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Rathenow Neuer Fahrplan sorgt für Ärger
Lokales Havelland Rathenow Neuer Fahrplan sorgt für Ärger
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17:37 17.04.2019
In Rathenow wurde die Stadtlinie in eine Nord- und eine Südroute aufgeteilt. Die Nordroute wird als Ringlinie nur noch in eine Richtung bedient. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Seit Montag gilt der neue Fahrplan der Havelbus Verkehrsgesellschaft, den ein Planungsbüros aus Karlsruhe im Auftrag des Landkreises Havelland erarbeitet hat.

Es ist der Startschuss für die Umsetzung des „Buskonzepts weiteres Havelland“, das vor allem ein verbessertes Angebot mit sich bringen soll.

Für das Westhavelland bedeutet der neue Fahrplan zum einen auf vier Linien zusätzliche Fahrten in den Abendstunden und am Wochenende.

Ärger um neue Rathenower Stadtlinie

Und es gibt eine neue Streckenführung der Linie 674 in Rathenow. Genau das sorgt jetzt für mächtig Ärger, unter anderem weil einige Haltestellen nicht mehr angefahren werden.

Dazu zählt auch die Haltestelle am Städtischen Friedhof. „Viele ältere Menschen sind auf den Bus angewiesen, um zu den Gräbern ihrer Angehörigen zu kommen.

Meine Bekannte wohnt am Bahnhof und geht an Krücken. Jetzt kann sie nicht mal mehr das Grab ihres Mannes besuchen“, kritisiert Heidemarie Fricke, die den Bus selbst regelmäßig nutzte.

Wendeschleife am Friedhof ist zu klein

Bisher hatte Havelbus auf der Stadtlinie einen Kleinbus eingesetzt. Aufgrund der recht starken Auslastung soll dort nun ein großer Bus fahren.

„Damit ist es nicht mehr möglich, die schmale Straße zum Friedhof hoch zu fahren. Zudem ist die Wendeschleife an der Haltestelle zu klein. Bereits mit dem Kleinbus gab es dort Probleme“, erklärt Karola Schulz, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei Havelbus.

Rathenows neue Stadtlinie

Die Stadtlinie Rathenow wurde in zwei Routen aufgeteilt: 674 Nord und 674 Süd.

Die Nordroute wird als Ringlinie angeboten.

Die Busse fahren ab Bahnhof via Nordsiedlung, Semliner Straße und Märkischer Platz zum Bahnhof.

Die Südlinie führt von der Bürgel-Schule über Märkischer Platz bis zur Südsiedlung. An Werktagen wird auch das Gewerbegebiet bedient.

Details zur neuen Streckenführung lesen sie auf www.havelbus.de

Das Unternehmen hatte sich darüber bereits mit der Stadtverwaltung verständigt, bisher konnte aber keine Lösung gefunden werden. „Ein Ausbau der Wendeschleife am Friedhof ist leider nicht möglich, das haben wir umfassend geprüft“, so Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus.

Aus sieben Minuten Heimweg wird eine Stunde

Auch er ist der Meinung, dass die Haltestelle nicht entfallen darf, deshalb werde man weiter nach einer Lösung suchen. Heidemarie Fricke schlägt vor, die Haltestelle wenigstens zweimal pro Woche anzufahren.

Ein weiteres Manko der neuen Streckenführung spricht Marion Pohlmann an: „Meine 84-jährige Mutter fuhr mit dem Stadtbus regelmäßig vom Falkenweg zum Rewe-Markt ins Stadtzentrum und wieder zurück.“

Das ist jetzt nicht mehr möglich, weil der Bus nur noch in eine Richtung fährt. „Wenn sie nach Hause möchte, muss meine Mutter erst einmal zum Bahnhof fahren und dort mindestens 37 Minuten warten bis der nächste Bus in Richtung Falkenweg fährt. Vor der Umstellung dauerte die Heimfahrt gerade einmal sieben Minuten, jetzt ist sie etwa eine Stunde unterwegs“, berichtet Pohlmann.

Bürger wollen Unterschriften sammeln

Havelbus hatte sie dieses Problem bereits geschildert, eine Lösung fanden die Mitarbeiter allerdings nicht. „Wir hatten bisher eine Stadtlinie in der Kreisstadt, die war insgesamt zu lang. Hauptziel der Fahrgäste ist der Bahnhof, um dort hinzukommen, saßen viele lange im Bus, weil sie erst durch die ganze Stadt fahren mussten“, erklärt Schulz die Änderung.

Jetzt gibt es zwei Stadtlinieneine Nord- und
eine Südroute als Zubringer zum Bahnhof. Die Nordroute verkehrt als Ringlinie nur in einer Richtung.

Das wollen Bewohner der Semliner Straße nicht hinnehmen. Sie streben eine Unterschriftensammlung an, um dagegen vorzugehen.

Von Christin Schmidt

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