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Rathenow Keunes „Groschenroman“ postum vertont
Lokales Havelland Rathenow Keunes „Groschenroman“ postum vertont
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15:35 18.01.2019
Martin Keune in seiner Kreativwerkstatt, der Werbeagentur Zitrusblau, in Berlin. Quelle: Christin Schmidt
Semlin

 Der Schock saß tief, als vor gut einem Jahr der Autor, Grafiker, Geschäftsführer, Wahlhavelländer und engagierte Tausendsassa Martin Keune starb. Im Juli dieses Jahres wäre er 60 Jahre alt geworden.

Keune war jemand, der das Leben mit schier unendlicher Energie anging, der Menschen begeistern konnte und stets selbst alles mit Begeisterung anging. Was bleibt sind sieben Bücher, unzählige Zeichnungen, Illustrationen und Fotos, die in verschiedenen Ausstellungen gezeigt wurden, 18 Semliner Hefte, zahlreiche Texte, zwei Reiseführer, einer Verein der Leben rettet – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Nun kommt ein weiteres Erinnerungsstück hinzu. Deutschlandfunk Kultur hat Martin KeunesGroschenroman. Das abenteuerliche Leben des Erfolgsschriftstellers Axel Rudolph“ vertont. Zehn Jahre ist es her, dass Keune dieses Werk in Semlin einem interessierten Publikum vorstellte.

In Semlin stieß Martin Keune auf Axel Rudolph

Genau an jenem Ort, an dem 1936 Hallodri, Weiberheld und Vielschreiber Axel Rudolph zog. Der Mann brachte es vom obdachlosen Bergmann zum erfolgreichen und gefeierten Schriftsteller, bis seine Schriften 1939 als moralisch wertlos abgestempelt wurden.

Eine Affäre mit der Tochter eines NSDAP-Funktionärs brachte den einstigen Erfolgsautor ins Zuchthaus Brandenburg-Görden, wo er im Oktober 1944 geköpft wurde.

Martin Keune hatte eine atemberaubende Präsentation vorbereitet und uns sofort von dieser Geschichte überzeugt“, erinnert sich Ulrich Hopp, Verleger des Berliner be.bra Verlags.

Er hatte die Veröffentlichung des Buches begleitet und sich dafür stark gemacht, dass es weiter vermarktet wird. „Es ist eines meiner Lieblingsbücher unseres Verlags und eines der besten Bücher, mit denen man Zeitgeschichte erfahren und begreifen kann“, betont Hopp.

Aus 300 Seiten wurden 68 Minuten

Das erkannte auch das Team von Deutschlandfunk Kultur. „Denen wird ja eine Vielzahl von Stoffen angeboten. Man muss eine Redaktion schon wirklich davon überzeugen, dass sich eine Geschichte für ein Hörbuch eignet“, weiß der Berliner Verleger.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist ein 68-minütiges Stück, das es zwar nicht zu kaufen gibt, das aber jeder im Internet auf www.deutschlandfunkkultur.de nachhören kann.

Ulrich Hopp ist mit dem Resultat allerdings nur bedingt zufrieden: „Für mich hätte es natürlich zweieinhalb Stunden gehen müssen“, erklärt er mit einem Lächeln und fügt dann hinzu: „Es sind wunderbare Stimmen und tolle Sprecher – eine wirklich gute Arbeit.“

Dennoch hat das Ganze für ihn auch eine tragische, traurige Seite, denn Martin Keune konnte das Stück nicht mehr hören. „Dabei hatte er selbst todkrank noch mit uns zu dem Stück kommuniziert, hat der Redaktion Hintergrundinformationen geliefert und bis zu seinem Tod daran mitgewirkt. Es macht mich sehr betroffen, dass er das Ergebnis nicht mehr hören konnte“, sagt Ulrich Hopp, der Keune nicht nur als Autor schätzte. Er war von seiner Persönlichkeit begeistert. 

Martin Keune (2.v.r.) gründete auch den Verein „Flüchtlingspaten Syrien“, der Menschen aus dem vom Krieg zerstörten Land rettet. Das Bild zeigt Keune mit Khaji (71, im Rollstuhl) und Baderkhan (86), die von Sohn Cheredin (49) sehnsüchtig erwartet werden. Quelle: Martin Keune/Flüchtlinghspaten Syrien

Ulrich Hopp ist überzeugt, dass Axel Rudolphs Geschichte nicht nur als Hörbuch, sondern auch als Filmstoff taugt. „Wir schreiben immer wieder Filmfirmen an und lassen da auch nicht nach. Wir fühlen uns verpflichtet, das Werk, das Martin Keune uns hinterlassen hat, in die Welt zu tragen und weiter zu vermarkten“, betont Hopp.

Sollte es mit dem Film klappen, wird sich auch Heike Brett freuen. Die geschichtsinteressierte Semlinerin hatte mit ihren Nachforschungen eist den Anstoß für den biografischen Roman gegeben. Auch an zahlreichen Semliner Heften wirkte sie mit.

Überlegungen, diese Reihe fortzusetzen, gab es bereits, bisher aber ohne konkrete Ergebnisse. Martin Keunes Frau, Martina Huchthausen signalisierte bereits, dass die Agentur „Zitrusblau“, die sie mit ihrem Mann 1989 gründete, Layout und Druck übernehmen würden. Was noch fehlt, ist adäquater Inhalt.

Als Inspiration dürfte das Werk, das Keune seiner Wahlheimat hinterlassen hat, dienen. Beim Durchblättern der kleinen Hefte, wird allerdings einmal mehr deutlich: Er fehlt – in Semlin, im Havelland, auf dieser Welt.

Von Christin Schmidt

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