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Rathenow Kultur soll künftig geplant werden
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16:54 12.03.2019
Auch die Jugend sorgt mit dem Laut und Bunt Festival jedes Jahr für kulturelle Vielfalt in der Stadt. Zum 10-jährigen Jubiläum rockten die Organisatoren die Bühne. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Wie ist es um die Kultur in Rathenow bestellt und braucht die Kreisstadt einen Kulturentwicklungsplan? Diese Frage diskutierten Ende Januar rund 30 Kulturschaffende, Mitarbeiter der Verwaltung und interessierte Abgeordnete im Kulturzentrum.

Das Ergebnis dieses Abends sind 25 Ideen, die die Verwaltung zusammengetragen und in sechs Themenschwerpunkte einsortiert hat. Am Montag stellte Hauptamtsleiter Jörg Zietemann den Mitgliedern des Bildungsausschusses die bisherige Arbeit vor, um weitere Schritte zu besprechen.

An erster Stelle steht dabei eine Bedarfsanalyse. Es gilt herauszufinden, was brauchen und was wollen die Rathenower? Aber auch die Bedürfnisse der Künstler und Vereine müssen erfasst werden, so Zietemann. Eine entsprechende Umfrage soll nun erarbeitet und auf den Weg gebracht werden.

Hauptamtsleiter Jörg Zietemann und Katrin Rentmeister, unter anderem zuständig für die Kultur in der Stadtverwaltung, arbeiten gemeinsam am Kulturentwicklungsplan. Quelle: Markus Kniebeler

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Öffentlichkeitsarbeit. „Wir in der Verwaltung wissen über das breite Kulturangebot sehr gut Bescheid, bei uns laufen die Informationen zusammen, aber die Öffentlichkeit weiß zu wenig darüber. Auch weil die Informationen auf unserer Internetseite schwer zu finden sind“, bemerkte Zietemann selbstkritisch.

Daran will die Stadt arbeiten. Künftig sollen Kulturtermine auf der Homepage der Stadt, die demnächst erneuert wird, schneller zu finden sein.

Wer Kultur bieten will, braucht dafür Räume und Auftrittsmöglichkeiten. Auch daran mangelt es, so ein weiteres Ergebnis der Diskussionsrunde.

„Dabei gibt es durchaus Kapazitäten, die nicht genutzt werden. Unter anderem, weil diese nicht bekannt sind“, so der Hauptamtsleiter. Er will dazu Gespräche mit dem Optikpark und dem Kulturzentrum führen, um vorhandene öffentliche Einrichtungen besser zu nutzen.

Kulturschaffende enttäuscht von der Verwaltung

Um die Vernetzung zwischen den Akteuren zu verbessern, regt die Stadt an, zwei Mal im Jahr zum Kulturstammtisch einzuladen. Marcel Böttger (Die Linke) gab zu Bedenken, dass dann mehr Kulturschaffende dabei sein müssen als beim Termin im Kulturhaus.

Rund 70 Vertreter hatte die Stadt eingeladen, knapp 30 waren gekommen. „Das könne damit zu tun haben, dass viele von der Verwaltung enttäuscht sind, weil so viel gekürzt und weggespart wurde. Das haben wir auch auf dem Stadtfest gespürt, als wir versuchten, die Bühne mit hiesigen Künstlern zu bespielen“, so Böttger.

Auch mit dem Thema Finanzierung beschäftigt sich das Kulturamt. Zum einen sollen zusätzliche Fördermöglichkeiten für Kulturschaffende recherchiert und die Informationen an die Vereine weitergeben werden.

Investitionen in die Kultur

Rund 1,3 Millionen Euro investierte Rathenow 2018 in die Kultur.

Davon flossen je rund 600 000 Euro in den Optikpark und ins Kulturzentrum.

Rund 115 000 Euro kostete die Bibliothek.

7500 Euro bekam das Heimatmuseum, rund 8000 Euro gingen fürs Stadtfest drauf.

Für die Vereinsförderung blieben 1500 Euro.

Zum anderem prüft das Kulturamt, welche Mittel es gibt, um einen externen Berater mit der Kulturentwicklungsplanung zu beauftragen. „Der Landkreis zum Beispiel hat dafür eine 80-prozentige Förderung bekommen“, so Zietemann.

Das Fazit des Hauptamtleiters: „Kultur muss geplant und sie muss koordiniert werden, sonst bleiben zu viele Informationen auf der Strecke. Denn klar ist auch, Kultur funktioniert in Rathenow. Das haben gerade erst wieder die sehr gut besuchten Lesungen bewiesen.“

Zietemman wirbt für eine professionelle Kulturentwicklungsplanung. „Wenn wir etwas Gutes wollen, das langfristig wirkt, brauchen wir externe Beratung.“

Alle wollen einen Plan für die Kultur

Die Ausschussvorsitzende Karin Dietze (Die Linke) sprach sich ebenfalls für eine Planung aus: „Es muss ja nicht so kompliziert aufgezogen werden. Aber wir müssen wissen, wo wollen wir als Stadt hin und wie wollen wir die Kräfte bündeln.“

Auch Renè Hill (CDU) ist sich sicher, ein Plan wird gebraucht. „Auch um später zu sagen, das haben wir beschlossen und das müssen wir jetzt durchsetzen. Aber eine externe Beratung passt für Rathenow nicht, die Stadt ist speziell“, so Hill.

Ein Moderator, der das Ganze steuert, könne aber hilfreich sein. In einer weiteren Runde mit Kulturschaffenden sollen die besprochenen Schritte konkretisiert werden.

Von Christin Schmidt

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