Gewaltmonopol des Staates in Frage stellen.

Auch im Havelland haben es insbesondere die Mitarbeiter in Behörden immer mal wieder mit typischen Reichsbürgern zu tun.

Unter anderem stellten seit Anfang 2017 mehrere Bürger in Rathenow Anträge auf Änderung ihres Reisepasses. Unter der Rubrik Staatsangehörigkeit sei unverzüglich „Deutsches Reich“ einzutragen, so die Kernforderung der Antragsteller – übrigens alle Männer.

Raus aus der Anonymität

Wahrten die Reichsbürger in der Vergangenheit in Anschreiben stets die Anonymität, bekennen sich viele seit etwa zwei Jahren ganz offiziell mit Namen zu ihrer Gesinnung.

Auch das Bürgerbündnis Havelland, das seit Ende 2015 alle 14 Tage mit Deutschlandfahnen auf dem Märkischen Platz in Rathenow steht, verbreitet gern öffentlich und lautstark Reichsbürger-Inhalte.

„Es ist uns ein Anliegen, zu diesem Thema ein Informationsangebot zu schaffen und alle Bürger einzuladen, sich damit auseinanderzusetzen“, erklärt Ute Arndt, Sprecherin des Aktionsbündnisses. Mike Stampehl, Koordinator der Partnerschaft für Demokratie, rät: „Wer zum Thema Reichsbürger mehr wissen möchte, als das, was im Fernsehen besprochen wird, sollte am Montag dabei sein.“

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im großen Saal der Alten Mühle am Schwedendamm. Der Eintritt ist frei. Alle Bürger sind eingeladen, sich zu informieren und Fragen zu stellen. Finanziert wird die Veranstaltung mit Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Von Christin Schmidt

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