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Rathenow Mit dem Rad für den Frieden durch Frankreich
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00:35 19.05.2018
Die deutschen Radler am Ärmelkanal. Nicht auf dem Bild ist Jürgen Schindler-Clausner, der fotografiert hat. Quelle: privat
Premnitz/Rathenow

Sieben Radsportler aus dem Westhavelland waren knapp eine Woche in Frankreich, um einen Beitrag zur Freundschaft mit Deutschland zu leisten. Initiator der Tour war Wolfgang Hundt, Ehrenpräsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Premnitz (DFG), der seit vielen Jahren auch Mitglied des Radteams Rathenow ’91 ist. Beide Vereine nahmen die Fahrt auf in ihr Jahresprogramm für 2018.

Ausdrücklich sollte es nicht nur eine sportliche Tour mit Tagesetappen durch die Premnitzer Partnerregion werden. Denn vor 100 Jahren war der Erste Weltkrieg zu Ende gegangen, dessen größte Schlachten auf französischem Boden stattgefunden hatten. Außerdem wurden die Termine so gelegt, dass die westhavelländische Gruppe teilnehmen konnte an einer Gedenkveranstaltung der Stadt Lillebonne am 8. Mai. Das ist in Frankreich ein Feiertag, an dem überall im Land des Sieges über Deutschland im Zweiten Weltkrieg gedacht wird.

Die Fotoausstellung von Eloise Belloncle und Jürgen Ohlwein in Lillebonne. Quelle: privat

Mit dabei waren Holger „Hugo“ Deike von der DFG und vom Radteam Lars Träger aus Premnitz, Horst Schwenzer aus Rhinow und Klaus Reimann aus Steckelsdorf. Als Gäste reisten Beatrice und Sven Krüger aus Böhne und Jürgen Schindler-Clausner aus Rhinow mit. Als Wolfgang Hundt wegen gesundheitlicher Probleme schweren Herzens absagen musste, rettete Jürgen Schindler-Clausner die ganze Veranstaltung, als er die Leitung übernahm. Neben Wolfgang Hundt war er der einzige mit guten Französisch-Kenntnissen, um übersetzen zu können.

Für drei Teilnehmer war die Tour eine Art Déjà-vu. Klaus Reimann, Horst Schwenzer und Jürgen Schindler-Clausner waren bereits 2014 mit dabei, als eine fünfköpfige Gruppe von der DFG und vom Radteam eine „Tour de Nomandie“ fuhr. Der Anlass war damals der Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren.

Jürgen Schindler-Clausner, der wegen einer Erkrankung von Wolfgang Hundt die Leitung der Gruppe übernahm. Quelle: Bernd Geske

In diesem Jahr nun fuhren die Westhavelländer am 6. Mai, früh morgens um 6 Uhr, mit drei Fahrzeugen gemeinsam in Böhne gen Frankreich ab. Gegen 18 Uhr trafen sie an ihrem Ziel ein, bezogen ihr Quartier in Beuzeville la Grenier und wurden von Mitgliedern der dortigen Freundschaftsgesellschaft „Entente et Amitié France Allemagne Caux Vallée de Seine“ mit einem Abendessen willkommen geheißen.

Am Montag unternahmen sie ihre erste Radetappe. Mit rund 60 Kilometern nach Etretat und zurück durfte diese nicht gar so lang sein. Denn für den Abend um 18 Uhr war im Gemeindezentrum die Vernissage einer Ausstellung geplant. Eröffnet wurde dort eine gemeinsame Präsentation von Fotos von Eloise Belloncle aus der französischen Partnerregion und von Jürgen Ohlwein aus Nennhausen. Eben diese Ausstellung ist im März und April bereits im Premnitzer Rathaus gewesen. Beide Fotografen zeigen Tiere und Landschaften aus ihren Heimatregionen.

Sportlicher „Grenztest“ war eine 170 Kilometer lange Route

Zum sportlichen „Grenztest“ der Reise wurde zwei Tage danach eine Tour entlang der Atlantikküste. Einerseits führte die Route entlang an den Stränden, an denen am 6. Juni 1944 die alliierten Truppen gelandet waren. Etwas unerwartet mussten die westhavelländischen Radler hier plötzlich an ihre körperlichen Grenzen gehen, weil die auf 120 Kilometer geplante Etappe sich mit einer Länge von 170 Kilometern entpuppte. Die Hochachtung aller wurde Horst Schwenzer zuteil, der mit 78 Jahren die Strecke trotzdem auf dem Rad zu Ende fuhr.

Am 10. und 11. Mai hatte die Gruppe noch zwei nicht ganz so lange Touren auf dem Plan. Mehrfach gab es in jenen Tagen freundschaftliche Begegnungen mit Bewohnern der Partnerregion.

Eine Radtour der Freundschaft

Sieben Radsportler aus dem Westhavelland haben eine knappe Woche lang eine Mehrtagestour durch Frankreich gemacht.

Anlass war des Ende des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren und das Ende des 2. Weltkrieges am 8. Mai 1945.

Träger der Fahrt waren die Deutsch-Französische Gesellschaft (DFG) Premnitz und das Radteam Rathenow.

Die Gruppe ist vier verschiedene Routen mit dem Rad gefahren und hat an mehreren Freundschaftstreffen teilgenommen.

Vor vier Jahren hatte eine fünfköpfige Gruppe von DFG und Radteam eine ähnliche Tour unternommen. Anlass war damals der Beginn der 1. Weltkrieges vor 100 Jahren

Emotionaler Höhepunkt der Reise war die Teilnahme der Westhavelländer an der Gedenkfeier in Lillebonne zum Ende des Zweiten Weltkrieges, der in Frankreich ein Tag des Sieges und ein arbeitsfreier Feiertag ist. Wie Jürgen Schindler-Clausner berichtet, gedenken an dem Tag öffentliche Hand, Kirche und französische Bürger der Opfer des Zweiten Weltkrieges. Es sei auch ein Gebinde mit deutscher Flagge niedergelegt worden. Der Bürgermeister von Lillebonne, Philipp Leroux, habe die Anwesenheit der deutschen Delegation in seiner Ansprache ausdrücklich erwähnt.

Von Bernd Geske

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