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Rathenow Nur jeder 50. war zu schnell
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11:05 22.10.2013
Andreas Pawlowsky hinter seinem Messgerät Quelle: M. Kniebler
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Ein kapitaler Fisch ist das nicht gerade: Fast zwei Stunden haben Polizeikommissar Andreas Pawlowsky und Polizeioberkommissar Gerbrand Börner mit der Laserpistole im Nieselregen an der Milower Landstraße in Rathenow gestanden, und am Ende ist die Ausbeute äußerst gering. Eine junge Frau ist ihnen ins Netz gegangen, um im Anglerjargon zu bleiben, aber einem notorischen Raser haben sie damit nicht das Handwerk gelegt. 68 Stundenkilometer zeigt das Messgerät, erlaubt sind 50. Drei Stundenkilometer Toleranz werden abgezogen, macht 65. „Die junge Frau war einsichtig“, sagt Börner. „Den Zahlschein über 25 Euro hat sie klaglos mitgenommen.“ Postiert haben sich die beiden Polizisten am Ortsausgang von Rathenow. Ins Visier der Laserpistole geraten Autofahrer, die am Abzweig zum Knüppeldamm noch schnell über die Ampelkreuzung wollen. „Das ist ein Klassiker“, sagt Börner. Die Ampel springt auf Orange und der Autofahrer tritt aufs Gaspedal, um noch rüber zu kommen. „Da ist man dann schnell mal auf 70.“

Doch der Klassiker wird nicht gespielt, an diesem trüben Donnerstagmorgen. Die meisten Autofahrer sind sogar langsamer als erlaubt unterwegs. 46 Stundenkilometer zeigt das Messgerät, 45, dann sogar nur 43. „Die wissen längst, dass wir hier stehen“, sagt Pawlowsky trocken. „Wurde ja auch in aller Ausführlichkeit angekündigt.“

Und wer nichts vom bundesweiten Blitzmarathon mitbekommen hat, der weiß trotzdem Bescheid. Denn die aus der Gegenrichtung kommenden Autofahrer machen emsig Gebrauch von der Lichthupe, um vor der Laserkontrolle zu warnen. „Ist nicht erlaubt“, sagt Börner. Aber um die Übeltäter zu überführen, müssten noch einmal zwei Polizisten abgestellt werden. „Und. Warum machen Sie's nicht?“ Börner winkt ab. „Sie wissen doch: Personalmangel.“ Dass die ganze Aktion ja eigentlich nicht viel bringt, das wollen die beiden Ordnungshüter nun aber nicht so stehen lassen. „Hier wird heute vorschriftsmäßig gefahren“, sagt Pawlowsky. Das sei ja schon mal was. Die abschreckende und die erziehende Wirkung einer Verkehrskontrolle dürfe man nicht unterschätzen. Dann erklärt er, wie die Laserpistole funktioniert. „Man kann die Autos messen, die auf einen zufahren“, sagt er. „Man kann aber auch die kontrollieren, die von einem wegfahren.“ Nur wüssten das die wenigsten. Im vergangenen Jahr habe er einen Raser in Neufriedrichsdorf überführt. Der Mann habe gezetert wie ein Rohrspatz und sei nach der Kontrolle mit Vollgas und quietschenden Reifen fortgefahren. „Da haben wir ihn von hinten gleich noch mal gelasert.“ Zwei Anzeigen innerhalb von fünf Minuten – das muss man erst mal schaffen. Das war, um zum Ausgangsbild zu kommen, ein kapitaler Fisch.

mkn 

In der Stadt Brandenburg und der näheren Umgebung spornte der Blitzermarathon der Polizei die Autofahrer nicht zu negativen Höchstleistungen an. Die große Mehrheit fuhr auf Tachostrich, das Lasermessgerät in der Karl-Liebknecht-Straße quittierte nach einer Stunde den Dienst, am Messpunkt an der B 1 tauchte keine Polizei auf und ein Autofahrer war schon zwei Tage zuvor auf dem Brandenburger Zentrumsring in die Laserfalle getappt. Tempo 30 gilt in der Karl-Liebknecht-Straße. Offenbar wissen und beherzigen das die Einheimischen. „So gut wie alle haben sich daran gehalten“, sagt Polizeioberkommissar Bernd Niesecke um kurz vor 11 Uhr. Er und seine Kollegen haben sich mit ihrem Polizeibus und Messgerät keineswegs versteckt. Die Bürger sollen ruhig sehen, dass die Polizei an diesem Tag präsent ist und Erziehungsarbeit auf der Straße leiste. Schließlich sind Geschwindigkeitsüberschreitungen eine sehr häufige Unfallursache.

In der Liebknecht-Straße ist der höchste gemessene Wert 39 Stundenkilometer. Da drücken die Polizisten noch einmal ein Auge zu. Bald darauf schon müssen sie ihr Gerät allerdings einpacken. Es hat den Geist aufgegeben, weitere Messanstrengungen sind überflüssig. Ein junger Mann, der etwas zu flott unterwegs scheint, wird trotzdem angehalten. Wegen des Tempos droht ihm kein Ungemach.

Doch die Beamten schauen sich sein Auto genauer an und stellen fest, dass die Bereifung den Vorschriften widerspricht. Vorn Winterreifen, hinten Sommerreifen, allein das ist verboten. Hinzu kommt, dass die Reifen unterschiedlich groß waren. 235er- und 195er- Reifen an einem Auto, das geht gar nicht. Die Polizei strengt ein Bußgeldverfahren an, das wird nicht unter 40 Euro abgehen.

Am Nachmittag soll in der Ortsdurchfahrt Jeserig kontrolliert werden, dort wo seit einigen Wochen Tempo 50 gilt, was einige Bürger an Abzocke denken lässt. Eine Blitzereinsatz dort ist zwar für den Nachmittags angesetzt, doch die Polizei schwänzt den Termin oder überlegt es sich anders und verschont noch einmal die Pendler auf der Bundesstraße 1.

Für die Stadt Brandenburg und die umliegenden Messstellen gab die Polizei in ihrer Zwischenbilanz am Nachmittag keine auffälligen Verstöße bekannt. Den hatte es allerdings zwei Tage vorher gegeben in der Brandenburger Otto-Sidow-Straße. Dort stoppte die Polizei am Dienstag zehn gelaserte Autofahrer, weil sie sich nicht an die vorgeschriebenen 60 Stundenkilometer gehalten hatten. Den Vogel schoss dabei ein VW-Fahrer aus der Stadt ab, der mit 125 Stundenkilometern mehr als doppelt so schnell wie erlaubt unterwegs war. „Brandenburgs Autofahrer sind langsamer gefahren als an normalen Tagen“, fasste Polizeisprecher Mario Heinemann gestern die ersten Eindrücke zusammen. „Je nach Tempolimit fahren die Leute 30 oder 50.“ An normalen Tagen rase aber etwa jeder elfte Autofahrer. Gestern während des Blitzermarathons sei es nur etwa jeder Fünfzigste gewesen.

jl
 

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