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Rathenow Lücken im Wehr Grütz mit Schwemmgut gestopft
Lokales Havelland Rathenow Lücken im Wehr Grütz mit Schwemmgut gestopft
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17:08 26.06.2018
Mit einem Bagger ist gestern das Nadelwehr Grütz durch größere Mengen Schwemmgut abgedichtet worden. Quelle: Joachim Karp
Rathenow

Kleine Entwarnung. Die Pegelstände der Havel steigen zwischen Bahnitz und Grütz langsam wieder. Neue Flachwasserrekorde bei Rathenow hatten am Montag die Nutzer und Anwohner erschreckt. Der Altarm der Havel am Optikpark war zu einem Rinnsal mutiert. Vor allem Bootsbesitzer, deren Fahrzeuge in den Häfen lagen, waren betroffen. Überall auf dem Flussabschnitt haben die Boote ganz oder teilweise auf dem Trockenen gelegen.

Die mutmaßlichen Gründe sind wiederholt genannt worden: Von der Spree fließt im Gegensatz zu früher kaum noch Wasser in die Havel, weil deren Nass zur Flutung der Seen verwendet wird, die in der Lausitz aus ehemaligen Tagebauen geschaffen werden. Es ist Sommer mit viel Trockenheit. Die Regenfälle in der Region konnten nur unwesentlich für höheren Wasserstand sorgen.

Joachim Karp vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Rathenow. Quelle: Bernd Geske

Seit Montag haben sich die Pegelstände wieder etwas erholt. Der Oberpegel Rathenow, der bis auf ein Allzeittief von 1,83 Meter gefallen war, stieg am Dienstag auf 2,12 Meter. Der Unterpegel Rathenow, der zwischenzeitlich auf nie dagewesene 13 Zentimeter abgesackt war, war Dienstagnachmittag bis auf 44 Zentimeter geklettert.

Joachim Karp, Leiter des Außenbezirks Rathenow beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA), hat erklärt, woher das ersehnte Wasser gekommen ist. Wie schon einmal in der vergangenen Woche habe er das Wehr bei Bahnitz ein wenig geöffnet, teilt er mit. Das sei möglich gewesen, weil die Havel oberhalb von Bahnitz etwas mehr Wasser führte, das wohl auf die Regenfälle in Berlin zurückzuführen ist.

Wasserstand der Havel etwas angehoben

Somit sei es gelungen, den Wasserstand der Havel etwas anzuheben. „Den vollen Sommerstau von 2,45 Meter am Oberpegel Rathenow werden wir aber nicht erreichen“, schränkt er ein, „wir können nur so viel Wasser herab holen, wie es wasserwirtschaftlich vertretbar ist.“ Am Wehr Bahnitz werde er deshalb in naher Zukunft einen Stopp einlegen müssen.

Um den Unterpegel bei Rathenow zu heben und damit auch den niedrigen Wasserstand auf dem Hohennauener See zu bessern, hat das WSA am Wehr Rathenow etwas mehr Wasser als zuvor durchlaufen lassen. Der Oberpegel Grütz ist mittlerweile von 80 Zentimetern auf rund einen Meter gestiegen. „Irgendwann ist aber Schluss“, betont Joachim Karp. In der Nacht zum Mittwoch werde er noch einen kleinen Strom hinein lassen. Dann müsse man vorerst damit zufrieden sein, am Oberpegel Grütz einen Stand um einen Meter zu haben.

Schwemmgut am Nadelwehr Grütz verteilt

Es gibt aber noch einen anderen Grund, weshalb die Pegel oberhalb von Grütz jetzt gestiegen sind. Das WSA hat seit Dienstagmorgen mit einem Bagger Schwemmgut am Nadelwehr Grütz verteilt, um den Wasserdurchfluss zu begrenzen. Fließt weniger Wasser ab, füllt das Flussbett sich auf und auch das große Reservoir Hohennauener See bekommt etwas ab.

Seine Leute haben eine Wiese gemäht, um Gras zu beschaffen, erklärt Joachim Karp. Sie haben Schwemmgut mit Grünzeug vom Fluss gesammelt und Strohballen gekauft. All diese Biomasse wurde vor das Wehr Grütz gelegt. Es ist rund 60 Meter breit. Zwischen den 470 Aluminiumnadeln sind die Abstände durchschnittlich zwei Millimeter breit. Durch die Biomasse sind sie weitgehend abgedichtet worden. Unterhalb des Wehrs habe man am Dienstagnachmittag kaum noch Wasser durch die Nadeln strömen gesehen, sagt Joachim Karp. Das habe deutlich zum Ansteigen des Wasserpegels beigetragen.

Von Bernd Geske

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