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Rathenow Optikpark-Geschäftsführer sagen „Servus“
Lokales Havelland Rathenow Optikpark-Geschäftsführer sagen „Servus“
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17:20 22.11.2018
Der Optikpark in Rathenow. Quelle: Joachim Wilisch
Rathenow

Fragt man Elfie Balzer und Joachim Muus nach den nachhaltigsten Eindrücken im Berufsleben der vergangenen zwölf Jahre, fallen die Antworten grundverschieden aus. Dabei sind sie ein Team. Das Team, welches bis zum Ende des Jahres den Optikpark Rathenow noch leitet und an Kathrin Fredrich, die neue Geschäftsführerin übergibt.

Vielen Menschen geholfen

Elfie Balzer, die vor dem Wechsel zur Landesgartenschau GmbH 15 Jahre im Sozialamt der Stadt gearbeitet hat, freut sich am meisten über die vielen Arbeitsmöglichkeiten, die für Arbeitslose im Optikpark geschaffen wurden. „Wir haben – und das ist bemerkenswert – auch eine beachtliche Zahl von Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zurückgebracht.“ Diese soziale Komponente ist es, die Elfie Balzer bewegt.

Joachim Muus, der den Weg zur Landesgartenschau über eine Werbeagentur fand und hier die Marketings- und Pressearbeit übernahm, kann sich nach wie vor an der Wandlungsfähigkeit des Parks erfreuen. „Das ist außergewöhnlich, dass es jedes Jahr gelingt, neue Facetten hervorzuheben und dazu den Park mit seinen Pflanzen in einem Top-Pflegezustand zu erhalten. Das ist toll und das ist bemerkenswert.“

Elfie Balzer und Joachim Muus geben die Geschäftsführung im Optikpark Rathenow ab und gehen in Rente. Quelle: Jürgen Ohlwein

In einer Sache sind sich Muus und Balzer aber einig: Ohne ein funktionierendes Team hätte man den Optikpark Rathenow nicht zur erfolgreichsten Nachnutzung einer Landesgartenschau in Brandenburg gebracht, bei der im Jahr 2015 sogar noch eine Bundesgartenschau im Programm war. Optikpark und Weinberg verschmolzen mit der Brücke zur Einheit.

Das Team um die Geschäftsführer war immer eine Einheit. „Alle waren wie Puzzlesteine, die zusammen ein Bild ergeben haben, das stimmig war“, sagt Elfie Balzer.

Nicht gleich Geschäftsführer

Über die Landesgartenschau kamen die beiden Geschäftsführer zum Park, aber nicht gleich in dieser Position. Die hatte Hans-Jürgen Lemle, damals Laga-Geschäftsführer. Später zwangen gesetzliche Vorgaben Hans-Jürgen Lemle, das Amt abzugeben. Mit Muus und Balzer waren dien richtigen Personen schnell gefunden.

Jetzt ziehen sich die Geschäftsführer zurück und blicken auf eine Ära zurück. „Das war ja nicht immer alles einfach“, sagt Joachim Muus. „Aber letztlich sind wir der Stadt Rathenow und den vielen Unternehmen und Personen, die uns unterstützen, dankbar.“ Im Laufe der Jahre wurde der Etat gekürzt, weil der Kreis der Stadt ein Sparkorsett übergestülpt hatte. Trotzdem gelang es immer wieder, gute Saisonprogramme vorzulegen.

Besonders gelobt wird stets der Pflegezustand. Quelle: Joachim Wilisch

Auch bei den Besucherzahlen mussten die Geschäftsführer im vergangenen und in diesem Jahr kleine Enttäuschungen hinnehmen. „Das Wetter spielt eine wesentliche Rolle“, sagt Elfie Balzer. Vielleicht sollte sich die neue Geschäftsleitung auf ein etwas niedrigeres Niveau bei den Besucherzahlen einpendeln. „Die Zukunft wird es zeigen“, sagt Joachim Muus und ist sich sicher, dass der Park eine Zukunft hat.

Neue Ideen

Die neue Geschäftsführerin wird neue Ideen entwickeln und hat mit Katja Brunow eine erfahrene Marketing-Expertin an der Seite. Katja Brunow wechselt vom Tourismusverband Havelland zum Optikpark, Geschäftsführerin Kathrin Fredrich leitete noch bis Jahresende das IHK-Regionalcenter. „Ich glaube, das ist ein Team, das zusammenpasst“, sagt Muus.

So, wie das Geschäftsführer-Doppel der vergangenen Jahre. Ein Westdeutscher und eine Ostdeutsche. Unterschiedliche Biografien und hier in Rathenow haben beide den Strang gefunden, an dem sie gemeinsam gezogen haben. „Wir waren streitbar“, räumen beide ein. Aber es ging nie um Personen – es ging immer um den Park.

Beim Saisonabschluss in diesem Jahr. Quelle: Joachim Wilisch

Und um das, was der Park mit der Stadt Rathenow macht. Denn die Besucher verweilen im Westhavelland – oft sind es Touristen. „Das steigert die Wirtschaftsleistung und die Übernachtungszahlen der vergangenen Jahre zeigen das auch“, sagt Joachim Muus.

Das Programm für das kommende Jahr haben Joachim Muus und Elfie Balzer noch mitgestaltet. Und was kommt jetzt? Elfie Balzer gibt zu, dass sie so schnell vom Park nicht wird lassen können. „Da ist die räumliche Nähe und ich helfe aus, wenn ich gebraucht werde.“ Darüber hinaus will sie sich dem Enkelkind widmen und vielleicht ein Ehrenamt übernehmen, vielleicht sogar ein kommunalpolitisches Mandat.

Fester Schlussstrich

Joachim Muus ist radikaler, wenn es um den Schlussstrich geht. Das ist für ihn einfacher, er wohnt in Berlin. „Ich habe bald Urlaub,m dann bin ich noch einmal zur Mühlenweihnacht da und dann erst wieder, wenn der Park 2019 öffnet.“ In der Zwischenzeit will er seinen Berliner Heimatkiez neu entdecken. „Ich war ja sehr wenig zu Hause.“

Es gibt Wünsche und die haben sehr viel mit dem zu tun, was die beiden Geschäftsführer nachhaltig beeindruckt hat. „Ich wünsche mir, dass der Park auch noch in zehn Jahren die Qualität hat und dass er vor allem Leuten, die arbeitslos sind, eine Chance bietet“, sagt Elfie Balzer. Joachim Muus hofft, „dass der Optikpark weiter eine tragende Säule in der Stadt Rathenow bleibt und seine Rolle im Tourismuskonzept der Stadt Rathenow spielt, das hoffentlich bald geschrieben wird“.

Ein Saisonhöhepunkt auch in Zukunft: Die Serenade unterm Sternenhimmel. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Nur noch 39 Tage. Dann ist die Ära Balzer-Muus im Optikpark vorbei. Vielleicht beginnt eine neue lange Zeitspanne. Die Ära Fredrich-Brunow.

Von Joachim Wilisch

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