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Rathenow Polizei stellt neue Notrufpfeife vor
Lokales Havelland Rathenow Polizei stellt neue Notrufpfeife vor
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14:12 10.10.2018
Bei einem Informationstag der Polizei wurde in Rathenow die Blaue Notrufpfeife vorgestellt. Quelle: Joachim Wilisch
Rathenow

Die Trillerpfeife ist blau und mit der Notrufnummer 110 beschriftet. In großer Zahl lagen diese Pfeifen im Kulturzentrum an einem der vielen Informationsstände, die Mitarbeiter der Polizeidirektion West am Mittwoch aufgebaut hatten. Die blaue Pfeife ist ein Prototyp, es gibt sie derzeit nur im Dienstbereich der Polizeidirektion West, zu dem auch die Polizeiinspektion Havelland mit ihren Revieren zählt.

Eine Präsentation der Polizeidirektion West, in der gezeigt wird, wie man sich vor Kriminellen schützt, interessierte am Mittwoch viele Rathenower. Erstmals wurde hier eine blaue Notrufpfeife vorgestellt.

Statt um Hilfe zu rufen – was manchmal gar nicht geht – sollen Menschen in einer Notlage die Pfeife benutzen und so auf sich aufmerksam machen. Therese Franz machte deutlich, dass diese Pfeife nicht nur benutzt werden soll, wenn man tatsächlich Opfer einer Straftat wird. „Wir wollen die Menschen ermutigen, sie zu nutzen, wenn man in einer Notlage ist.“ Die könne sich bereits einstellen, wenn ein Senior hinfällt und sich dabei Verletzungen zuzieht.

Der Landtagsabgeordnete Dieter Dombrowski (CDU) begrüßt den Versuch mit der blauen Pfeife. „Das gibt ein Stück Sicherheit“, sagte er. Dombrowski war zusammen mit Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger ins Kulturzentrum gekommen. Die CDU-Politiker begleiten im christdemokratischen Kreisverband einen Arbeitskreis, der sich mit Kriminalität in der Region und Sicherheitsaspekten befasst.

Noch mehr Themen

Die blaue Pfeife war nicht das einzige Thema im Foyer des Kulturzentrums. Mitglieder des „Weißen Rings“ zeigten, an wen man sich wenden kann, wenn man Opfer einer Straftat geworden ist. Wichtig ist den Mitgliedern der Opferschutzorganisation, dass es nicht nur schwere Straftaten sein müssen, wenn man die Hilfe des Weißen Rings in Anspruch nehmen will. Insbesondere ältere Menschen fühlen sich zum Beispiel vollkommen verunsichert in der eigenen Wohnung, wenn in diese eingebrochen wurde.

Sandra Pokorny erklärte einigen Interessierten, wie wichtig es ist, Hilfe zu holen oder selbst zu helfen, wenn das notwendig ist. „Wenn sie sehen, dass jemand bedrängt wird, rufen sie um Hilfe oder nehmen sie die blaue Trillerpfeife.“ Gerade mit dem lauten Pfiff müsse man keine Angst haben, selber in Schwierigkeiten zu geraten, beruhigte sie die Anwesenden.

Informationstag der Polizei in Rathenow. Quelle: Joachim Wilisch

Rathenow ist keine Stadt der Räuber, Diebe und Messerstecher. „Sie sind hier sicher“, sagte Therese Franz zur Begrüßung. Die objektiven Statistiken zur Kriminalität und die gefühlte Sicherheit sind allerdings manchmal zwei verschiedene Kategorien. Darum hat die Stadt im Innenministerium den Antrag gestellt, auf dem Märkischen Platz Kameras zur Videoüberwachung zu installieren. Demnächst soll es dazu eine Entscheidung geben.

Ein oft besprochenes Thema war auch der „Enkeltrick“. Immer wieder passiert es. Fremde geben sich gegenüber Senioren als angebliche Verwandte in finanzieller Notlage aus und ergaunern sich zum teil hohe Summen. Ebenso sind Betrugsmachen mit Haustürgeschäften für Kriminelle einträglich. Die Polizei rät dringend: Nie Geschäfte an der Haustüre abschließen. Nie einem Menschen Geld aushändigen, den man nicht kennt. Im Zweifelsfall immer die Polizei anrufen.

Wer will Polizist werden?

Der Informationstag in Rathenow hatte noch ein zweites Ziel. „Wir wollen auf den Polizistenberuf aufmerksam machen“, sagt Sandra Pokorny. Sie ist für die Polizeidirektion Einstellungsberaterin. „Es interessieren sich tatsächlich viele junge Leute für eine Polizeikarriere“, sagt sie. Ein Schülerpraktikum in der 9. Klasse sei ein guter Anfang, um sich heranzutasten, ebenso ein Schnupperpraktikum nach dem Schulabschluss. Sandra Pokorny berät die jungen Leute und erklärt ihnen, welche Voraussetzungen sie mitbringen müssen. Am Mittwoch waren die Praktikanten aus der Polizeidirektion auch in Rathenow vor Ort.

Polizeieinstellungsberaterin Sandra Pokorny (links) und Schulpraktikanten. Quelle: Joachim Wilisch

Die Präsentation war ein erster Versuch, die Arbeit der Polizei und Informationen auf anderem Wege zu zeigen. „Das Interesse war erfreulich“, sagt Therese Franz. Nun werde man überlegen, ähnliche Präsentationen in anderen Kreisen anzubieten.

Die blaue Trillerpfeife wird von der Polizei auch in den kommenden Wochen weiter verteilt.

Von Joachim Wilisch

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