Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Schleiereulen trotzen dem Negativ-Trend
Lokales Havelland Rathenow Schleiereulen trotzen dem Negativ-Trend
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:58 27.07.2018
Diese junge Schleiereule hier hat noch etwas von ihrem „Babyflaum“ auf dem Kopf. Aber nicht mehr lange, dann fliegt sie aus. Quelle: : Christoph Prochotta
Rathenow

Den Schleiereulen im Westhavelland geht es besser. Das ist das wichtigste Ergebnis der diesjährigen Beringungsaktion, die der Naturschutzbund (Nabu) gerade abgeschlossen hat. Bei 95 Nistkästen, die in Scheunen, Kirchen und Trafo-Türmen kontrolliert werden, ist das eine arbeitsreiche Mission. Aber diesmal konnten die Ehrenamtlichen sich etwas freuen.

Wie René Riep vom Nabu Westhavelland berichtet, sind elf Brutpaare mit 54 jungen Schleiereulen gezählt worden. Im Vergleich zu den drei Vorjahren, in denen es acht oder neun Brutpaare mit 33 bis 37 Jungen gab, ist das ein Fortschritt.

Im Westhavelland ist die Zahl der Schleiereulen gewachsen. Das hat die diesjährige Beringungsaktion des Naturschutzbundes ergeben.

Mit dieser Bilanz hebt sich das Westhavelland vom Trend in ganz Deutschland ab. Der „Atlas der Brutvögel in Deutschland“ hatte bis zu 29 000 Paare für die ganze Bundesrepublik im Jahr 2009 genannt, die auf Zählungen und Schätzungen beruhen. Zahlen für 2018 gibt es noch nicht. Doch viele Ornithologen gehen davon aus, dass diese Zahlen weit unterschritten werden.

Für das Bundesland Hessen wird nur noch mit rund 100 Paaren gerechnet, obwohl es 2009 dort davon noch rund 2000 gab. In anderen Bundesländern werden die Schleiereulenbestände als „fast erloschen“ beschrieben.

Immer mehr Scheunen sind verschlossen

Als Gründe für die sinkenden Bestände werden die Veränderungen ihrer Lebensräume angesehen. So sind in den letzten Jahrzehnten immer mehr Scheunen von den Landwirten verschlossen worden, sodass dort die Schleiereulen nicht mehr wie früher einfliegen, brüten und überwintern können. Auch mit anderen geeigneten Gebäuden wie Kirchen ist das geschehen.

Um den Schleiereulen im Westhavelland weiterhin Unterkunftsmöglichkeiten zu bieten, hat der Nabu in der hiesigen Region seit 1992 insgesamt 76 Trafo-Türme übernommen. Der Energieversorger hatte die Bauwerke außer Betrieb genommen, weil sie nicht mehr benötigt wurden, nachdem die Stromleitungen unter die Erdoberfläche verschwanden.

Tragende Rolle der Trafo-Türme

Mittlerweile spielen die Trafo-Türme für die Schleiereulen im Westhavelland eine tragende Rolle. Das ist schon daran zu erkennen, dass von den 95 kontrollierten Nistkästen sich 76 in Trafo-Türmen befinden. Nun schon das 26. Jahr hat der Nabu die Beringung der jungen Eulen nun über die Bühne gebracht. Immer kurz vor dem Ausfliegen der Jungen findet die Aktion statt. Dabei kann einerseits die Anzahl der Tiere gut gezählt werden und andererseits geben die beringten Vögel den Fachleuten später wichtige Informationen über ihr Verhalten.

Ein Anwachsen der Schleiereulenzahlen im Westhavelland ist eigentlich auch überfällig, wenn man weiß, dass ihre Zahl vor gar nicht so langer Zeit schon viel größer war. Als Nachwenderekord ist 2005 die stattliche Zahl von 289 jungen Schleiereulen in die Statistik eingegangen. Dann kam 2009/2010 ein langer und schneereicher Winter. Dadurch brach die Zahl der Schleiereulen im Westhavelland auf nur noch ein Paar mit fünf Jungen ein. Davon hat sich der Bestand bis heute nicht richtig erholt.

Zahl der Mäuse ist entscheidend

Die Zahl der Mäuse bestimmt sehr wesentlich die Zahl der Schleiereulen, weil sie deren Hauptnahrung sind, erklärt René Riep. Gerade im Winter könne die Futtersituation prekär werden, weil im Durchschnitt jede Eule pro Tag eine Maus fressen muss, um am Leben zu bleiben. Sehr negativ hat sich in den letzten Jahren deshalb ausgewirkt, dass in den Lagerhallen der Landwirtschaft per Hygienevorschrift keine Nager mehr geduldet werden. Es werden sogar Giftköder ausgelegt, um sie auszumerzen. Schon haben die Eulen wieder weniger Nahrung.

„Die Trafo-Türme sind ausgereizt“, sagt René Riep. Mehr gebe es nicht. Er berichtet über ein gutes Beispiel, wie eine Unterkunft für Schleiereulen erhalten bleiben kann. Bei der Sanierung der Hohennauener Kirche, die jetzt läuft, wird der alte Nistkasten zwar beseitigt. Doch wird ein kleiner Raum abgeteilt, damit die Eulen dort wohnen können.

Von Bernd Geske

Depressionen – eine Volkskrankheit. Wie man mit diesem Leiden offen umgeht, das kann man auf der Mut-Tour lernen. Die Teilnehmer paddelten am Donnerstag von Rathenow nach Strodehne.

26.07.2018

Am Sonnabend beginnt es – das Abenteuer Fußball-Regionalliga für den FSV Rathenow. Es ist bereits das dritte Mal seit der legendären Regionalliga-Saison in den 1990er-Jahren.

25.07.2018

Auf den Straßen von Ost nach West und Nord nach Süd soll eine Tempo-30-Zone entstehen, um Lärm zu reduzieren. Bei einer Bürgeranhörung sagten Kritiker, eine Tempo-30-Zone verursache mehr Lärm.

25.07.2018