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Rathenow Mehr Busse am Abend und am Wochenende
Lokales Havelland Rathenow Mehr Busse am Abend und am Wochenende
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18:17 04.12.2018
Die Bürger durften bei dem Konzept mitreden. Quelle: Tanja M. Marotzke
Rathenow

Das neue Buskonzept für die Regionen Rathenow und Nauen wird am kommenden Montag, 10. Dezember, im Kreistag zur Abstimmung stehen. Beschließen die Kreistagsabgeordneten das Papier, dann fahren im kommenden Jahr an den Wochenenden und in den Abendstunden zusätzliche Busse. Zudem wird ein Rufbusverkehr eingerichtet, der Kulturriesende aus Berlin zurück nach Hause bringt.

Das wird deutlich mehr Geld kosten, als bisher. Ein Projektbüro hat ausgerechnet, dass mit dem neuen Konzept rund 1,3 Millionen Euro zusätzlich für den Öffentlichen Personennahverkehr einzusetzen sind. Landrat Roger Lewandowski (CDU) kennt den hohen Preis und will nicht auf das Angebot verzichten. „Es geht letztlich darum, den Menschen, die auf den Dörfern wohnen, weitere Angebote zu unterbreiten, damit sie am Leben teilhaben können und dafür nicht in die Stadt ziehen müssen.“

Mehr Busse und Rufbusse

Im Frühjahr wurde das Konzept erstmals vorgestellt. Mehr Stadtbusse in Rathenow, mehr Rufbusse von und zu den Bahnhöfen entlang der Bahnstrecke nach Berlin und einige Verbesserungen in den Taktzeiten für Linien, die Dörfer miteinander verbinden. Das hatten die Planer zunächst in das Papier hineingeschrieben.

Weit über 200 Hinweise kamen über die Sommermonate von Stadtverordnetenversammlungen, Gemeindevertretungen, von den Einwohnern der Dörfer und Städte sowie von Verwaltungen. Die meisten belegten, dass längst nicht alle Menschen in der Region mit dem Konzept zufrieden waren. Vor allem das Angebot insgesamt, die Qualität und die Übergangszeiten beschäftigten diejenigen, die sich mit einem Kommentar zu dem Konzept meldeten.

Die älteren Einwohner sind oft auf Busse angewiesen. Quelle: Christin Schmidt

Nun liegt der veränderte Plan vor. Und es gibt mehr Bustouren. Auf der Linie 673 von Rathenow nach Grütz zum Beispiel wurden spätere Fahrten und ein zusätzliches Angebot zum Wochenende eingearbeitet. Im Jahr sind das 30.000 Fahrkilometer zusätzlich, was 65.000 Euro kostet – allein für die Linie von Rathenow nach Grütz und zurück.

Die verbesserte Anbindung der kleinen Rathenower Ortsteile hatte insbesondere Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) eingefordert. Veränderungen ergeben sich nun auch auf den Linien von Rathenow nach Bahnitz, von Rathenow nach Schollene über Premnitz und Milower Land und im Milower Land.

Passende Abfahrtszeiten

Ein anderer Fokus liegt auf den Rathenower Stadtbussen, die ab sofort enger getaktet fahren sollen und besser auf die Abfahrtszeiten der Züge in Richtungen Berlin, Brandenburg und Stendal eingerichtet sind. Die Rufbusse kann man nach Bedarf anfordern.

Anstoß kam von Jugendlichen

Den Anstoß für ein neues Buskonzept gaben Jugendliche aus Rathenow und dem Umland. Sie hatten eine Umfrage ausgearbeitet, in der es um den Öffentlichen Personennahverkehr ging.

Die Jugendlichen machten deutlich, dass sie in den kleinen Dörfern kaum Möglichkeiten haben, mit einem Bus nach Rathenow zu kommen, um hier die Freizeit zu verbringen.

Landrat Roger Lewandowski empfing die Jugendlichen und sprach mit ihnen. Danach sagte er Veränderungen zu, die nun am kommenden Montag im Kreistag zur Abstimmung stehen.

Die Kinder- und Jugendparlamente Rathenow und Milower Land haben den Diskussionsprozess zu dem Konzept eng begleitet.

In der Region Nauen haben die Planer noch einmal an der Linie 642/662 nachgebessert. Landrat Roger Lewandowski machte ohnehin deutlich: „Alle Wünsche kann man auch mit dem neuen Konzept nicht erfüllen.“ Aber viele. Im Osthavelland gibt es schon seit über einem Jahr das neue Konzept für die Region Falkensee – hier sind viele Kunden von Havelbus zufrieden.

Viviaan Schmunk (l.) vom Jugendparlament MIlower Land mit Bürgermeister Felix Menzel (2.v.l.), der Vorsitzenden des Seniorenbeirats Milower Land, Gabriele Linke (r.) und weiteren Mitgliedern des Seniorenbeirats bei der Diskussion zum neuen Konzept. Quelle: Christin Schmidt

Unter einem Vorbehalt steht das neue Konzept für Rathenow und Umland außerdem: Havelbus muss genügend Fahrer und Fahrzeuge haben, um ein erweitertes Angebot zu stemmen. Der Fachkräftemangel macht sich mittlerweile auch in diesem Gewerbe bemerkbar.

Zwei Projektschritte

Das Projektbüro schlägt vor, das Konzept in mehreren Stufen umzusetzen. Ab Mai 2019 sollen die Linien von Ketzin nach Wustermark und Nauen nach Spandau aufgebessert werden. Ebenso die Rathenower Buslinien 672, 673 und 674. Auch sollten Spät- und Wochenendfahrten schon bald angeboten werden. Weitere Ideen könnten dann ab dem Jahr 2020 umgesetzt werden.

Einen Änderungsvorschlag hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die Kreistagsabgeordneten schlagen vor, die Veränderungen bereits zum Beginn der Osterferien umzusetzen, damit Touristen bereits eine Auswahlmöglichkeit haben.

Von Joachim Wilisch

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