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Rathenow CDU scheitert mit Antrag zur „wolfsfreien Zone“
Lokales Havelland Rathenow CDU scheitert mit Antrag zur „wolfsfreien Zone“
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16:17 14.03.2019
Dieser Wolf wurde 2016 in Rathenow West gesichtet. Quelle: privat
Rathenow

Wölfe wurden und werden im Stadtwald, dessen 700. Geburtstag demnächst offiziell gefeiert wird, immer wieder ausgemacht. Zur „wolfsfreien Zone“ wird der Stadtwald nicht erklärt, auch das übrige Stadtgebiet nicht. Die CDU hatte versucht, das zu beantragen. Gut ein halbes Jahr debattierten die Stadtverordneten, es gab Ausschusssitzungen, Rückverweisungen aus der Stadtverordnetenversammlung in Ausschüsse, wieder Ausschusssitzungen und nun am Mittwoch endlich die Entscheidung.

Die Buchstaben des Gesetzes

Juristische Bedeutung hätte der Antrag, den die CDU-Fraktion nunmehr mit dem Wort „Wolfsmanagement“ zu entkräften versuchte, sowieso nicht gehabt. Denn weder der Bund, noch das Land können wolfsfreie Zonen ausweisen. Dies wäre ein Verstoß gegen die FFH-Richtline, gegen Bundes- und Landesgesetze.

Die Rückbesinnung auf die Buchstaben im Gesetz erlaubten sich fast alle Redner, die gegen den CDU-Antrag sprachen. Lediglich bei Karl-Reinhold Granzow bildete die Rechtslage auch den Schwerpunkt. Granzow zitierte aus einem Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages.

Wolf im Rathenower Stadtwald Quelle: Stadt Rathenow

Während Andreas Gensicke für die CDU deutlich machte, der Wolf dürfe sich ruhig um Rathenow ansiedeln, man müsse aber die Zahl der Tiere begrenzen und Menschen im Stadtgebiet schützen, führte Jean-Luc Meier, der für die Grünen der SPD-Fraktion angehört, den ökologischen Nutzen des Wolfes an. „Es ist bekannt, dass wir zu viel Rot- und Schwarzwild haben – das regulieren Wölfe.“

Bald ein Standortvorteil?

Karsten Ziehm hingegen wunderte sich über die aufgebrachten Redner und sagte: „So viel Engagement hätte ich mir bei der Diskussion über die Erweiterung einer Müllverbrennungsanlage in Premnitz gewünscht.“ Ziehm glaubt sogar, dass Wölfe in einiger Zeit ein Standortvorteil sein können. Er zählte auf, wie viele Menschen von Deutschen Schäferhunden gebissen wurden. Wolfangriffe seien nicht bekannt.

Daniel Golze (Die Linke) hatte bis zu dem Zeitpunkt noch nachgedacht, sich der Stimnme zu enthalten. Er hätte es begrüßt, wenn sich die Fraktionen zu dem Thema verständigt hätten: „Die CDU ist nicht auf uns zugekommen.“ Und als dann Wolfram Bleis (CDU) in seinem allgemeinen Hinweis auf die Rechtstreue von Parteimitgliedern der Grünen und Linken endgültig Zwist gesät hatte, entschied sich Golze in seinem Stimmverhalten um. „Ich bin jetzt gegen den CDU-Antrag“, sagte er.

Ende der Debatte

Und so endete die Debatte mit zehn Stimmen für das CDU-Begehren, es gab zwölf Stimmen dagegen. Einige Stadtverordnete enthielten sich.

Von Joachim Wilisch

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