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Rathenow MS Havelland: Bernd Bolz denkt ans Aufhören
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18:12 11.10.2018
Das Fahrgastschiff MS Havelland auf dem Rathenower Stadtkanal Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Das Fahrgastschiff MS Sonnenschein gehörte zum Rathenow der Nachwendezeit, wie die Sankt-Marien-Andreas-Kirche. 1990 gründete Bernd Bolz seine Reederei, jetzt denkt er ans Aufhören.

Mit dem MS Sonnenschein bot Bolz zusammen mit seiner Frau und weiteren Mitarbeitern Rundfahrten um Rathenow auf der Havel und auf dem Hohennauener See an. Zum Landesgartenschau 2006 kam ein zweites Schiff dazu. Mit dem MS „Sonnenschein“ und dem größeren „MS Havelland“ war Bernd Bolz bestens gerüstet.

Sonnenschein in Grütz

Inzwischen liegt das MS Sonnenschein in Grütz und darf nicht mehr genutzt werden. Das MS Havelland war in diesem Jahr noch einmal auf dem Wasser unterwegs. Doch in den vergangenen Wochen ließen Bolz und seine Frau die Passagiere – darunter viele Stammgäste – wissen, dass sie im kommenden Jahr nicht mehr weitermachen wollen.

„Meine Ruhestand ist schon seit zwei Jahren ran“, sagte Bernd Bolz am Donnerstag. Ebenso lang versuche er bereits, eine Nachfolgeregelung für seine Reederei zu finden. Das ist allerdings aus mehreren Gründen schwierig.

Die MS Sonnenschein vor Anker in der Marina Grütz; Inhaberin Claudia Mund mit Hafenmeister Quelle: Kniebeler, Markus

Bernd Bolz erklärt, weshalb: „Die Schiffsführerin, die bei mir arbeitet würde die Reederei mit einem kleineren Fahrgastschiff fortführen, etwa von der Größe des MS Sonnenschein.“ Mit dem MS Havelland sei es auf der Havel und im Kanal zum Hohennauener See auch mal eng.

In der Folge ließen Bolz und seine Mannschaft nichts unversucht. „Die Reparatur des MS Sonnenschein wäre zu teuer geworden, darum haben wir es abgegeben“, so Bolz. Es habe sich in den vergangenen Monaten auch keine Möglichkeit ergeben, ein kleineres Schiff gegen das MS Havelland einzutauschen. Und schließlich gab es noch Gespräche mit anderen Reedereien, ob diese ein Schiff in Rathenow weiterbetreiben wollen – bisher ebenfalls ohne Ergebnis.

Mehr als ein Schiffsführer

Bis Mitte nächsten Jahres dürfte Bernd Bolz noch fahren, dann müsste er wieder zur Gesundheitsprüfung für Schiffsführer. „Wie gesagt, bei mir ist der Ruhestand ran und wir müssen eine Lösung finden“, sagte er. Aber mit einer Schiffsführerin oder einem Schiffsführer sei es nicht getan. „Man braucht Personal auch für die Schiffsgastronomie. Und da findet man zurzeit überhaupt keine Leute.“

Dem Reeder ist es ernst. „Wenn wir keinen Nachfolger finden, ist Schluss.“ Darum hat er sein Schiff auch schon in einem Internetverkaufsportal angeboten. Der Tourismusverband Havelland habe inzwischen ebenfalls angedeutet, dass es eine Lösung geben müsse. „Da sind wir noch in Gesprächen“, so der Reeder.

Seeger bedauert

Bernd Bolz wäre es lieber, wenn auf der Havel um Rathenow und auf dem Hohennauener See weiter Fahrgastschiffe fahren. „Natürlich wäre es schön, wenn das MS Havelland hier bleiben könnte.“

Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger sagte am Donnerstag, es wäre bedauerlich, wenn in Rathenow keine Fahrgastschiffe mehr unterwegs sind. Die Reederei Bolz habe dazu beigetragen, die Stadt Rathenow für Gäste interessant zu machen.

Nicht nur Touristen würden die Fahrten auf der Havel vermissen. Eine Tour auf der Havel war auch für viele Menschen aus der Region ein schönes Sonntagsvergnügen.

Von Joachim Wilisch

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