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Rathenow Kunstschätze im Optikpark
Lokales Havelland Rathenow Kunstschätze im Optikpark
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13:00 16.04.2019
Lampion des Brieselanger Künstlers Helge Warme, der im vergangenen Jahr im Rathenower Optikpark zu sehen war. Quelle: Hans Bindewald
Rathenow

Wer im Optikpark von der Promenade auf die Steganlage des Karpfenteichs einbiegt, der kann sie nicht übersehen: Eine massive Stele des Brieselanger Künstlers Helge Warme zieht seit April des vergangenen Jahres die Blicke auf sich.

„Lichtfänger“ lautet der Titel des Werkes. Tatsächlich scheint der massive Körper aus geschwärzter Eiche, in den ein grüngläserner Pfeil eingearbeitet ist, das Umgebungslicht zu bündeln. Und je nach Intensität und Einfallswinkel der Sonnenstrahlung ändert sich die Ausstrahlung des Kunstwerks.

Faszinierende Kombination

Genau das fasziniert den gebürtigen Wittenberger: Die Effekte, die sich aus der Kombination Licht – Glas ergeben. Und der Gegensatz zwischen der Flüchtigkeit dieser Effekte und der Solidität der Skulpturen, die wie für die Ewigkeit mit dem Boden verbunden zu sein scheinen.

Kunst im Optikpark

Im Optikpark spielt Kunst von Anfang an eine wichtige Rolle. Bei der beliebtesten Veranstaltung – der Serenade unterm Sternenhimmel – verwandeln Musiker, Artisten, Lichtkünstler das Gelände in einen zauberhaften Begegnungsort.

Immer wieder sind im Optikpark Fotoausstellungen zu sehen. Im Alten Speicher oder im Blauen Café finden regelmäßig Ausstellungseröffnungen statt.

Die Stele von Helge Warme und die Moai-Figuren von Ernst Kaiser sind besondere Attraktionen.

Darüber hinaus gibt es diverse Schnitzereien im Park. Auch Buchlesungen finden regelmäßig statt. Und schließlich zieht die Gartenkunst die Besucher auf das Gelände.

Die Stele im Optikpark ist Teil einer achtteiligen Serie, die Helge Warme für die Bundesgartenschau entwickelt hat. In acht historischen Parkanlagen im Havelland stellte er seine „Lichtfänger“ auf.

Unter anderem wurden die Schlossgärten in Kleßen und Nennhausen auf diese Weise markiert. Der Optikpark, eine der zentralen Gartenschau-Kulissen, musste im Bugajahr nicht eigens gekennzeichnet werden.

Aus Ribbeck nach Rathenow

Aber nach dem Großereignis stünde der Anlage ein solch gewichtiges Kunstwerk gut zu Gesicht, dachte sich die Geschäftsführung des Parks. Und als es nötig wurde, die Stele aus dem Ribbecker Pfarrgarten zu versetzen, war mit dem Optikpark ein neuer Standort schnell gefunden.

Die Stele „Lichtfänger“ des Brieselanger Künstlers Helge Warme im Rathenower Optikpark. Quelle: Markus Kniebeler

Die Stele ist nicht die einzige Spur, die Warme im Optikpark hinterlassen hat. Zur Serenade im vergangenen Jahr setzte er mitten auf die Steganlage eine Glas-Licht-Installation, die bei Dunkelheit die Besucher in ihren Bann zog. Sogar die mutwilligen Zerstörer, die auch im Optikpark ihr Unwesen treiben, ließen die Finger von dem gläsernen Kunstwerk.

Natürlich ist es nicht in erster Linie die Kunst, die die Menschen in den Optikpark zieht. Die meisten kommen, weil sie sich an der Pflanzenvielfalt und der gepflegten Grünanlage erfreuen wollen. Das wird auch am Ostersonntag, wenn die Saison eröffnet wird, so sein. Das gärtnerische Team ist seit Wochen damit beschäftigt, die Anlage auf Vordermann zu bringen.

Wer aber nicht nur ein Auge für Stiefmütterchen und Narzissen hat, sondern sich auch gerne von künstlerischen Arbeiten inspirieren lässt, der wird im Optikpark fündig werden.

Bauhaus-Spuren im Park

Bei den Farbformen etwa, die sich etwas versteckt auf der Südseite des Parks befinden, handelt es sich nicht nur um ein lauschiges Plätzchen in wildromantischer Natur. Der Konzeption der Formen basiert auf einem kunst-theoretischen Manifest des Schweizer Malers und Kunsttheoretikers Johannes Itten (1888-1967), der von 1919 bis 1923 als künstlerischer Leiter am Bauhaus in Weimar tätig war.

Als Maler beschäftigte Itten sich vor allem mit dem Zusammenwirken von Form und Farbe. Dabei ordnete er Formen bestimmte Farben zu, und leitete daraus eine eigene Farbenlehre ab. Nach dieser Lehre Ittens wurden die geometrischen Formen im Park mit einem Stoff in der ihnen zugeordneten Farbe bespannt.

Moai-Figuren im Optikpark. Quelle: Markus Kniebeler

Ein paar Schritte entfernt stößt der Besucher auf ein weiteres Kunstwerk. Hinter den Farbräumen stehen seit dem Jahr 2016 drei überlebensgroße Holzköpfe. Sie sind den legendären Moai-Figuren der Osterinsel ähnlich und wurden von dem Holzkünstler Ernst Kaiser geschaffen.

Bei diesen Figuren, den Farbformen, den Skulpturen von Helge Warme und anderen Kunstwerken im Optikpark handelt es sich um Arbeiten, die ihren Reiz aus dem Zusammenspiel mit der sie umgebenden Natur ziehen. Ohne das Licht, ohne die Farben der Pflanzen und das Säuseln des Windes würden sie nur halb so beeindruckend wirken. Wer es nicht glaubt, kann ab Sonntag die Probe aufs Exempel machen.

Von Markus Kniebeler

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